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Thema: Breaking the Waves

  1. #1
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    Breaking the Waves

    Im Zuge der Dogma-Diskussionen der letzten Wochen war ich am Dienstag unterwegs in Sachen Filme ausleihen, leider (oder Gott sei Dank?) war kein einziger der drei großen Dogma-Streifen zu bekommen. Plötzlich fiel mein Blick auf "Breaking the Waves". Ich war mir ja so sicher den Film bereits gesehen zu haben, doch als ich dann den Inhalt auf dem Cover laß, bemerkte ich daß ich den doch noch nicht kenne. Also hab ich ihn mir natürlich gleich ausgeliehen und des nächtens reingezogen.

    Was soll ich sagen? Kotzen hätte ich können. Und zwar die ganzen 159 Minuten lang. So einen Dreck hab ich ja schon lange nicht mehr gesehen. Ich frag mich jetzt ernsthaft, was die Kritiker nur an dem Film finden? Der hat doch sogar ein Pälmchen in Cannes abgestaubt. Die Konkurenz kann in dem Jahr nicht besonders groß gewesen sein.

    Okay, Emily Watson hat göttlich gut gespielt, das muß man ihr lassen. Die Oscar-Nominierung geht echt in Ordnung. Das ändert aber nicht viel daran, daß der Film handlungsmäßig und inszenierungstechnisch einfach Müll ist. Besonders diese bescheuerte Wendung am Schluß.

    Da ich mich keine einzige Sekunde unterhalten hab, die Geschichte so absolut uninteressant war und mich die beiden Haupcharaktere sowas von kalt gelassen haben, erinnerte ich mich an Lesters Worte: Mich muß ein Film zum nachdenken anregen. Doch auch das hat "Breaking the Waves" nicht geschafft. Wenn ich ehrlich bin, hat mich "Armageddon" am Wochenende nachdenklicher gestimmt.

    Ich glaub, zu dem Film werd ich jetzt eine richtig schöne Review schreiben. Das kann man ja nicht einfach so akzeptieren.

  2. #2
    Regisseur
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    Breaking the Waves

    Bevor du ein Review zu "Breaking The Waves" schreibst, in dem du - sit venia verbo - wieder deinem Unmut über künstlerisch hochwertige Filme kundtust, möchte ich mir doch ein paar Ausführungen zu dem Film erlauben:

    Die Geschichte des Filmes ist ungewöhnlich; wenn man nur hört, worum es geht, merkt man, daß dieser Film nicht gerade leicht verdaulich ist. Die Handlung aber als schlecht zu bezeichnen, lieber Thomas, grenzt schon fast an Inkompetenz und hat nichts mehr mit Objektivität zu tun.

    Kurz zur Handlung:
    Bess McNeil und ihr Mann Jan leben in einem kleinen Dorf an der schottischen Küste, in dem die Kleinbürgerlichkeit und die starke Verbundenheit mit Gott und der Kirche prägend sind. Als Ölbohrer Jan bei einem Unfall so schwer verwundet wird, daß er sich nicht mehr bewegen kann, fordert er seine Frau auf, sich einen Liebhaber zu nehmen, damit sie auf die körperliche Verbundenheit, die er ihr zu geben nicht mehr in der Lage ist, nicht missen muß und von ihren Erfahrungen mit den Liebhabern soll sie ihm erzählen.
    Bess ist naiv, sehr naiv. Sie ist davon überzeugt, daß Jan und sie füreinander bestimmt sind, sie ist davon überzeugt, daß sie mit Gott persönlich kommunizieren kann und sie ist ebenso davon überzeugt, daß sie das Richtige für ihren Mann tut, wenn sie mit anderen Männern schläft.
    Da Bess Gott darum gebeten hat, daß Jan von der Bohrinsel zurückkehrt (was er ja - im gelähmten Zustand - auch tat), fühlt sie sich enorm schuldig und obwohl ihr Freunde und Familie raten, sich nicht auf so etwas einzulassen, ist sie bereit alles für ihren Mann zu tun, auch wenn es noch so abartig erscheinen mag. Aber in einem Dorf wie diesem kann deratiges nicht glücken, muß eine solcher Frevel in den Augen der Kirche, gesühnt werden. Bess rennt blind in ihr Verderben...


