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Thema: Exodus: Gods and Kings (Exodus: Götter und Könige)

  1. #1
    Statist Avatar von Sam Trautman
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    Exodus: Gods and Kings (Exodus: Götter und Könige)

    Originaltitel Exodus: Gods and Kings
    Produktionsland Vereinigte Staaten
    Vereinigtes Königreich
    Länge 150 Minuten
    Altersfreigabe FSK 12

    Stab
    Regie Ridley Scott
    Drehbuch Steven Zaillian
    Jeffrey Caine
    Bill Collage
    Adam Cooper

    Produktion Ridley Scott
    Peter Chernin
    Mark Huffam
    Michael Schaefer
    Jenno Topping
    Musik Alberto Iglesias

    Kamera Dariusz Wolski
    Schnitt Billy Rich


    Ridley Scott erzählt uns in seiner fast drei stündigen Bibelstunde nicht nur die Geschichte des Mose, der erst mit dem Pharao Stress bekommt und dann sein Volk befreien muss sondern wendet dabei auch den gleichen Trick an mit Hilfe dessen der größte Club der Welt seit Jahrtausenden überlebt und Mitglieder generiert.

    Exodus: Götter und Könige erzählt mal mehr mal weniger frei die Geschichte des Moses und dessen vermeintlichen Bruder Ramses, dem Pharao. Die klassische Bibel Story, die wir auch schon aus Filmen wie Die Zehn Gebote oder Moses kennen, nur mit besseren Schauspielern und mehr epicness. Was Exodus mit dem größten Club der Welt gemein hat, wird einem schnell klar in der ersten halben Stunde des Films. Die Kirche im Allgemeinen beeindruckt gern seit ihrer Entstehung mit riesigen Bauten, wunderschönen Kirchen oder Gebäuden und einschüchternder Größe. Dies wirkt auf Menschen. Lässt sie vor Ehrfurcht erstarren und ins Gotteshaus wandern, Sonntag für Sonntag, Predigt für Predigt. Scott macht im Prinzip das gleiche und klatscht dem Zuschauer eine mega Einstellung nach der anderen vors Auge inklusive imposantem 3D. Da eine mega Statue, dort in Großaufnahme Ägypten aus der Vogelperspektive. CGI auf höchstem Niveau, nimmt man nur mal die wunderbare Szene mit den Krokodilen. Hier wird alles aufgefahren und wirkungsvoll ins Szene gesetzt. Doch was ist wenn man sich erst einmal satt gesehen hat? In der Kirche würde die Predigt kommen, hier müssen die Schauspieler predigen bzw. schauspielern um den Zuschauer bei Stange zu halten.

    Und genau hier liegt der Hund begraben. Sobald die Schauwerte in den Hintergrund rücken und man sich der Geschichte widmet, die erzählt wird kehrt schnell Langeweile ein. In der Kirche liegt der Job beim Prediger den Zuhörer zu faszinieren oder zum Nachdenken an zu regen. Hier liegt es in den Händen des Bale (Moses) und dessen unbekannten Partner Kautz (Ramses).

    Bale vollzieht mal mehr mal weniger glaubhaft die Wandlung vom Prinzen Schönling zum Rebellenführer aber selbst im entscheidenden Moment als er einmal anführen muss um die Massen zu mobilisieren, wirkt er wenig mit reisend. Würde der Film einmal ohne Ton gezeigt und man musste sich die Worte denken, die aus seinem Munde fließen, würde es sich in etwa so anhören.

