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Thema: Angela's Ashes

  1. #1
    Statist
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    Angela's Ashes

    Ich nehme mir hier mal die Freiheit und eröffne das Topic „Angela’s Ashes“. Ich denke da haben sich viele Leute einiges zu sagen und ich werde mal die Kugel ins Rollen bringen:

    Für mich ist der Film stinklangweilig und somit schlecht. Die Handlung ging mir total auf die Nerven. Es stirbt ein Kind – macht nix – in kürze gibt es wieder Nachwuchs. Ebenso versäuft der Vater x-mal die Ersparnisse oder haut ab, aber hinterher ist ihm wieder verziehen. Ich glaube es gibt viele andere und vor allem bessere Wege einen Film über das Leben armer Leute in Irland zu drehen.

    Ihr mögt sagen Tost ist ein Vollidiot und hat den Film nicht kapiert – nix da. Ich stelle mal die waghalsige These auf, dass es der Film nicht schafft, dem Zuschauer das Thema nahe zu bringen. Dies begründe ich damit, daß alle, die das Buch gelesen haben, auch vom Film begeistert waren. Andererseits wurden alle, die nur den Film gesehen haben, gelangweilt. Das liegt dann wohl daran, daß der Film alleine nicht funktioniert.

    MfG
    Tost

  2. #2
    Zuschauer
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    Angela's Ashes

    Guten Tag Herr Straßer,
    ich fand "Angela's Ashes" auch ziemlich schlecht. Nicht, weil ich ihn etwa langweilig oder vom Thema her uninteressant gefunden hätte. Nein, das hatte andere Gründe. Wie sie vielleicht schon bemerkt haben, komme ich aus Irland. Ich wurde sehr katholisch erzogen und bin auch heute noch sehr gläubig. In diesem Film wird Gläubigkeit und Gottvertrauen als altmodisch und eine Qual, gläubige Menschen als lächerlich dargestellt. Man gewinnt den Eindruck, ganz Irland lebe in einem einzigen Slum und auch das gängige Vorurteil, alle männlichen Iren kämen, erst Stunden nach Dienstschluss, betrunken nach Hause, nur um ihre Familie zu schlagen, wird als absolut zutreffend bestätigt. Damit ist der Film für mich fast unerträglich klischeehaft geworden.
    all the world's a stage, and all the men and women merely players: they have their exits and their entrances; (As you like it) are you not entertained? (Gladiator)

  3. #3
    Statist
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    Angela's Ashes

    Nigel...
    Angelas Ashes ist ja die Autobiographie von Frank McCourt und Autographien sind nun mal subjektiv. Der Film stellt aber auch klar dass nicht ganz Irland so arm und heruntergekommen ist wie das Viertel in Limerick wo er groß geworden ist; Franks Freundin Therese (die die an Schwindsucht stirbt)stammt ja auch aus besserem Hause.
    Am Ende des Films beichtet Frank auch und ich denke er ist durchaus gläubig, wenn auch nicht kirchenfromm gewesen! Er hatte als Kind einfach andere Probleme und Sorgen und Interessen als sich intensiv mit seinem Glauben zubeschäftigen!
    mundus vult decipi

  4. #4
    Statist
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    Angela's Ashes

    Hat eigentlich einer von euch auch "'Tis" gelesen das andere Buch von Frank McCourt, über seine Zeit in den USA? Und sein Bruder Malachy McCourt hat auch zwei Bücher über sein Leben geschrieben, er schreibt aber sehr anders als Frank und gerade sein erstes Buch ist anstrengend zu lesen.
    mundus vult decipi

  5. #5
    laertes
    Gast

    j.w.

    nur mal nebenbei (und um einen 'link' zum plauderecke-forum [stichwort: filmmusik-composers] zu setzen): john williams' (leider nicht mehr erhältliche) musik zu angela's ashes gefällt mir sehr gut. ein schöner, verträumter, leicht melancholischer score. so, wie ich mir den film allein aufgrund der musik vorstelle, scheint es doch besser, ihn selbst lieber nicht zu sehen, um diesen eindruck nicht wieder zu zerstören...

  6. #6
    Regisseur Avatar von Julia
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    Angela's Ashes

    Zitat Zitat von the talented Miss Ripley
    Hat eigentlich einer von euch auch "'Tis" gelesen das andere Buch von Frank McCourt, über seine Zeit in den USA? Und sein Bruder Malachy McCourt hat auch zwei Bücher über sein Leben geschrieben, er schreibt aber sehr anders als Frank und gerade sein erstes Buch ist anstrengend zu lesen.

    Ich habe beide Bücher gelesen und fand sie beide sehr nah und gut vorstellend beschrieben. Einfach klasse!

    Julia

  7. #7
    Nebendarsteller
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    Re: Angela's Ashes

    Ich fand den Film eigentlich nicht so schlecht, aber um das Buch ist um Längen besser wie der Film, obwohl sich der Film ziemlich an das Buch gehalten hat.

    Ich glaube es gehört eben zu der Zeit, daß das Kindersterben "alltäglich" war, und natürlich gabs Nachwuchs am laufenden Band - bis die Frau entweder zu alt war oder verstorben ist - bei den Katholiken war eben jede Verhütung verpönt und wurde ihnen eingeredet, dafür ewig in die Hölle zu kommen.


    EDIT: Jetzt hab ich doch glatt geschrieben, der Film ist besser wie das Buch - muß natürlich umgekehrt sein!!!!
    Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich;
    jede unglückliche Familie hingegen auf ihre besondere Weise unglücklich.
    (aus Anna Karenina)

  8. #8
    Regisseur Avatar von ric-dee
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    Angela's Ashes

    Zitat Zitat von Tost
    Ich stelle mal die waghalsige These auf, dass es der Film nicht schafft, dem Zuschauer das Thema nahe zu bringen. Dies begründe ich damit, daß alle, die das Buch gelesen haben, auch vom Film begeistert waren. Andererseits wurden alle, die nur den Film gesehen haben, gelangweilt. Das liegt dann wohl daran, daß der Film alleine nicht funktioniert.
    Tja, dann bin ich wohl eine Ausnahme! Aber huch! Da fallen mir auch gleich zwei Freunde ein, denen gehts genauso...Hm..komisch! :wink:
    Mich hat der Film, auch ohne das Buch vorher gelesen zu haben, vollkommen in seinen Bann gezogen! Er ist für mich einfach ein sehr gutes Beispiel für gelungenes und bewegendes Erzählkino.
    Ein herrausragender Film! Schade, dass sich die positive Resonanz dazu hier in Grenzen hält.

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