    "Breaking The Waves" ist ein Melodram alter Schule mit ungewöhnlichen filmischen Mitteln eingefangen. Man kann mit Bess mitfühlen, auch wenn man sie nicht wirklich verstehen kann. Lars Von Trier gibt dem ganzen eine wahnsinnig ergreifende, vollkommen kitschlose Dramatik, die so nachvollziehbar von den grandiosen Darstellern zum Tragen kommt, daß man absolut mitleidet und ich kann sagen: Man leidet überwiegend. Bess ist so kindlich naiv, so überzeugt von dem, was sie tut, obwohl sie mit den Konsequenzen nicht rechnet. In einer Welt wie dieser Kleinen, in der Bess und Jan leben, gibt es kein Verständnis für eine Liebe, die größer und stärker ist, als jede vorgeschriebene Moral und jede Sittlichkeit. Aber Bess versteht auch nicht, was da geschieht, als sie plötzlich vom Gottesdienst ausgeschlossen wird, als Kinder über sie lachen und sie mit Steinen bewerfen, wenn hinter ihrem Rücken über sie geredet wird und man sie als Hure beschimpft. Die überragende Shakespeare-Darstellerin Emily Watson gibt dieser personifizierten Naivität ein Gesicht und schafft es auf einmalige Weise, diese Person ganz nah an den Zuschauer heranzubringen. Egal ob Bess mal glücklich ist oder die andauernde Pein sie nach und nach zur Selbstaufgabe zwingt: Emily ist Bess und lebt diese Figur, die nicht weiß, was sie wirklich tun soll, als die Welt über ihr zusammenbricht. Eines weiß sie aber ganz sicher; sie liebt Jan über alles. Und diese übergroße Liebe hat keinen Platz, weil sie so ungewöhnlich und bizarr ist, daß sie zu fremd wird, für die Kleinbürger, die Kirchenvertreter und selbst für die engsten Freunde Bess'. So führt diese vollkommen bedingungslose Liebe Bess zur Verzweiflung, zur Selbstaufgabe und in den Tod.
    Diesem gigantischen, fast 160 Minuten langen, ungeheuer quälenden Melodram schenkt Lars von Trier wieder eine künstlerisch anmutende Intimität, indem er zum Beispiel auch die erotischsten und freizügigsten Szenen zwischen Bess und Jan oder Bess und einem ihrer Liebhaber tabulos mit der Handkamera ganz nah einfängt und involviert so den Zuschauer auf extrem intensive Weise in die Schicksale der Protagonisten. In der allerletzten Szene des Filmes gewährt dieser Kinomagier mit einer einzigen Kameraeinstellung dem Zuschauer eine endlos wohltuende Erlösung, die selbigem später in "Dancer In The Dark" verwährt bleiben sollte; schlicht genial und atemberaubend: Eine Filmsinfonie, komponiert zwischen endloser Liebe, Verzweiflung, Leid und Tod, inszenatorisch wie immer hochinteressant, klischeelos und ungewöhnlich, überragend gespielt und mit kraftvollen und hervorragenden Bildern eingefangen!

    Filmkritiken:

    Frankfurter Rundschau: Die Inszenierung hat die Wucht und Geschlossenheit eines bizarr grundierten Melodrams ... Triers Verschmelzung von Liebe und Wahn, Tod und Religion zwingt einen fast wider Willen auf einen seltsamen Trip. Man merkt es erst, wenn man schon mittendrin ist. Darin liegt das Rätsel und zugleich das geheime Kraftzentrum dieses außerordentlichen Films.

    Stuttgarter Zeitung: Eine enorme, bergmanesk schaudervolle Geschichte, grandios gefilmt in schottischer Berg- und Meerwelt, mit breitwandzerfetzenden Reißschwenks und einer Schauspielerin, wie sie verzückter, schreiender in ihrem Liebesrasen kaum vorstellbar ist: Emily Watson.

    Neue Zürcher Zeitung: "Breaking The Waves", ein großes, zweieinhalbstündiges Melodram. Die hinreißende Emily Watson, die in diesem Film das erstaunlichste Debüt gibt, das wir seit langem gesehen haben.






