Séparez-vous!! Les filles à gauche, les gars à droite.


Ein von der Wirkung her ähnlicher Schlag in die Magengrube wie Incendies. Dass das ganze auf einem so vorgefallenen Amok-Lauf in Québec beruht, macht den Film nur noch unangenehmer zu betrachten. Da fällt es schon etwas schwer zu sagen, dass Polytechnique super schön gefilmt ist, mit einem s/w-Kontrast, der dem Schnee und den Hallen eine auffällige Form verleiht (ganz famos die letzte Fahrt kopfüber - sowie generell einnehmende Perspektiven).
Nachdem ich mich nun auf Wikipedia sehr oberflächig über den Vorfall informiert habe, bin ich mir letztendlich nicht sicher, ob ich Villeneuve's Herangehensweise unbedingt passend finde. Laut eigenem Zeugnis des Täters sollen die Morde Anti-Feministisch motiviert gewesen sein. Dafür sprechen dann auch leider die Opfer - 14 Frauen. Ich denke aber wenn ein Einzeltäter einen Amok-Lauf begeht, dass es die Tat eines Wahnsinnigen darstellt. Ob der in seinem Manifest nun Frauen, Ausländer oder andere Gruppen an den Pranger stellt, und dieses völlig losgelöst von einer gesellschaftlicher Akzeptanz verläuft, dass die eigens deklarierten Motive eigentlich nur in dem kranken Verstand des Täters eine Rolle spielen können. Vielleneuve sieht das anscheinend anders und beleuchtet eine seiner Hauptfiguren unter dem Gender-Konflikt (in Bezug auf einen Männer dominierten Beruf). Ich finde das etwas heikel, denn irgendwo werden so die behaupteten Motive eines kranken Menschen beim Wort genommen. Vielleicht kann man diese Annäherung aber auch nur als Kanadier, also enger betroffenen und der Gesellschaft sowie dem folgenden Medien-Diskurs beiwohnend, so richtig nachvollziehen.
Sensibler und dennoch harter Film. Keine leichte Kost...