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Thema: Alien

  1. #1
    Admin Avatar von Matt
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    Alien

    Dieses Topic dient in erster Linie dazu einen längeren Text von Michael Althen über die ALIEN SAGA zu posten. Denn ich will diesen nicht im TV Highlights Thread posten, das würde zu lang werden und auch zu Off-Topic werden. Es wurde ja schon ein wenig über den 2ten Teil, und kurz über die anderen Teile der Saga in diesem Topic gesprochen: ALIENS - Die Rückkehr auf der großen Leinwand gesprochen. Aber dieses Topic soll nun dazu dienen, direkt über alle vier Teile der ALIEN SAGA zu sprechen. Sie miteinander zu vergleichen und über die verschiedenen Aspekte innerhalb der einzelnen Filme zu sprechen. Die Meinungen aus dem alten ALIENS Topic können gerne nocheinmal zur Erinnerung hier eingefügt werden, oder im Topic selbst (siehe den link) nachgelesen werden.

    Kurz zu meiner Einstellung der Serie: Ich liebe hauptsächlich Ridley Scott's Original, bin großer H.R. Giger Fan, liebe das Alien Design und die bedrohliche Atmosphäre aller Filme. Von wegen! die Zukunft sei eine erfreuliche - so wie es in Lucas Star Wars Filmen großen Teils impliziert wird.

    James Cameron schuf einen würdigen Nachfolger, und auch Fincher's Alien³ gefällt mir sehr gut. Mit Jeunet's Optik bei Resurrection war ich damals auch höchst zufrieden, dort fehlte mir aber die Spannung, die dichte Atmosphäre und zu wenig gute Dialoge.

    Und hier der wunderbare Text von Althen, aus seinem Buch "Warten bis es dunkel wird - Eine Liebeserklärung ans Kino":

    "Und natürlich gilt nach wie vor, dass intelligente Regisseure mit jedem Stoff Wunder bewirken können. Und manchmal ist sogar der Stoff so gut, dass er sich gegen jeden Regisseur durchsetzt - das beste Beispiel dafür ist die Alien Saga, in der der Schlaf der Vernunft stets neue Ungeheuer gebiert und es jedes Mal ein böseres Erwachen gibt. Die vier Filme unterscheiden sich schon deswegen von anderen Serien, weil sie als einzige eine Frau zur Heldin haben, Sigourney Weaver als Lt. Ripley. Die Gewalt bekam dadurch nicht unbedingt ein anderes Gesicht, aber kreiste doch um andere Fragen. Das Zentrum verlagerte sich immer mehr, und der Umgang mit den außerirdischen Eindringlingen wurde zunehmend eine Sacher der richtigen Empfänglichkeitsverhütung. Wahrscheinlich ging die Action in dieser Reihe schon deshalb mehr unter die Haut.
    Es war aber kein Geschlechterkampf, der da im All tobte, sondern eher ein Kampf um geschlechtliche Identität. Die Frau, die im ersten Teil vor allem ihren Mann stehen wollte, musste im zweiten Teil auf einmal in die Mutterrolle schlüpfen. Nur so konnte sie sich mit einem Gegner messen, der sich als eierlegende Königin entpuppte. Im dritten Teil war sie dann tatsächlich schwanger, weil sie im Schlaf vom Alien vergewaltigt worden war. Das gipfelte in der Szene, in der sich das Alien schon bedrohlich Ripley nähert, um dann von ihr abzulassen, weil es sie als eine der seinen erkennt. Trotzdem entschied sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch -indem sie selbst ins Feuer ging.
    Diese Geschichten bedienten im gleichen Maße weibliche wie männliche Ängste, zehren von den Schrecken der Schwangerschaft und Geburt wie vom Horror alles verschlingender Gebärmütter. So verbanden sich die maskulinen Phantasien der Drehbuchautoren mit der femininen Perspektive des Stars Sigourney Weaver zu einer Art pränataler Paranoia. Bei einer so lange währenden Serie kann es nicht ausbleiben, dass sich auch die wechselnden gesellschaftlichen Zustände widerspiegeln. Alien (Ridley Scott, 1979) war noch ganz im Geiste der paranoiden Siebziger entstanden: Der Feind ist unter uns. Aliens (James Cameron, 1986) war dann schon eher ein Kriegsfilm im Geiste Reagans: Der Feind kommt von außen und will nur eins - sich in unserer Mitte vermehren. In Alien³ (David Fincher, 1992) bildete sich in der infizierten Ripley die Angst vor Aids ab, und die asketische Sträflingskolonie war dann schon die düstere Utopie einer neuen Enthaltsamkeit.
    Neben den Auseinandersetzungen mit geschlechtlicher Identität und gesellschaftlicher Paranoia gibt es noch eine dritte Bewegungslinie, der die Saga folgt: die filmischen Gesetzte des seriellen Erzählens. Wie in allen Filmen, die ihre sequels nach sich ziehen, folgt auf die Konstituierung im ersten Teil die Eskalation im zweiten - statt eines Aliens eine ganze Brut. Nach dieser rein physischen Inflation kommt dann im dritten Teil die Metaphysik - die Serie wird esoterisch, ein Spaß für Eingeweihte. Das kann nur mit dem Tod enden. Der vierte Teil Alien Resurrection (Jean-Pierre Jeunet, 1997) ist nach dem Gesetz der Serie der reinste Luxus und behandelt - passend zum Thema der Wiederauferstehung - das Recycling. Es geht um Genmanipulation; die geklonte Ripley ist eine Art Zwitterwesen und muss erst einmal ihre Identität finden. Es geht nicht darum, wo der Fein steht, sondern um die uralte Frage: Wer bin ich? Ripley ist sich selbst entfremdet - in einer Serie namens Alien eine ziemlich logische Konsequenz.

