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Thema: Das Millionenspiel

  1. #1
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    Das Millionenspiel

    - schnipp -
    1. WDR zeigt im Web Ausschnitte vom Millionenspiel" (04.07.2002)

    Der Fernsehfilm Das Millionenspiel kann 32 Jahre nach seiner Erstausstrahlung auszugsweise auf der Homepage des WDR gesehen werden.

  2. #2
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    Re: Das Millionenspiel

    Endlich mal gesehen. Schwer genial. Hier mein Review:



    Im Jahr 1970 trat ein Kandidat in einer TV-Show auf, in der er sieben Tage auf der Flucht war um am Ende über eine Million DM zu gewinnen. Freiwillig lässt er sich in dieser Zeit von einer bewaffneten Gruppe jagen. Glücklicherweise handelt es sich dabei nicht um eine reale Fernsehsendung, sondern vielmehr um eine realistische Darstellung solch einer Show. Das Millionenspiel benutzt dabei Einstellungen und Schnitte, die den Film wie eine Fernsehübertragung wirken lassen. Dieter-Thomas Heck moderiert, Zuschauer rufen in der Sendung an und treten als Gäste auf. Das wirkt so authentisch, dass damals bei der Erstaustrahlung Fernsehzuschauer das für real hielten und beim Sender anriefen. Die meisten aus Empörung, einige um sich selbst als Kandidaten anzumelden.

    Das Millionenspiel ist nicht nur ein spannender und gut gemachter Film, sondern auch eine Kritik an die Medien. Die Autoren Wolfgang Menge und Tom Toelle haben dabei schon 1970 die Lage gut erkannt. In ihrem Film taucht alles auf, was das Fernsehen moralisch angreifbar macht. Sensationsgeilheit, von den Machern geschürt und von breiter Publikumsmasse dankbar angenommen. Die Jagd nach der Quote, die Inhalte fragwürdig bleiben lässt solange am Ende die Zahlen stimmen. Manipulationen im Hintergrund damit die Show stimmt. Das sind nur ein paar Beispiele. Mit ein wenig Überzeichnung fasst der Film alles genial zusammen, was die Unmoral des Fernsehens ausmacht und bemerkenswerterweise fast 30 Jahre später in seinen Kernpunkten aktueller ist als je zuvor. Bis auf die Tatsache, dass es (noch) keine Showformate gibt, in denen das Leben der Teilnehmer auf dem Spiel steht, greifen in den gängigen Sendungen die gleichen Funktionsweisen, die in diesem Film herausgestellt werden.

    Was mir so besonders gut an Das Millionenspiel gefällt ist, dass er sowohl seine Aussage als auch die Darstellung seiner Handlung so hervorragend zusammenbringt. Die Kritik ist deutlich und trotzdem nicht platt auf den Fernsehschirm geklatscht, dazu ist die Geschichte zu intelligent aufgezogen. Spannungsmomente sind sorgfältig gesetzt, ganz überragend die Szenenschnitte. Der Film springt zum verfolgten Bernhard Lotz, dann zum Moderator und sofort weiter zum Interview mit den Verfolgern. Es gibt keinen Stillstand, man wird mit einwandfrei kalkulierten Mitteln in die Handlung hineingesogen.

    Es ist unschwer zu erkennen, dass ich begeistert bin von Das Millionenspiel. Dabei bin ich erst durch die kürzlich erschienene DVD endlich zur Möglichkeit gekommen ihn anzusehen. Aus rechtlichen Gründen - man hatte durch eine dumme Unaufmerksamkeit die Rechtslage zu der Kurzgeschichte "The Prize of Peril" von Robert Sheckley nicht geklärt - war der Film nach zwei Ausstrahlungen über 30 Jahre nicht mehr zu sehen bis es ab 2002 wieder zu Ausstrahlungen kam. Ich bin froh dass der Film jetzt frei verfügbar ist und begeistert, das es sich dabei um einen schwer genialen Film handelt.

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  3. #3
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    Re: Das Millionenspiel

    Eine wirklich interessante TV-Satire, die jedoch mit einigen inszenatorischen Mängeln zu kämpfen hat (gerade bei der Frage wie denn plötzlich die Kameras beim Kandidaten herkommen) und sichtlich das Vorbild für Schwarzeneggers Running Man war. Das Ganze ist dennoch sehr amüsant anzusehen und hat zumindest bei der Show viele interessante Ansätze zu bieten. Gerade die Moderation von Showmaster Dieter Thomas Heck gefällt und trägt zu großem Teil an dem hohen Realismusgrad bei (angeblich haben nach Ausstrahlung des Filmes sich einige Personen beim Sender gemeldet, die ebenfalls als Kandidat teilnehmen wollten). Sehr überraschend fällt auch die Besetzung von Didi Hallervorden als Auftragskiller aus, seine Sache aber sicher nicht schlecht macht. Aus heutiger Sicht wirkt der Film vielleicht inszenatorisch ein wenig zu einfach, aber inhaltlich gibt er sicherlich genauso viel her wie vor fast 40 Jahren.

  4. #4
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    Re: Das Millionenspiel

    Die Frage nach dem Realismus mancher Kameraplatzierungen habe ich mir während dem Film auch gestellt. Da drücke ich dann aber doch die Augen zu. Ansonsten hat mir die Inszenierung aber gut gefallen. Den Schnitt fand ich wirkungsvoll, auch einige Sprünge kamen mir passend vor. Für mich spiegelt sich die Situation wieder, die ähnlich ist wenn man selber bestimmte Sendungen verfolgt. Bei vielen Sendeformaten kuckt der Zuschauer auch nicht nur die Samstagabendsendung, sondern der Gesamteindruck - mit Nachmittagsinterviews, Auftritten der Kandidaten in anderen Sendungen usw. - setzt sich aus vielen kleinen Schnippseln zusammen. Diese Wirkung hatte Das Millionenspiel teilweise auch auf mich. Ansonsten sind wir uns glaube ich einig, dass es ein gelungener Film ist. Hallervorden fand ich ihn seiner total ungewohnten Besetzung wahrscheinlich gerade deswegen super. Dieter-Thomas Heck in dieser Rolle zu besetzen ist ein ganz großer Coup. Weil er das auch noch in seinem üblichen Stil macht wirkt das umso glaubwürdiger.
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  5. #5
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    AW: Das Millionenspiel

    Das Intro finde ich fetzig:

    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

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