    ´´Wenn ihr Bock habt könnt ihr ja mitkommen durchs Meer, ich gehe erstmal vor, wer will kann ja mit.´´

    Wenn man sich einmal zurück erinnert wie bei Scotts früheren Werken die Anführer aussahen die zum Wiederstand aufriefen und man jetzt den Anführer schlechthin Moses nimmt kann man nur vom Glauben abfallen und das Wort wörtlich. Wäre man noch in Ridley Scotts Klassiker Gladiator, Russell Crowe aka Maximus bis in den Tod gefolgt, hat man für Moses nicht mal mehr ein müdes Lächeln übrig. Scott inszenierte in Gladiator alle seine Charaktere mit Gewicht und einer epicness, die keiner der Rollen in Exodus nur ansatzweise hat. Denkt man nur an Sir Ben Kingsley der im Film einfach nur untergeht und hinter seinem Buschido Bart keinerlei Chancen hat den Zuschauer ab zu holen. Es wirkt fast so als sei er nur da um da zu sein. Bale als ultimativer Führer namens Moses wäre wohl damals keiner gefolgt.

    Allgemein dürfen im Film nur Ramses und Moses mehr als drei Sätze am Stück von sich geben. Der Film besteht praktisch nur aus Nebendarstellern, die ihren Satz aufsagen dürfen nur um dann wieder zu verschwinden. Sie bringen die Handlung jeweils immer ein Stückchen voran aber mehr auch nicht. Gerade aber die Nebendarsteller sind das Salz in der Suppe, nur in Exodus bleiben sie nur Sprechrollen ohne Mehrwert. Scott schafft es nicht Charaktere zu erschaffen die einem im Gedächtnis bleiben. Niemand erinnert sich nach dem Abspann ,um beim Vergleich zu bleiben, an den Prediger sondern man erinnert sich an tolle Bauwerke, Specialeffects und Großaufnahmen. Wobei es in der Bibel geradezu wimmelt von faszinierenden Gestalten und Ereignissen.

    Trotz der langen Predigt die uns Scott verkündet, hat man ständig das Gefühl, was verpasst zu haben wenn man kurz blinzelt. Moses ist mal hier mal da, mal ist er Prinz dann wird er verbannt. Aufgeteilt in zwei Predigten hätte dem Film gut getan. Zugute halten muss man Scott aber unbedingt, dass er sich zwar viele Freiheiten nimmt bei der Erzählung seiner Predigt in Bezug auf die Bibel aber er hat aus Moses nicht einen durch Fanatismuss zerfressenen, getrieben Verrückten gemacht wie Arranofsky aus Noah. Scott bleibt aber gerade bei den Fragen zum Glauben immer auf Distanz und beantwortet sie auch nicht. Er macht es sich einfach und stellt erst gar keine. Niemand hinterfragt Moses, niemand unterhält sich mit ihm über seine Motivation. Ein paar Dialoge über dieses Thema fehlen dem Film.

    Einer der größten Kritikpunkte fängt sich Scott damit ein, keinen besonderen Score für seinen Film gefunden zu haben. Wer kennt nicht die epischen Klänge aus Gladiator? In der Kirche in der gepredigt wird ist immer auch die Musik ein entscheidendes Detail auf das die Menschen Wert legen. Und ohne Musik oder den Gesang hat keiner so richtig Freude beim Gang ins Clubhaus. Scotts Predigt hört man sich zwar an aber was einem im Gedächtnis bleib ist der beeindruckende Raum in der sie gehalten wird, nicht aber der Inhalt oder wer sie verkündet.

  2. #2
    Bob
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    AW: Exodus: Götter und Könige

    Mit was für einer Erwartungshaltung geht man in seinen solchen Film? Ich hatte nur kurz ein Poster am Bahnhof gesehen und da war mir schon alles klar. Ridey Scott + Kostüme, also sein x-ter Gladiator-Abklatsch, mit einem mies gelaunten Bale als Zugpferd, dann auch noch biblisch und wahrscheinlich geht er drei Stunden bis auf DVD die noch langweiligere extended rauskommt. Konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wer sich das freiwillig antun sollte.
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  3. #3
    Statist Avatar von Sam Trautman
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    AW: Exodus: Götter und Könige

    Ich wollte ihm nochmal die Chance geben, zu mal er ja mit dem Counselour einen mega Film gedrht hat. Der hoer war aer nichts. Schade daraus hätte man was machen künnen.

