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Thema: Comandante

  1. #1
    Zuschauer
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    1

    Comandante

    Hallo ihr Lieben,

    hat jemand den o.g. FIlm bereits gesehen bzw. weiss jemand, wann dieser in den Kinos kommen wird ??? Darüber konnte ich bisher keine Informationen herausfinden ... ich bin ja mal gespannt.




    hier eine Rezension aus der Süddeutschen Zeitung:

    gruss Micha ...


    Enttäuschte Liebe

    Oliver Stone und Fidel Castro, das filmische Gipfeltreffen



    Oliver Stone meets Fidel Castro – das ist ein Gipfeltreffen, und genau so ist es inszeniert. Das Projekt hatte von Anfang an für Aufregung gesorgt und für Verwirrung, kein Wunder, bei Stones Ruf als trouble-shooter, als Provokateur par excellence. Dem es nicht unbedingt um die Sache geht und die Personen, mit denen er zu tun hat, sondern erst mal um sich selbst. Stone hat sich als Egomane etabliert im amerikanischen Bewusstsein, und er versteht damit zu leben und zu arbeiten. In seinem Film „Comandante“ (in der Panorama- Sektion der Berlinale) begegnen sich zwei Stars, sie kreisen umeinander und profitieren ungeniert vom Glanz des anderen. Verschiedene Welten treffen aufeinander, und es ist kein Wunder, wenn da ein Strudel entsteht.

    Rund 60 Stunden hat sich der „linke“ amerikanische Filmemacher, der konservative Rebell und Ankläger amerikanischer Sünden mit dem cubanischen Staatschef unterhalten: über Kennedy und Nixon, Che Guevara und die Revolution und über die Cuba-Krise. Aber auch über Castros Rolle als Vater, Geliebter und Ehemann haben die beiden gesprochen, über die Probleme der Schwarzen und der Homosexuellen in Cuba und ob Castro schon einmal erwogen habe, zum Psychiater zu gehen.

    Stone findet sich auf vertrautem Terrain, und es ist, offensichtlich, ein freundschaftliches Gespräch, das sie führen – das heißt auch: füreinander und für die Kamera mit glamourösen Understatement inszenieren. Castro gibt den Landesvater, den „Diktator gegen sich selbst“. Und Stone stellt zwar bohrende, unangenehme Fragen, lässt sie aber auch abprallen an diesem Selbstbild. Am Ende ist nur eines wirklich klar, dass nämlich Selbstzweifel in der Vorstellung Castros keine Rolle spielen.

    Die Kamera ist in unaufhörlicher Bewegung bei diesem Treffen, und auch im Ton geht es drunter und drüber: Stones Fragen auf Englisch, Castros Antworten auf Spanisch werden von der Stimme der Übersetzerin begleitet und überlagert, außerdem ist viel cubanische Musik zu hören. So verwandelt Stone die Begegnung in einen Wirbel von Fakten, Behauptungen, Anspielungen und Hinweisen – man erlebt Stones ambivalente Haltung gegenüber Cuba und dessen Staatschef, und seine Kritik an Amerika, für das die nationale Sicherheit ein „heiliger, unantastbarer“ Begriff sei. Sagt Castro und findet sich mit dem Filmemacher auf einer Wellenlänge. Wenn er dagegen Folter und Unterdrückung in seinem Land gänzlich abstreitet, kommt eine merkwürdige Asynchronität in den Film. Unwirklich sieht auch Cuba aus in den Kamerablicken, die Stone aus Castros Limousine wirft. Fiktion und Realität sind hier längst ununterscheidbar geworden, auch in der Figur Castro. Für Amerika hat Stone den Film gemacht, produziert zum Teil von der Fernsehgesellschaft HBO, und konzipiert für ein Land, das immer noch mit Mythen täglich Umgang hat. So bestätigt Stone auch den Mythos Castro, wie er einst den von JFK oder Nixon bestätigt hat. Mehrmals klingt „Don’t cry for me, Argentina“ an, der Musicalevergreen, der den Vergleich Castros mit Evita nahelegt. Cuba – und Castro – hatte Oliver Stone sich ursprünglich über eine Frau nähern wollen, lange hat er sich um die Rechte an dem Buch von Marita Lorenz über ihre Beziehung mit Fidel Castro bemüht. Eine Ahnung ist davon geblieben im Film „Comandante“: von der Perspektive einer enttäuschten Geliebten.

    MARTINA

  2. #2
    Admin Avatar von Matt
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    Comandante

    hi, ich kenne leider auch nur die Rezension aus der SZ... aber der Film, besser gesagt die Dokumentation interessiert mich doch sehr!
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

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