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Thema: Brazil

  1. #1
    Regisseur
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    Brazil

    Als ich am Sonntag im Quiz eine Frage zu diesem Film stellte, musste ich mit Schrecken feststellen, dass ihn niemand kannte (Soll nix heissen, kenn ihn ja auch erst seit ner Woche ).
    Der Film stellt eine teils sehr hintergründige, teils einfach herrlich skurrile (Terry Gilliam...sagt schon alles..) und komische "Zukunftsvision" dar. Ein Staat der absoluten Bürokratie und ein Beamter (gespielt von Jonathan Pryce), der Teil des Systems ist, der dem aber gern entfliehen würde. Vom "Guerrilla-Klimatechniker" Harry Tuttle (Robert DeNiro), über dessen Konkurrenz von den "Central Services" die zur Not Zwangsreparaturen veranstalten, den Schönheits OP Wahn der Mutter und deren Freundin, bis hin zur einfach aberwitzigen Formularwut der dortigen Verwaltung, die einen sogar für die eigene Verhaftung bezahlen lässt, strotzt der Film nur so vor Andersartigkeit, dass man kaum zur Ruhe kommt und sich immer wieder an den Kopf langt, was da so vor sich geht. Absolutes Highlight des Wahnsinns ist sicher die Szene, als der Protagonist ("Sam Lowry") mit seinem Büronachbarn um den Schreibtisch kämpft, den er durch eine nachträglich eingezogene Trennwand mit ihm teilt. Zum Schreien komisch, weil einfach total abwegig!
    Genial fand ich auch die Szene auf der Party, als er mit der Tochter der Freundin seiner Mutter spricht, mit der seine Mutter ihn verkuppeln will, und ihr anschliessend auf den Fuss tritt. Solche Gesichtsausdrücke hab ich noch nie gesehen :wink:.

    Kennt den Film jemand? (Sicher). Was haltet ihr von diesem IMHO genialen Werk?

    __________________
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  2. #2
    Admin Avatar von Matt
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    Brazil

    Brazil hat sehr gute Ansätze und Ideen und die Darsteller sind auch klasse, aber meiner Meinung nach ist das Ende und die Traumszenen unserer Helden sind mir absolut zu kitschtig geraten, aber sonst ein sehr schöner "Science Ficiton"... der teilweise auch atemberaubende und natürlich auch verstörende, skurile, perverse Szenen ala Gilliam hat...



    btw. das habe ich hier noch im Walk of Fame Topic gefunden, ein Eintrag von mir über BRazil gepostet am 11.02.02. :

    BRAZIL -
    Erst gerade eben vor 20 Minuten beendet, und bin einfach baff, der Film ist sowas von genial, ich würde ihn als einen Science-Fiction-Psycho-Thriller beschreiben, der allerdings auch einen sehr makabren, eben schwarzen Humor vorweisen kann, die Supportin Cast hat mir auch sehr gut gefallen, DeNiro, Hoskins, Holm einfach klasse ich muss zwar jetzt ersteinmal etwas länger grübeln um den Film völlig zu entschlüsseln, aber ich überlege mir ernsthaft die Criterion Edition von dieser Fiktion eines grausamen Nachrichtenzeitalters und gleichzeitig ein wunderschönes Märchen, allerdings sehr psycho

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Matt. am 2002-07-09 01:12 ]</font>
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  3. #3
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    Brazil

    [...] aber meiner Meinung nach ist das Ende und die Traumszenen unserer Helden sind mir absolut zu kitschtig geraten [...]
    Moment... das Ende zu kitschig? Von welchem Ende reden wir hier? Da gibt es zwei verschiedene. Das richtige würde ich nicht unbedingt als kitschig bezeichnen.

  4. #4
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    Brazil

    Ganz schön abgefahrener Film. Hat sich, als ich den gesehen habe, in seinen Bildern und Aussagen erst mal ziemlich festgesetzt bei mir. Ist halt ein Terry-Gilliam-Film und bietet viel Raum nachzudenken, zu interpretieren und eigene Schlüsse zu ziehen. Kann ich nur weiterempfehlen den mal anzusehen.

    Super finde ich auch die Auftritte von Robert DeNiro. Einfach unschlagbar seine stilvollen Abgänge.

    @Matt.
    Hast du dir das Ende wirklich angesehen? Das ganze Ende? Ich will hier ja nichts spoilern aber kitschig würde ich das nicht nennen *wissendgrins*
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  5. #5
    Admin Avatar von Matt
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    Brazil

    ja ich hatte mich da etwas vertan, jetzt erinnere ich mich das DAS ENDE nicht kitschig war, ich meinte die ganzen Traumsequenzen in denen er fliegt und dieses Mädchen sieht!
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  6. #6
    Regisseur
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    Brazil

    Naja. Aber der Kitsch in den Traumszenen (der sah schon sehr tuntig aus :wink gehört irgendwie dazu, finde ich. Insgesamt ist der Film ja ohnehin nicht unbedingt sehr subtil und transportiert seine Inhalte schon ziemlich deutlich...Fand das im extremen Kontrast (der wohl beabsichtigt war) schon gut so.