    Lieber Thomas, auch bei schwacher Konkurrenz gewinnt ein grottenschlechter Film keine 38 internationalen Filmpreise, darunter den "Großen Preis Der Jury" in Cannes, den "Cesar" und drei "Europäische Filmpreise".
    Vielleicht schaust du dir den Film noch einmal an, bevor du ein von banaler Subjektivität geprägtes Review verfasst... danke! Oder vielleicht bleibst du auch einfach besser bei dem hochanspruchsvollen, schwer zugänglichen, handlungstechnisch ja so gelungenen und nachdenklich stimmenden "Armageddon"... (bitte nicht persönlich nehmen, aber so ein brachialer Mainstream-Fanatismus stört mich schon ein wenig)...





    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: LesterBurnham am 2001-04-19 15:20 ]</font>

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: LesterBurnham am 2001-04-19 15:46 ]</font>

  3. #3
    Regisseur
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    Breaking the Waves

    Ich bin doch kein Mainstreamfanatiker. Bin ich niveaulos, weil ich Filme die aus Hollywood kommen nicht sofort verachte? Wohl kaum. Und man kann mir auch nicht vorwerfen, ich könne mit Independent Filmen prinzipiell nichts anfangen. Obwohl ich Lars von Trier nun überhaupt nicht leiden kann und mir Björks Musik nicht gefällt halte ich "Dancer in the Dark" zum Beispiel für einen guten Film. "Breaking the Waves" fand ich im Gegensatz dazu einfach furchtbar übelst und das nicht etwa deswegen weil ich grundsätzlich was gegen diese Art von Film habe, sondern weil ich ganz speziell diesen Film miserabel fand. Ich bin mir bewußt, daß dieser Streifen sehr viele Preise und Auszeichnungen erhalten hat, aber deswegen werde ich mir doch trotzdem noch meine eigene Meinung bilden dürfen. Ich weiß, wenn man irgendwelchen Autoren der Süddeutschen oder der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach dem Mund redet, dann ist man immer auf der sicheren Seite, denn schließlich haben die Journalismus studiert und sind intellektuell, die müssen ja wissen was Kunst ist und was nicht. Ich bevorzuge es jedoch, mir meine eigene Meinung zu bilden und wenn die sich von der Masse unterscheidet bin ich bereit sie trotzdem zu vertreten.

    Ich möchte mal Bezug zum Film nehmen. Zunächst einmal verleben Bess und Jan ihre ersten Ehe-Tage glücklich miteinander, doch dann muß Jan wieder auf die Bohr-Insel. Ab diesem Zeitpunkt haben die beiden dann keinen gemeinsamen Sex mehr und obwohl eben jener ein ganz wichtiger Bestandteil ihrer Beziehung gewesen sein soll (weswegen Jan ja unbdingt will, daß sich Bess einen Liebhaber sucht) kam das in der ersten halben Stunde einfach nicht rüber. Ich habe noch nie zwei so gelangweilte Gesichter beim Sex gesehen. Allein schon der Entjungferungs-Hochzeits-Stand-in zwischen Tür und Angel. Bei den beiden hat Sex stets wie eine Pflichtveranstaltung ausgesehen und nicht wie etwas das ihnen Freude bereitet. Sowas wie Leidenschaft war hier nicht zu erkennen. Und dann als Jan den Unfall hat, heißt es sofort (also nicht etwa nach ein paar Monaten oder Jahren ohne Sex): Du, Bess ich will daß Du Dir einen Liebhaber suchst. Darauf baut die ganze Tragödie des Films auf und für mich als Zuschauer war das absolut unverständlich.

    Dann ist es ja auch nicht so, daß Bess sich einen Liebhaber nimmt, sondern sie hurt in der ganzen Stadt rum. Läßt sich von allem und jedem nageln das grad zufällig in der Nähe ist, "überfällt" ahnungslose Männer in öffentlichen Verkerhsmitteln indem sie sich zu ihnen setzt und einfach mal so einen runterholt. Bess ist zwar eine ganz naive, aber daß sie als gottesfürchtige Kirchengängerin auf einmal so vom Weg abkommt ist schon wieder nicht nachvollziehbar gewesen.