  4. #4
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    AW: Exodus: Götter und Könige

    Zu diesen Bibelverfilmungen habe ich immer eine zwiespältige Beziehung. Einerseits finde ich ja viele der Personen interessant und der Mose gehört da auch dazu. In der Regel befürchte ich aber (und so war es bisher auch meistens) eine Interpretation, die essentiell wenig hergibt und dafür viel aufgetakeltes visuelles Gespiele. Der Noah-Film scheint ja schon desaströs gewesen zu sein, jedenfalls fallen die Berichte eines Kollegen von mir, der den gesehen hat, voll in diese Kategorie. Bei Scotts Exodus kam ich schon ins Überlegen, weil ich mir einen Charakterkampf zwischen gereiftem Gottesmann und königlichem Herrscher mit quasi Gottstatus interessant vorstellen könnte. Nach Trautmans Review kippe ich den Gedanken aber lieber wieder, weil ich nicht mehr als eine aufgepustete Fantasyverfilmung vermute. Wie schon häufiger scheint Ridley Scott sich mal wieder in episch aufgeblasener Leere zu verirren.
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  5. #5
    Statist Avatar von Sam Trautman
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    AW: Exodus: Götter und Könige

    Geb ich dir vollkommen Recht, gerade das Duell zwischen Ramses und Moses hätte viel hergegeben, statt dessen ist es wie im gganzen Film - alles nur kurz angerissen. Allein die Verbannung war innerhalb von ein paar Minuten vorbei. Scott hat sich mit diesem schlimmen Film nicht nur Freunde gemacht. Da schwebt doch auch noch eine Rasismuss Debatte im Raum.

  6. #6
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    AW: Exodus: Götter und Könige

    Naja, Sam liest sich wie ein Scott wie fast immer halt, aalglatte Verpackung, wenig Inhalt, ganz der alte Werbefilmer - ob nun LEGENDE; GLADIATOR; ROBIN HOOD oder jetzt vermeintlich EXODUS (ich hab ihn noch nicht gesehen, werde ihn aber anschauen allein wegen der Schauwerte und wegen Bale, der schon sehr handsome als Moses wirkt auf dem Plakat. Vom Film selbt und dem Inhalt verspreche ich mir rein gar nichts. Scott ist nur gut für Eyecandy. Seine Figuren interessieren ihn anscheinend nicht so wie seine (Werbe-)Bilder. Kenne nur ganz wenige Scott-Filme, die auf ganzer Linie überzeugen (Z.B. THELMA AND LOUISE oder DER MANN IM HINTERGRUND)

  7. #7
    Bob
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    AW: Exodus: Götter und Könige

    Hui, also ganz so drastisch sehe ich das auch wiederum nicht bei Scott. War für mich bis hin zu Gladiator ein wirklich starker Filmemacher und eigentlich ein Garant für einen sehenswerten Film (auch wenn da vorher schon G.I. Jane das Licht der Welt erblickte). Würde ihn bis zu diesem Zeitpunkt schon in die A-Liste an Hollywood-Regisseuren einordnen. Alles danach ist aber für mich eher ein hit or miss, meistens liegt das IMO an der Auswahl seiner Themen, deren Bandbreite auf mich eher diffus/ratlos als kreativ wirkt. Und besonders auf seine Kostüm-Streifen habe ich nun wirklich kein Bock mehr. Da steigt in mir so wenig die Lust auf, wie wenn Emmerich einen neuen Katastrophenfilm ankündigt. Viel mehr als Besetzung und Qualität der Effekte variiert da nicht viel bis gar nichts.
    Fand von den jüngeren American Gangster und Prometheus recht gut, weswegen ich ihn nicht pauschal abschreiben würde. Aber wenn ich mir vor dem Jahr 2000 alles von Ridley Scott blindlings angeschaut hätte, ist es nun eher so, dass ich vorher kurz auf die grobe Handlung spicken müsste, um auszumachen, ob ich da wirklich Bock drauf hätte.

