Den Film von Tsui Hark hab ich erstmals 2006 auf Arte zufällig gesehen. Tsui Hark ist ehestens bekannt für seine Martial Arts Filme, mit denen er einen guten Teil des Hongkong-Kinos geprägt hat. Hier variiert er sein Erfolgsrezept und inszeniert diesmal keine Schwertkämpfe sondern verlegt sich auf einen Kampf mit Koch- und Nahrungsmitteln. In einer ausufernden Geschichte treten zwei Küchenchefs zum Kochduell an, bei dem sie das Bankett des Kaisers - eine legendäre Speisenfolge - anrichten müssen. Klare Sache, dass Tsui Hark dies ebenso formvollendet wie seine Kampffilme inszeniert und dabei auch ein ordentlicher Schuß chinesischer Kung Fu- und Küchenphilosophie einfließt.

Etwas verwirrend ist die Struktur der Geschichte. Sie beginnt mit einer guten Eröffnung und verliert einen präsenten Charakter aber dann für lange Zeit aus den Augen, geht stattdessen dem jungen Heißsporn Chiu (Leslie Cheung) nach, dessen Laufbahn als Kleingangster zunächst weniger mit dem Beginn zu tun hat. Irgendwann verquickt sich das aber und nach der Hälfte hat er für mich seine Bahn gefunden. Leider erst nach der Hälfte. Vorher hagelt es hammerhart grausigen chinesischen Humor. Diese ausufernde Albernheit ist mir ja nichts Unbekanntes, hier werde ich nachdem ich in den letzten Jahren sehr wenig aus Hongkong gesehen habe, mal wieder nachdrücklich erinnert wie anstrengend das sein kann. Lediglich eine faszinierende Szene gibt es, in der eine Koch seinen Konkurrenten in dessen Küche herausfordert. Wenn dann Reis mit gebratenem Rindfleisch und Schweinebällchen Süß-sauer fabriziert werden, dass es einem den Atem verschlägt, das ist dann großes Tennis. Diese Stärke der Inszenierung greift dann auch später effektiver um sich und wenn es zum Kochduell kommt, dann staunt man wie Bärentatzen und Affenhirn in chinesischer Küchenakrobatik zu Kunstfertigkeiten verwandelt werden. Also: erste Hälfte pfui, dank der furiosen zweiten Hälfte ist das aber ein sehenswerter Film.