    Aber kommen wir mal zum wirklich lächerlichen Part: Zwei Stunden liegt jan im sterben. Ständig eine neue Operation. Die Ärzte rechnen jeden Tag damit, daß er abkratzt. Gelähmt wird er ein Leben lang bleben. Doch JUST IN DEM MOMENT in dem Bess sich von zwei Psycho-Seefahrern vergewaltigen und misshandeln läßt und einen ziemlich unschönen Tod stirbt, da kann der Mann auf einmal wieder Laufen!!! Und warum? Damit er um seine Bess trauern kann. Damit er sich Vorwürfe machen kann. Damit man als niveauvoller Zuschauer sagen kann: Das war Ironie des Schicksals. Ich bitte Dich, Lester! Das ist doch eine absolut dünne und lächerliche Handlungswendung. Das ganze macht nur dann Sinn, wenn man davon ausgeht, daß Bess tatsächlich Kontakt zu Gott hatte, daß sie nicht verrückt war, daß ihr Herumhuren tatsächlich jans Leben gerettet hat. Nur wenn das der Fall ist, dann haben wir ein 159 Minuten langes Märchen gesehen und obwohl ich nicht viel von Trier halte, so gestört ist er dann doch nicht.

    Okay, also die Handlung driftet meines Erachtens gegen Ende ins Absure über. Kommen wir zu den Figuren. Da haben wir also eine naive, völlig durchgeknallte Gläubige, die sich sexuellen Exszessen hingibt weil sie glaubt das würde irhem Mann das Leben retten und auf der anderen Seite haben wir ein blödes Arschloch, dem der Geisteszustand seiner Frau bewußt ist und sie quasi mutwillig ins Verderben bzw in den Tod treibt. Tut mir leid, aber ich kann als Zuschauer mit keinem von beiden wirklich mitfühlen und identifizieren kann ich mich erst recht mit niemanden. Die unnahbare Inszenierung von Lars von Trier macht es dann nochmal um einiges schwieriger Zugang zu den Figuren zu finden. Und wenn Jan dann am Ende seine Frau auf See bestattet und sich die Augen ausweint, dann läßt mich das völlig kalt. Er hat doch Schuld an dem ganzen Drama, da werd ich doch jetzt nicht mit ihm fühlen.

    All diese Dinge haben dazu geführt, daß mich weder die Geschichte noch die Charaktere interssiert oder angesprochen haben und mich die ganze Thematik furchtbar kalt gelassen hat. Dabei hat sich Emily Watson echt die Seele aus dem Leib gespielt. Die Frau war einfach phänomenal klasse. Ich glaube wenn hier ein talentierter Regisseur zu Werke gewesen wäre, hätte aus "Breaking the Waves" ein Film werden können, der das ganze Lob auch wirklich verdient hat.

  4. #4
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    Breaking the Waves

    Als erstes möchte ich mich dafür entschuldigen, daß ich oben eventuell eine Nummer zu persönlich geworden bin, das habe ich nicht gewollt und generell respektiere ich auch andere Meinungen, du aber machst den Film schlecht an sich schlecht und sagst nicht einfach, daß er dir nicht gefallen hat. Es gibt auch einige hervorragende Filme, die ich nicht gut finde, an deren Klasse ich aber nicht zweifle.
    Die Pressestimmen habe ich nur angeführt, damit auch andere Meinungen des Filmes zum Tragen kommen und nicht, weil ich denen nach dem Mund reden würde, was ich garantiert nie tue...

