Hui, das war eine wirklich schöne Auffrischung eines mir bereits bekannten Films unter vielen neuen, positiven Eindrücken. Eigentlich hatte ich den 1er als leicht unausgewogenen Hybriden aus einem semi-robusten De Palma Thriller und überzogenen Action-Szenen abgespeichert. Das kam mir jetzt aber doch alles um einiges stimmiger, regelrecht großartig, vor.

In den ersten Bildern, etwa Emilio Estevez, der in Großaufnahme und unter film grain den Hacker mimt, musste ich mir erst mal vergegenwärtigen, wie alt der Film mittlerweile geworden ist. In Verbindung mit dem älteren Cast und der fast schon hanebüchen Unbekümmertheit der Ensemble-Dynamik war das alleine schon aus Gründen der Nostalgie ein äußerst angenehmer throwback in das Hollywood-Kino der 90er à la Sneakers. Mit dem in Nebel getauchten Prag greift der Film sogar noch weiter zurück und macht einen stimmungsvoll inszenierten Abstecher ins Noir-Genre. Dagegen scheinen mir im Kontrast die damals aufwändigen Action-Szenen schon ein wenig das spätere, ihm folgende, technisch hoch versierte Action-Kino anzudeuten. Ich finde zB die Szene in der der Helikopter dem TGV in den Tunnel nach fliegt, gibt schon einen leichten Vorgeschmack auf die speziell hochwertig trickgesteuerten Action-Szenen ab, die sich wohl später 1999 mit Matrix endgültig im US-Kino zementierten.
Und dann ist da noch ganz grundsätzlich De Palma's meisterhafte Führung der Heist-Szenen. Es ist schon witzig, wie hier die Regeln der Spannungskurve beim Hack in den CIA-Rechner unverblümt per voice-over vorformuliert und per 'pre-enactment' auch vorvisualisiert werden. Und einem dann als Zuschauer trotzdem der Atem stockt, wenn Ethan Hunt immer kurz vor dem physischen oder akustischen Kontakt mit den set-pieces steht. Kinda genius.

Überraschend starker Einstieg in die Filmreihe, wenn auch vielleicht mit einem großen Nostalgie-Bonus, denn ich hatte den Film mit 14 Jahren damals im Kino gesehen und das zugehörige N64-Spiel rauf und runter gezockt (das in meinen Augen kriminell unterbewertet wurde).