Zum ersten Mal gesehen. Gilt wohl als einer der aufklärenden Filme in der damaligen Zeit zum Thema Drogenproblematik unter Deutschlands Jugendlichen. Inhaltlich und filmisch bietet Christiane F. aber auch mehr als nur den pädagogischen Zeigefinger. Genauer gesagt, kommt der Film gänzlich ohne moralische Keule aus, er lässt eher die Situation sprechen. Regisseur Uli Edel leistet in seinem ersten Regieauftrag unter Federführung des mittlerweile verstorbenen Bernd Eichinger eine tadellose Arbeit. Wirkungsvolle Bilder in authentischem Rahmen sorgen für natürliche Intensität, verleihen der no future Stimmung und trostlosen Lokalitäten ein Gesicht. Der Film wirkt glaubhaft, kommt mit der Hauptperson Christiane, die ununterbrochen im Mittelpunkt des Geschehens steht und überzeugend von der Jungschauspielerin Natja Brunckhorst verkörpert wird, dem Zuschauer sehr nahe.

Ich fand den Gedanken interessant, Wir Kinder vom Bahnhof Zoo mit dem thematisch ähnlichen aber doch so anderen Trainspotting zu vergleichen. Während der erste eine eher ernüchternde Intensität trägt, präsentiert der englische Beitrag zwischendurch immer wieder eine trügerische Art von Drogencoolness. Ersterer wirkt stärker kaputt und müde, zweiterer stellt die Verrücktheit mehr in den Mittelpunkt. Letzten Endes sind beide relevant in ihrem Thema. Bahnhof Zoo fokussiert stärker den (meist) unabwendbaren Niedergang des Junkies während Trainspotting mehr dem Wahnsinn und Rausch mit allen seinen unterschiedlichen Konsequenzen thematisiert.