    Ich denke aber, daß du den Fehler machst, daß du dir den Film und seine psychologische Seite zu simpel vorstellst. Bess ist zwar gottesfürchtig, aber gerade durch ihre Liebe zu Jan und ihrer Gottesfurcht, entsteht ein innerer Konflikt, den sie nicht wirklich bewältigen kann, was man daran sieht, daß sie sich andauernd bei Gott zu rechtfertigen sucht und daran, daß sie immer dieses ungeheuer Unsichere an sich hat. Von daher finde ich das keineswegs unglaubwürdig. Die Figur von Jan fand ich auch schwierig zu begreifen, aber ich denke, daß er letztlich doch kein Unmensch ist. Viel mehr versucht er wohl auch seiner Frau etwas Gutes zu tun, da er ihr den Sex und die körperliche Nähe nicht mehr geben kann, er aber auch nicht will, daß sie (die sie im Puncto Sex vollkommen unerfahren war - deswegen auch die Regungslosigkeit und Freudlosigkeit, die du angesprochen hast) vollkommen nun auf die körperliche Liebe verzichtet. Dass Bess letztlich "rumhurt" liegt daran, daß sie keinen wirklichen Liebhaber findet und sie doch nicht allein von körperlicher Liebe leben kann, was sie aber versucht. Bess braucht auch eine wirkliche Liebe hinter dem Sex und sucht diese in ihrer Naivität auch bei ihren Liebhabern verzweifelt.
    Somit erhebt sich die psychische Komplexität des Streifens auf ein Level, das auch uns normalen Menschen - wie dir und mir, nahezu ebenso wie den Dorfbewohnern aus dem Film - fremd ist.

    Warum wird Jan zum Schluß geheilt? Darauf kann ich eigentlich nur mit einer Gegenfrage antworten und zwar: Warum nicht? So etwas gibt es auch im wirklichen Leben und warum sollte es nicht auch in einem vorkommen, auch wenn es unwahrscheinlich und eher selten ist. Ich halte dieses häufige Gerede um "Absurdität" für eine Missachtung durchaus vorhandener, realer Zustände.


    Ein letztes Wort von mir noch zu Lars von Trier: Ich persönlich kann mir für einen Film wie diesen keinen besseren Mann auf dem Regiestuhl vorstellen, denn dieser Film ist ebenso ungewöhnlich und außerordentlich wie der Regisseur selber und von daher auch für die meisten (oder besser viele) Menschen unbegreiflich...

  5. #5
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    ...du aber machst den Film schlecht an sich schlecht und sagst nicht einfach, daß er dir nicht gefallen hat...
    Das machst du auch nicht! Und du gehts sogar ein Schritt weiter und bestehst noch darauf das manche von mir oder von anderen genannten Filme schlecht sind! Beispiel gefällig: ConAir!
    Wenn wir solche Umgangsformen von anderen verlangen sollte man slebst mit gutem Beispiel voran gehen!
    Stimmts Lester?
    Verpasst du auch einem Mann eine Fussmassage?

  6. #6
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    Okay, 1:0 für dich... diese Argumentation ziehe ich zurück... :wink:

    P.S.: Wir können ja auch heute um 19:00 Uhr im Chat weiterdebattieren!



    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: LesterBurnham am 2001-04-20 14:15 ]</font>

  7. #7
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    Ich hab heute was vor, aber wenn ich rechtzeitig da bin gerne!
    Verpasst du auch einem Mann eine Fussmassage?

  8. #8
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    Als erstes möchte ich mich dafür entschuldigen, daß ich oben eventuell eine Nummer zu persönlich geworden bin, das habe ich nicht gewollt.
    Na, akzeptiert.

    Somit erhebt sich die psychische Komplexität des Streifens auf ein Level, das auch uns normalen Menschen - wie dir und mir, nahezu ebenso wie den Dorfbewohnern aus dem Film - fremd ist.
    Mir gefallen eben Filme besser bei denen ich wirklich nachvollziehen kann was die Figuren fühlen, denken und warum sie wie handeln. Ich bin gern mitten drin und laß mich von der Geschichte und den Charakteren tragen. Bei diesem Film saß ich nur daneben und hab zugeschaut und es hat mich wirklich alles kalt gelassen. Mir war ganz egal, was mit Bess und Jan passiert oder wie die Geschichte zu Ende geht. Das lag meines Erachtens an der teilweise nicht nachvollziehbaren Handlung und an Triers Inszenierung. Es gibt Filme die ziehen den Zuschauer in ihren Bann, lassen ihn bis zum Schluß nicht mehr los und zwingen ihn sich danach mit dem Thema auseinderzusetzen. Bei "Breaking the Waves" war das nicht so, da gabs einfach keine Connection zwischen Figuren und Zuschauern, da gabs kein miterleben und es war sehr schnell klar worauf der Film am Ende hinauswill. Das führt unweigerlich zu langeweile, in dem speziellen Fall zu Kopfschmerzen.