    Zitat Zitat von Sam
    zu mal er ja mit dem Counselour einen mega Film gedreht hat
    Noch nicht gesehen, ist notiert.
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  8. #8
    Statist Avatar von Sam Trautman
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    AW: Exodus: Götter und Könige

    Genauso wie du den Emmerich siehst und Scott würd ich es auch bescgreiben. Exodus ist Gladiator nur viel viel schlechter und in einer anderen Variante.

  9. #9
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    AW: Exodus: Götter und Könige

    Nur um es klar zu stellen. In ein pauschales Ridley Scott Gebashe möchte ich auf keinen Fall verfallen. Überhaupt habe ich mich sehr lange zurückgehalten, bis ich irgendwann das erste Mal Kritik an einigen seiner Produktionen von mir gegeben habe. Da stehen eben auch Werke, die als Lichtmomente der Filmgeschichte gelten dürfen, in seiner Filmographie. Blade Runner ist nach wie vor einer meiner Lieblingsfilme (wenn nicht sogar der Lieblingsfilm) und sein Alien ist auch nicht weit davon entfernt. Gilt auf jeden Fall als ein prägender Moment im SciFi-Genre. Eine Zeit lang bin ich schon allein wegen dem Namen ins Kino gegangen. Leider habe ich mittlerweile aber auch häufiger schon Werke von ihm gesehen, die genauso wie von anderen hier beschrieben hauptsächlich eine hohe Production-Value aber keine bewegende Essenz aufweisen. Symptomatisch könnte ich da auch noch Königreich der Himmel nennen, bei dem ich mich immer noch frage, was Ridley Scott mir dabei mitteilen wollte. Ridley Scott ist einer dieser Regisseure, bei dem ich die Befürchtung hege, dass er die Seele seiner Gedanken bereits in früheren Filmen ausgegossen hat und möglicherweise zu erwachsen und routiniert geworden ist. Bei Luc Besson denke ich das auch immer. Das muss nicht heissen, das gar keine interessanten Filme mehr von ihm kommen kann - Prometheus fand ich zuletzt ja auch ganz gut - aber so wie es scheint, ist er häufig ein Stück weg von tiefer bewegenden Arbeiten. Mal mehr, mal weniger.
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  10. #10
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    AW: Exodus: Götter und Könige

    Ich muß meine vorgefasste Voraussage, die ich neulich postete, revidieren und Widerspruch einlegen.
    EXODUS - GÖTTER UND KÖNIGE ist gaaanz ganz großes Kino, das entgegen vielen Ridley Scott-Filmen sowohl von der Form als auch vom Inhalt her passt.
    Ein imposantes Monumental-Epos, das die Bezeichnung verdient und hundert Mal besser ist als etwa GLADIATOR.

    Massenszenen und Landschaftsaufnahmen epischen Ausmaßes, tolle Effekte, atmosphärische und epische Musik, tolle Bauten,Kulissen und Kostüme, ein schauspielerisch überragender Christian Bale, der diesem zweifelnden und ambivalentem Moses wirklich Leben einhaucht, sowie zwei sehr gute Performances von Kingsley und Edgerton. Und als Krönung, für Ridley Scott-Verhältnisse erstaunlich, nicht bloßes Eyecandy, sondern eine stimmig-schlüssige und flüßig erzählte, montierte und inszenierte Handlung, die trotz der langen Filmlaufzeit keine Längen aufweist, sondern wie im Flug vergeht. Ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten und würde glatt nochmal reingehen, liefe der Film noch (tagsüber) im Kino.

    EXODUS - GÖTTER UND KÖNIGE spielt in der obersten Liga und ist gemeinsam mit KÖNIGREICH DER HIMMEL der drittbeste Ridley Scott-Film ever (nach THELMA AND LOUISE und DER MANN IM HINTERGRUND).

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