Darsteller: María Valverde, Mario Casas, Álvaro Cervantes, Nerea Camacho, Andrea Duro
Regisseur(e): Fernando González Molina
Komponist: Manel Santisteban
Künstler: Albert Manera, Daniel Écija, Irene Blecua, Ramón Salazar, Daniel Aranyó, Juan Carlos Caro, Patrick Salvador, Mercedes Gamero, Francisco Ramos

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Capelight Pictures (Alive AG)
Erscheinungstermin: 11. Juli 2014
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 118 Minuten

Kritik

Molina kann außer den Farben Schwarz und Weiß in seinem Wasserfarbenkasten, nichts farbiges finden...

Einen Eimer voll Farbe oder wenigsten etwas Grau, wäre genau die Zutaten gewesen um den Film zu etwas Brauchbaren zu machen. Stattdessen an diese zu denken, verstrickt sich Molina zusammen mit seinem Teenager Cast in dumpf sinniger Schwarz Weiß Malerei und präsentiert dabei eine gefährliche Message seinem Publikum. Phrasen wie, man kann einen Menschen aus dem Ghetto holen aber das Ghetto nicht aus dem Menschen oder einmal so immer so, sind die tragenden Säulen von Drei Meter über dem Himmel.

Patrick Swayze ( Dirty Dancing ) brachte es seiner Zeit auf den Punkt, als er in Roadhouse sagte, es ist die alte Geschichte nur an einem anderer Ort. Damit gab er zu, das Filmemacher die immer gleiche abgestandene Sülze neu aufwärmen und sie mit frischer Soße schmücken damit sie das vergammelte verbirgt. Drei Meter über dem Himmel schlägt in die gleiche Kerbe. Die vom Kino halbjährlich aufgewärmte Geschichte des jungen krassen Wilden, der das reiche und anständige Mädchen aus ihrer stinkenden Normalität entreißt um ihr seine Welt des Spaßes und der Unvernunft zu zeigen.

Molina zeigt dabei genau die Bilder welche man im Kopf hat wenn man diese Bierdeckel Story liest. Eltern, Freunde und Lehrer spielen, verhalten und sehen genau so aus wie es der typische Klischee Charakter verlangt. Dabei verhalten sie sich niemals anders als man es von ihnen erwartet. Wer die erste halbe Stunde hinter sich gebracht hat kann den Fernher ausschalten und sich den Rest selber zusammen denken, denn es passiert wirklich nichts mehr was außerhalb des zu Erwartenden liegt. Noch besser beim Abschalten man entzieht man sich der kruden Botschaft des Films, die er über gefühlten zwei Stunden dem Zuschauer ins Gesicht schlägt.

Mario Casas, der den Bushido verschnitt artigen Halbstarken verkörpert muss in Drei Meter über dem Himmel nichts weiter tun, als in romantischen Szenen sein Grinch Grinsen aufsetzten und in Motorrad- oder den häufigen Wutanfall Szenen sein Ratiopharm Durchfall Gesicht. Mehr ist nicht nötig und zu mehr ist er auch nicht im Stande. Fast schon ein Fetisch, wie er permanent in jeder Szene seine Lederjacke trägt. Am Strand oder auf dem Bike, die Jacke klebt am Körper. Fast schon so pedantisch wie der junge Bushido, der sie einst in seinen Rap Songs besang- die gute alte Kordon Sport. Vielleicht stellt diese Kleidungsstück aber auch nur die Uniform des Helden dar, ähnlich wie das Cape von Superman, das weiße Homer Simpson Hemd oder beim dunklen Ritter. Egal zu welcher Schlussfolgerung man kommen mag, eine Lederjacke macht noch keinen harten Burschen aus. Steve McQueen, dessen Poster auffällig im Zimmer an der Wand prangert sah selbst im Kaschmir Pulli noch gefährlicher aus als Mario Casas Charakter. Fragen wirft auch diese penetrante Coca Cola Werbung da im Film keine Szene ohne ein Plakat oder eine Flasche des schwarzen Gesöffs auskommt.

In der Welt, die uns Molina zusammen mit seinem Schablonen Cast präsentiert, gibt es bis zum bitteren Ende nur die Möglichkeit seine Probleme mit Gewalt zu lösen. Denn unser Mario erfährt bis zum Schluss keine Wandlung oder eine Charakter Entwicklung. Selbst im Angesicht des Guten ,gibt es nur die eine Möglichkeit und die heißt drauf schlagen statt denken. Der ultimative Verlust bringt Schmerz aber keine Verbesserung der Person. Wenn man jetzt mal sich darüber Gedanken macht für wen der Film gemacht wurde und es geschafft hat den Film bis zum Schluss zu sehen, kommt man um die Frage nicht herum, was das ganze eigentlich sollte ?

Immer wieder weiß sich der gute Mario nicht anders zu helfen als alles was ihm nicht passt mit der Faust zu zerschlagen. Es scheint so wie anfangs erwähnt, entweder Schwarz oder Weiß. Eine Vermischung der beiden Farben kam nicht in Frage. Keiner der beiden Liebenden konnte von seiner Herkunft ablassen und sich ändern. Bis zum bitteren Ende plätschert Drei Meter über dem Himmel so dahin, dabei zerfließt man aber nicht wie offensichtlich der Sinn sein sollte vor Herzschmerz, sondern bleibt verärgert zurück.

Ein Mädchenfilm, der seine romantischen Einlagen an Strand und im Schlafzimmer hat aber immer wieder gestört wird durch die andere Farbe. Die eine Farbe im Farbkasten von Molina ist die Schwarze, die des Bad Boys. Die andere Farbe die er noch im Kasten hat gehört ganz und gar dem Moral Apostell Girl mit den großen Augen. Wer nicht schon beim lächerlichen Wutausbruch oder der Erpressung der Lehrerin -nebenbei die unglaublichst dümmste Szene der jüngeren Filmgeschichte - des bösen Buben den Face Palm Button vor Augen hat wird spätestens nach diversen nervigen Auftritten des Good Girls, sich wünschen drei Hände zu besitzen um sich selbst einen Dribble Face Palm zu verpassen.