    Es gibt eine Szene in Alien - Die Wiedergeburt, in der die atemlose Action innehält und zu einem Moment findet, der einem den Atem stocken lässt. Wenn Ripley von den Toten auferstanden ist, findet sie auf ihrem Arm eine eintätowierte 8. Auf ihrem Weg durch das Raumschiff kommt sie an einer Tür mit der Aufschrift 1-7 vorbei, zu ihr der Zutritt stren verwehrt ist. Als sie sich doch Einlass verschafft hat, erkennt sie den Grund: In großen Reagenzgläsern finden sich die ersten sieben Klone jener Reihe, deren achter Versuch sie selbst ist.
    Eigenartig bewegt und entsetzt wandert sie durch dieses Schreckenskabinett von Missgeburten, die im Grunde ihre Geschwister, wenn nicht gar ihre Doppelgänger sind. Das siebte Experiment, das ihr schon ziemlich ähnelt, muss sie sogar noch eigenhändig aus seiner Qual befreien. Dieses Musuem einer grauenvollen Evolution, dieses Spiegelkabinett ihrer zerstörten Identität nahm dann schon vorweg, was uns in Zukunft als Gen-Debatte beschäftigen wird. Und in irgendeinem Keller lagern vermutlich all die Fehlversuche, die dem Klonschaf Dolly vorausgingen. Womöglich werden wir das Kino gar nicht mehr brauchen, um jene Ungeheuer zu gebären, die uns den Schlaf verfolgen.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  2. #2
    Hauptdarsteller Avatar von Harvey Dent
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    Re: Alien

    Kleine Re-Animation eines einsamen Uralt-Topics.
    Dies, weil ich im Juni im Frankfurter Filmmuseum bei der H.R.Giger Ausstellung war.

    Als Prunkstücke stehen dort ein Alien-Anzug aus Teil 1 und - gleichfalls aus dem ersten Film - das Original-Alien-Kopfteil mit all seiner Hydraulik. Ich weiß, dass sie von denen nicht viel gebaut haben (eventuell sogar nur eins), dieses Stück muss im Film eingesetzt worden sein. War schon ein kleiner Gänsehaut-Moment sich direkt davor zu stellen. Einerseits, weil es immer noch gruselig wirkt, andererseits in der Gewissenheit hier wirklich direkt vor einer Reliquie der Pop-Kultur zu stehen.

