Clean, Shaven-clean_shaven.jpg

Clean, Shaven

Lodge Kerrigan, 1993

iMDb-Link

Der von Schizophrenie geplagte Peter streift in einem heruntergekommenen Vehikel die Küste New Brunswicks entlang, um seine zur Adoption freigegebene Tochter wieder aufzuspüren und zu sich zurückzuholen. Währenddessen nimmt ein Detektiv die Ermittlungen eines Kindermordes auf, die ihn auf die Spur Peters führen.

Kleiner aber ganz feiner Erstlingsfilm von Kerrigan (dem bis dato scheinbar der Ruf eines "One-Hit-Wonders" nachgesagt wird). Phänomenal mimt Peter Greene den zunehmend in den Wahn abgleitenden Protagonisten, der in der Vereinung mit seiner Tochter die unlängst ersehnte Ruhe und Legung der inneren Spannungen vermutet, während sich im Spiel der restlichen Akteure unschwer das stark limitierte Budget des Films ausmachen lässt. Was "Clean, Shaven" aber über weite Strecken trägt, ist das drückend-klaustrophobische Set- wie Sounddesign, die minimalistischen, wortkargen Dialoge und der unverkennbare Schnitt von Rabinowitz. Hat mich stellenweise verblüffend an die früheren Cronenberg-Filme erinnert, obgleich Kerrigan dem Realismus stärker verbunden bleibt und mit "Clean, Shaven" eine äußerst beklemmende wie interessante Schizophrenie-Studie präsentiert.

Ich frag mich jetzt nur, weshalb Greene nie den Sprung in die Riege der großen Schauspielnamen Hollywoods geschafft hat. Ganz krasse Performance.