  7. #7
    Regisseur Moderator
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    Brazil

    Wo da gerade ein Review kam und der Film ja auch letztens im TV lief, muss ich doch auch mal meinen Senf dazu abgeben.
    Ich fand Brazil um ehrlich zu sein enttäuschend. Sicherlich, die Idee ist ziemlich cool, die Ausstattung pompös und der schwarze, skurille Humor hat auch seine Reize, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, der Film verzettelt sich. Es gab' ziemlich viele Nebenrollen, die irgendwie nebenbei mal eingeführt wurden, die aber nie eine wirkliche Bedeutung hatten und mehr verwirrt haben. Auch fand' ich das Ende, bzw. diese ganze Verfolgungssequenz am Ende mehr als dürftig, man hatte das Gefühl, es wurde mehr Aufmerksamkeit in die Effekte als in die Handlung investiert.
    Die Ansätze des Films sind sichlerich sehr gut bis genial, aber wie gesagt, zum Ende hin hatte ich das Gefühl, dass sich der Film in seiner Aussage und in seinem Style verzettelt.
    Jetzt drängt sich mir natürlich die Vermutung auf, dass da evtl. dieser "Love Conquers All"-Cut lief, kann das sein? So in der Form wie er da lief fand' ich den Film zwar nicht wirklich schlecht, aber auch nicht, naja, seinem Hype gerecht.
    If it wasn't this... it'd be something else.

  8. #8
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    Brazil

    Ich hab ihn bislang nur einmal sehen können, und als er neulich kam, hat mein Videorecorder rumgesponnen und das Ende nicht mit aufgezeichnet.

    Irgend jemand hat ihn mal aus Mischung zwischen "Monty Python" und "1984" bezeichnet, und ich finde, das trifft es gar nicht mal so schlecht, auf jeden Fall ist der Film wunderbar skurril. Bloß gleich mal eine Frage: warum heißt der Film überhaupt "Brazil"? Liegt das an der Titelmusik, d.h., war der Song namengebend? Jedenfalls hat sich mir keine Erklärung für die Titelgebung geboten, aber vielleicht habe ich das nicht richtig gecheckt.
    "I can't relate to 99% of humanity" (Steve Buscemi in "Ghost World")

  9. #9
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    Brazil

    Schau mal hier vorbei, das habe ich neulich entdeckt:

    http://www.minet.uni-jena.de/~vicay/BRAZIL.html

    Zitat:
    "Natürlich, Brazil ist ein sehr geheimnisvoller Titel für einen Film, der nichts mit dem Land (Brasilien) zu tun hat. Die ersten Drehbuchentwürfe hatten Titel wie: Das Ministerium für Folter, oder Brazil, oder Wie ich lernte mit dem System zu leben - bis jetzt, Gilliam erwägte auch den Namen ``1984 1/2''. In dem Buch ``Die Schlacht um Brazil'', erklärt Gilliam, woher die Inspiration stammte. Das war in Port Talbot, in Wales:
    ``Port Talbot ist eine Hüttenstadt, in der alles mit grauem Eisen oder mit Staub bedeckt ist, selbst der Strand ist komplett von Staub bedeckt, er ist einfach schwarz. Die Sonne schien, und es war einfach schön. Der Kontrast war überwältigend, Ich hatte dieses Bild vor mir, von einem Mann, der an diesem schäbigen Strand saß, mit einem portablen Radio, das diese fremdartigen Lateinamerikanischen Songs spielt, wie z.B. ``Brazil''. Die Musik nahm in irgendwie mit und machte seine Welt weniger grau. Dies ließ sich gut mit dem bürokratischen Thema verbinden, in Brasilien braucht man zum Beispiel 9 Photos und vier verschiedene Formulare, um einen Teilzeit- Job zu bekommen. Desweiteren gibt es eine Abteilung zum Abbau von Bürokratie''


    Auf der Page findest Du noch mehr Infos zu diesem meiner Meinung nach genialen Film, der so herrlich skurril und hintergründig ist. Hochinteressant ist übrigens auch, was hinter den Kulissen so passiert ist, bevor der Film überhaupt in die Kinos kommen konnte. In den USA ist im Rahmen der Criterion Collection vor einiger Zeit eine spitzenmäßige 3-DVD-Box erschienen, die beide Schnittfassungen des Films sowie die aufschlußreiche Doku "The Battle of Brazil" enthält. Sehr empfehlenswert !

    http://www.criterionco.com/asp/release. ... on=feature


    DISC ONE: The Movie
    New, pristine widescreen transfer of Terry Gilliam’s 142-minute final cut
    Remastered Dolby® stereo surround soundtrack
    Audio commentary by Terry Gilliam
    English subtitles for the deaf and hearing impaired

    DISC TWO: The Production Notebook
    What is Brazil?, Rob Hedden’s 30-minute on-set documentary
    The Battle of Brazil: A Video History, an original 60-minute Criterion documentary by Jack Mathews
    Screenwriters Tom Stoppard and Charles McKeown on the script
    Production designer Norman Garwood on the look of Brazil
    Costume designer James Acheson on the couture of fantasy and fascism
    Storyboards for Gilliam’s original dream sequences, many of which didn’t make it into the film
    Composer Michael Kamen unveils the sources of his score
    A study of the special effects includes raw footage of unfinished effects
    Theatrical trailer, plus publicity and production stills

    DISC THREE: The “Love Conquers All” Version

    The 94-minute cut of Brazil includes all the changes that Gilliam refused to make, from the alternate opening to the controversial happy ending
    Audio commentary by Gilliam expert David Morgan
    "If you can't enjoy a really bad movie, then you don't truly love movies"

  10. #10
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    Re: Brazil

    Der Film bekam von der FSK eine neue Einstuffung:
    von FSK 18 auf FSK 12.
    Ich wünsche Euch ewiges Leben

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  1. 24.12.2010, 23:04

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