    Auf jeden Fall sehr empfehlenswert die Ausstellung (wenn man auch leider recht schnell durch ist).

  3. #3
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    Re: Alien

    Wusste ich agr nicht. Da werde ich mich am WE wohl mal hinbewegen.
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  4. #4
    Admin Avatar von Matt
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    AW: Alien

    Ich liebe gute Behind-the-Scenes Fotoaufnahmen und hier findet sich Ansammlung von schwarz-weiß-Aufnahmen zu den Dreharbeiten zu Alien: Gavin Rothery - Directing - Concept - VFX - Gavin Rothery Blog - Shooting The*Original
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  5. #5
    Bob
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    AW: Alien

    war noch nie ein großer fan des ersten teils und die jüngste auffrischung hat daran nix rütteln können. finde ihn gerade im mittelteil sehr oft langatmig. wenn durch düstere gänge getappt wird und einer nach dem anderen hopps geht. wie in einem slasher inklusive der mangelnden disziplin als gruppe zu agieren und keinen doofen katzen hinterher zu rennen (twice!). diese sache mit den peilungsgeräten finde ich auch jedes mal nervig. besonders dieses raster, das scheinbar die position des Aliens im verhältnis zu captain anzeigt, aber keiner irgendein tipp gibt, aus welcher richtung das vieh kommt. so wie es Ash erklärt, funktioniert das auch nicht, sondern registriert nur bewegungen, aber dann finde ich die darstellung davon einfach sehr irreführend. krampfhaftes spannungs-device. bin immer froh wenn ich diesen part hinter mir habe und Ripleys solo-survival beginnt. anfangsteil gefällt mir, besonders die atmosphäre auf dem schiff: stimmen wirr-warr und die vom job angeödete crew.
    etwas seltsam sind mir zwei größere gaps in der szenen-folge aufgestoßen. die erste lücke, wenn John Hurt vom Alien befallen wird und im nächsten moment die crew wieder vor dem schiff steht und verlangt die schleuse zu öffnen. die mussten ihn ja erst durch so ein loch tief nach unten abseilen und dann stapft der erst mal recht planlos durch die gegend bis er irgendwo zu boden fällt. die ganze, sicherlich komplizierte, rettungsaktion da einfach zu skippen ist eine seltsame entscheidung gewesen. die zweite lücke wenn es den leicht trotteligen mechaniker als ersten erwischt und keiner vor ort ist, aber jeder weiß was passiert ist (ab in den lüftungsschacht).
    wusste gar nicht mehr, dass John Hurt mitspielt. den hätte ich liebend gerne als androiden gesehen, wobei ich mich nicht über Holm beschweren will. und der andere mechaniker ist ja Giardello aus Homicide gewesen, cool.
    die stark sexuellen 'anspielungen' sind mir damals gar nicht aufgefallen (bestimmt schon 15 jahre her oder länger). das alien ist ja voll bockig auf die weibliche besatzung. Lambert wird anscheinend vergewaltigt und im showdwon begnügt sich das alien erst mal damit, zwischen schläuchen abzuhängen und Ripleys arschritze zu spannen. und bleckt dabei lasziv die zunge. die penis-zunge. ist mir auch bei Prometheus sehr ins auge gefallen, wie da mit sexualpraktiken geschockt wird. face raping aliens, was fiese kreaturen. der ganze kram mit mother, father, kaiserschnitt und pi pa po passt da auch gut rein.

    naja, bock auf den zweiten. die ganze reihe wohl. der erste teil wird aber wohl ganz unten bei mir landen. finde seinen status zwar überaus gerechtfertigt, in hinblick auf entstehungszeit und die umsetzung des designs, allerdings langweilt er mich über viele strecken einfach zu sehr.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  6. #6
    Admin Avatar von Matt
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    AW: Alien

    inklusive der mangelnden disziplin als gruppe zu agieren
    Gerade das macht den Teil meiner Meinung nach noch ein wenig spannender, denn niemand scheint sich für den anderen zu interessieren. Es gibt kaum heroische Taten um das Leben eines anderen zu schützen.

