Ich wollte ihn mögen. Wirklich. Ich liebe gute "Downer".

Aber hier hakt es mir an zu vielen Stellen.

Pro:
Gute Darsteller
Tolle Musik, die gut in Szene gesetzt wird.
Schöne Inszenierung insgesamt. Hübscher Film.



Con: (Und das sind jetzt eher Gedankenbroken, die ich jetzt einfach mal unsortiert runterschreibe - ACHTUNG LANG... )

 


Die asynchrone Erzählweise funktioniert hier nicht recht, war in meinen Augen an vielen Stellen schlecht getimed.

Das ganze Wissenschaft vs. Religionsgeschwurbel wirkte gestellt, an den Haaren herbeigezogen. Krebskind reicht nicht. Da muss ein Konflik mit kosmischen Dimensionen her. Wieso?

Amerika, als Land des Glücks, der Freiheit, der Chance und der Selbstverwirklichung wird demonitiert (durch Bush und den Stammzellenkonflikt). Und damit auch USA-Fan Diediers Weltanschauung. Woher kommts? Und nun?

Elise tätowiert sich ihre Liebesbeziehungen auf den Körper. Warum? Mit welcher Konsequenz? Ich habe keine gesehen.

Die Eigenschaften der Figuren, sind eben nur solche. Eigenschaften. Wie Haarfarbe und Größe - aber sie machen sie nicht zu lebendigen Charakteren. Sie bleiben eindimensional und handeln übersteuert. Hier wird so viel nach emotionalen Effekten gehascht. Authentisch wirkte das auf mich nicht.

So wurde nur Didiers rationale Weltanschauung ausformuliert dargestellt. Wo die herkommt, weiß keiner. Elise, die ja scheinbar die religiöse Weltsicht verkörpern sollte, durfte gerade mal ein Kreuz an die kranke Tochter verschenken und an reinkarnierte Seelen glauben. Das reicht mir aber nicht für einen Konflikt Glaube gegen Wissenschaft, den die armen Figuren hier austragen mussten.

All diese Symbole wirken so umhergeschmissen, ohne dass sich mal jemand wirklich hingesetzt hat, um runde, schlüssige Charktere zu schaffen. Das ist umso schlimmer, weil die Geschichte in einem Milieu spielt, das eigentlich eine realistische Darstellung verlangt. Aber: Die White Trash Kulisse ist hübsch anzuschauen. Schon hier merkt man, dass da etwas nicht funktionier, wenn ein niederes Milieu ausnahmslos so "hübsch" in Szene gesetzt wird. Ihre Herkunft unterfüttert die Charaktere aber in keinster Form. Die selbe Geschichte hätte in jeder gesellschaftlichen Schicht spielen können, mit dem selben Ergebnis.

Und zu guter letzt: Mir hat sich nie erschlossen, wieso die zwei sich überhaupt lieben. Sollte ja so wirken, oder missverstehe ich das? Große Liebesgeschichte und so. Kauf ich nicht. Ich mochte weder sie noch ihn und ich hab auch nicht verstanden, wieso die zwei einander mögen. Sorry.