    Warum wird Jan zum Schluß geheilt? Darauf kann ich eigentlich nur mit einer Gegenfrage antworten und zwar: Warum nicht? So etwas gibt es auch im wirklichen Leben und warum sollte es nicht auch in einem vorkommen, auch wenn es unwahrscheinlich und eher selten ist. Ich halte dieses häufige Gerede um "Absurdität" für eine Missachtung durchaus vorhandener, realer Zustände.
    Es ist sicherlich nicht unlogisch oder völlig unmöglich, das so etwas passiert. Trotzdem hab ich mich in dem Moment als Zuschauer verarscht gefühlt. Ich gehöre auch zu den Leuten die es nicht ausstehen können, wenn beispielsweise in einem Thriller zwei Cops zwei Stunden lang allemöglichen Beweise und Indizien sammeln, Zeugen verhören und sich den Kopf über die Motivation des Killers zerbrechen und dann 10 Minuten vor Schluß den bösen Psychokiller zufällig auf der Straße treffen, erkennen, verfolgen, verhaften und Film aus. Das ist rein theorethisch auch nicht unmöglich und trotzdem wirkt es so als wäre dem Autor nichts besseres eingefallen.

  9. #9
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    Breaking the Waves


    Mir gefallen eben Filme besser bei denen ich wirklich nachvollziehen kann was die Figuren fühlen, denken und warum sie wie handeln. Ich bin gern mitten drin und laß mich von der Geschichte und den Charakteren tragen. Bei diesem Film saß ich nur daneben und hab zugeschaut und es hat mich wirklich alles kalt gelassen. Mir war ganz egal, was mit Bess und Jan passiert oder wie die Geschichte zu Ende geht. Das lag meines Erachtens an der teilweise nicht nachvollziehbaren Handlung und an Triers Inszenierung. Es gibt Filme die ziehen den Zuschauer in ihren Bann, lassen ihn bis zum Schluß nicht mehr los und zwingen ihn sich danach mit dem Thema auseinderzusetzen. Bei "Breaking the Waves" war das nicht so, da gabs einfach keine Connection zwischen Figuren und Zuschauern, da gabs kein miterleben und es war sehr schnell klar worauf der Film am Ende hinauswill. Das führt unweigerlich zu langeweile, in dem speziellen Fall zu Kopfschmerzen.
    Gut, ich denke nicht, daß wir da noch auf einen Nenner kommen, da ich den Film vollkommen anders und als sehr ergreifend empfunden habe...

  10. #10
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    Breaking the Waves

    Dachte ich's mir doch, daß es ein Topic zu diesem Film gibt! :wink:

    aaaalso: ich hab ihn gestern abend auf Video gesehen und...was soll ich sagen? lange, lange war ich nicht mehr so bewegt bei einem Film. "Breaking The Waves" ist ein wahres Meisterwerk. die schauspielerische Leistung aller Darsteller, allen voran Emily Watson ist phänomenal!

    tiefsinnig, roh, poetisch - das ist "Breaking The Waves".

    ich wollte noch was zu der Tatsache sagen, das Jan am ende geheilt wird.
    ich hab das so verstanden:
    das vorletzte Kapitel des Films heißt doch: „Bess's Sacrifice“ (Bess's Opfer). Kurz bevor sie zu den Seeleuten auf das Boot fährt, hat sie Dodo darum gebeten, für Jans Leben zu beten, für ein Wunder. Während Bess auf dem Boot ist, geht Dodo zu Jan und tut genau das, sie bittet um sein Leben.
    Anschließend wird Bess tödlich verletzt ins Krankenhaus eingewiesen und stirbt. Sie hat ihr Leben für das von Jan eingetauscht. Wie sonst sollte „Bess’s Opfer“ zu verstehen sein?
    Sogesehen der größte Liebesbeweis denn sie hätte bringen können. Dafür spricht auch, daß sie die Gegenwart Gottes während der Fahrt auf das Schiff endlich wieder gespürt hat und mit ihm "sprach". Zugegeben, daß ist eine sehr religiöse/märchenhafte Interpretation des Schlusses. sie wird aber durch die mysteriösen Glocken am Ende des Films unterstützt und stellt einen wunderschönen Kontrast zu der ansonsten fast schon Naturalistischen Inszenierung dar.

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