    Zu den 'sexuellen Anspielungen': Dachte das wäre weitreichend bekannt, so werden diese 'Anspielungen' doch bereits durch die Kunst von Giger vorgegeben. Alle Teile handeln insofern von Geburtsängsten und Vergewaltigungen. Hierbei ist es insb. die Angst der männlichen Zuschauer vor dem, was sie nie verstehen werden können, und vor dem wovor sie sich fürchten. Dieses Muster zieht sich doch bis hin zu Prometheus (die C-Section sequence).

    Wenn du alle Teile durch hast, dann lies dir mal bitte den Text von Althen durch. Der interpretiert jeden Teil ein wenig anders, was den Artikel lesenswert macht.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  7. #7
    laertes
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    AW: Alien

    ich habe mir mal die alien-4er-box gegönnt. werde ich demnächst mal in einem rutsch durchziehen.

  8. #8
    Bob
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    AW: Alien

    Zitat Zitat von Matt Beitrag anzeigen
    denn niemand scheint sich für den anderen zu interessieren. Es gibt kaum heroische Taten um das Leben eines anderen zu schützen.
    also das habe ich gar nicht so gesehen. alleine die beiden mechaniker scheinen best friends forever zu sein. als Hurt angegriffen wird, etscheidet sich jeder der crew mit ausnahme von Ripley dazu, die strikten regelungen zur quarantäne zu ignorieren und das eigene wohl in gefahr zu bringen. als er im sick-bay liegt, ist die lage sehr angespannt; als es ihm wieder besser geht, freut sich jeder der crew wie bolle. heroische taten gibt es auch zu genüge. der captain, der alleine den lüftungsschacht betrifft, anstatt jemanden der besatzung ins verderben zu schicken. der eine mechaniker, der Lambert vor'm bockigen alien schützen will, anstatt wegzurennen und damit mit seinem leben bezahlt. auch Ripley rennt in diesem moment zum ort der gefahr, weil sie um das leben ihrer beiden kollegen fürchtet.

    Zitat Zitat von Matt Beitrag anzeigen
    Wenn du alle Teile durch hast, dann lies dir mal bitte den Text von Althen durch. Der interpretiert jeden Teil ein wenig anders, was den Artikel lesenswert macht.
    entdecke das lieber selbst. aber trotzdem danke für den lesetipp.

    @laertes: musst aber bei den versionen aufpassen. beim ersten zB bevorzugt Ridley seine kinofassung und der DC scheint mehr eine auftragsarbeit darzustellen, um den leuten den kauf der box schmackhaft zu machen. wie das bei den anderen teilen aussieht, habe ich jetzt noch nicht gelesen. vielleicht ist Matt so freundlich uns darüber auf die schnelle aufzuklären? wäre cool, da meine eindrücke der reihe relativ eingerostet sind und ich gerne im vorfeld möglichst wenig darüber lesen möchte.

    Zitat Zitat von Matt
    (die C-Section sequence)
    was war das gleich noch mal?
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  9. #9
    Admin Avatar von Matt
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    AW: Alien

    Alien DC hat defintiv ein paar Erweiterungen, die es wert sind mal gesehen zu haben. Hier wird schon mehr ausgeführt, wie der Wirt (Mensch) vom Alien (Alien) ausgenutzt wird. Der Aliens DC ist hervorragend, viele technisch toll gemachte Szenen (sentry guns) und der bietet weit mehr persönliche Szenen zwischen Ripley und Hicks. Bei Alien³ und Alien: Resurrection muss ich passen.

    Die C-Section sequence:
     
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  10. #10
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    AW: Alien

    Zitat Zitat von Bob Beitrag anzeigen
    die C-section sequence
    was war das gleich noch mal?
    die IMHO lächerlichste Filmsequenz in PROMETHEUS, die bei uns im Kino für viel Gelächter und Gespött gesorgt hat! Insbesondere, wie sie danach wie ne junge Göttin durch die Gänge hüpft, die Tante. IMHO mehr als nur unfreiwillig komisch gemacht die ganze Sequenz.
    Geändert von Wolfe (15.09.2012 um 15:53 Uhr)

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