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Thema: Wolfen

  1. #1
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    Wolfen

    Wolfen
    USA 1981
    Regie: Michael Wadleigh


    Horrorfilm aus den frühen 80ern, der unter Filmfans mitunter als Geheimtipp kursiert. Nachdem ich den Film im Rahmen des OMFE - Empfehlungsspiels gesehen habe, eröffne ich mal ein Topic und fange mit meinem Kommentar dazu an:



    Vorab erst mal folgendes: Den Film betrachte ich als gute Empfehlung. Mit dem Horrorgenre kann ich gut und auch Filme aus dieser Ära stoßen generell auf mein Interesse. Alte Sehgewohnheiten aus der Jugend lassen eben gerne grüßen. Dazu ist Wolfen auch noch gewissermaßen ein Kultfilm, auch wenn er mir bisher noch nicht geläufig gewesen ist. Den Namen habe ich wohl mal gehört, aber tiefere Infos kannte ich nicht. Einen Werwolffilm hatte ich vermutet. Das Startjahr von Wolfen erinnert natürlich auch an einen anderen Werwolfklassiker. Im Jahr 1981 lief auch John Landis legendärer An American Werewolf in London. Vergleiche beider Filme bieten sich allerdings nicht an, wie ich feststellen durfte.

    Wolfen ist ein sehr urbaner Film und spielt in New York. Lange Zeit scheint sich die Werwolfvermutung auch zu bestätigen, zu sehr erinnern die bestialischen Morde durch nicht gezeigte Wesen an bekanntes Vorgehen von Lykantrophen. Geschickterweise dienen auch einige Indianer dazu, mit ihren schamanistischen Riten diesen vermeintlichen Eindruck zu untermauern. Recht spät entpuppt sich die Ursache der Morde aber in Gestalt von unheimlichen Raubwölfen, die sich heimlich in Randbereichen der urbanen Besiedlung aufhalten. Dort wo die Zivilisation bröckelt, holt sich die Natur ihren Platz zurück. Ein Hauch von Zivilisationskritik offenbart sich also in Wolfen.

    Gefallen an Wolfen haben mir mehrere Dinge. Da wäre schon mal die gute Besetzungsliste mit Albert Finney, den jeder über die Jahre schon mal irgendwie in irgendeinem Film gesehen haben dürfte, und Diane Venora in ihrem Kinodebut. Edward James Olmos spielt einen der Indianer, ein Mann der sich bei mir spätestens seit ich Battlestar Galactica gesehen habe, einen unsterblichen Platz in meinem Herzen erspielt hat. Dazu gesellt sich Tom Noonan, den ich in solchen Genrefilmen sehr gerne sehe. Gefallen hat mir auch die Art, wie in den Spannungsszenen das Wesen immer außerhalb vom Blickfeld des Zuschauers agiert und viel mit der Verfolgerkamera gespielt wird. Überhaupt hat mir besonders gut gefallen, dass man recht mutig seinen Inszenierungsstil durchgeführt hat, indem man die Verfolgerkamera gut eingesetzt hat und auch offenbar Spaß hatte technische Spielereien einzubauen. Verfremdungen im Stil einer Infrarotkamera und solche Scherze. Dinge, die zum damaligen Zeitpunkt nicht unbedingt gang und gäbe waren. All das schafft eine eigene und gute Atmosphäre im Film.

    So gesehen gibt es bei Wolfen einige Gründe weshalb ich mir den Film gut gefallen lassen konnte. Wertungsmäßig habe ich mich entschlossen dann aber doch nicht ganz hoch zu gehen. Schon rein gefühlsmäßig müsste ich sagen, ich fand ihn ganz gut aber irgend etwas fehlte mir. Inhaltlich wird zwar manches ein wenig mystisch angeschnitten aber auch nicht so ganz zufriedenstellend erklärt. Die Idee mit den Killerwölfen fand ich an sich nicht schlecht, aber auch nicht zwingend plausibel, so wie es dargestellt wird. Mir wird zum Beispiel nicht wirklich ersichtlich warum diese Morde ausgerechnet jetzt auf einmal stattfinden, dann hat es auch etwas von Zufall dass diese Indianer gerade in der Nähe ihre Runden drehen, da kommen ein paar Sachen zusammen die man ein wenig zusammengestrickt hat. Das wirkte sich auf mich zwar nicht störend in einem ganz negativen Sinn aus, aber es verhinderte einen noch fester verbleibenden Eindruck. Trotz meiner Einwände betrachte ich Wolfen als eine gelungene Empfehlung, herzlichen Dank.
    Geändert von TheUsualSuspect (09.11.2012 um 00:35 Uhr)
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  2. #2
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    AW: Wolfen

     
    Die Idee mit den Killerwölfen fand ich an sich nicht schlecht, aber auch nicht zwingend plausibel, so wie es dargestellt wird. Mir wird zum Beispiel nicht wirklich ersichtlich warum diese Morde ausgerechnet jetzt auf einmal stattfinden, dann hat es auch etwas von Zufall dass diese Indianer gerade in der Nähe ihre Runden drehen, da kommen ein paar Sachen zusammen die man ein wenig zusammengestrickt hat.
    Warum grade jetzt die Wölfe zuschlagen? Die sind, wie man ja an anderen Leichen sieht, schon länger dabei, holten sich bisher halt Diejenigen, die man nicht vermißt am Rande der Gesellschaft hier und da in diesen Abrißvierteln wie etwa Obdachlose oder Junkies oder Bauarbeiter - wo es eben nicht weiter auffällt, wenn ne verstümmelte Leiche auftaucht bzw. wo mitunter überhaupt keine Leiche auftaucht, weil sie im Bauschutt verschütt geht, so zynisch das leider ist.. Und jetzt natürlich auch, weil der Tycoon ja grade wieder ein wenig mehr ihren Lebensraum einengt bzw. in diesen eindringt durch Abrißarbeiten. Und die Indianer sind ja diese Hocharbeiter/Brückenarbeiter, die sind da schon berechtigt zur selben Storyline da und nicht einfach zufällig. Im Übrigen will ja der Film diesen mysthischen Touch bewahren und die falsche Fährte legen (wie auch die mit den Terroristen) ...neben der ... nicht grade wenigen Gesellschaftskritik, die der Film anbringt.

    Von Zusammenstricken kann also IMHO nicht die Rede sein, abgesehen davon, daß natürlich grundsätzlich jeder Drehbuchautor seine Handlung zusammenstrickt

  3. #3
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    AW: Wolfen

    Da ist wohl was dran.
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  4. #4
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    AW: Wolfen

    Zitat Zitat von Wolfe Beitrag anzeigen
     
    Warum grade jetzt die Wölfe zuschlagen? Die sind, wie man ja an anderen Leichen sieht, schon länger dabei, holten sich bisher halt Diejenigen, die man nicht vermißt am Rande der Gesellschaft hier und da in diesen Abrißvierteln wie etwa Obdachlose oder Junkies oder Bauarbeiter - wo es eben nicht weiter auffällt, wenn ne verstümmelte Leiche auftaucht bzw. wo mitunter überhaupt keine Leiche auftaucht, weil sie im Bauschutt verschütt geht, so zynisch das leider ist..
    Ist das dann eigentlich Deine Sicht der Dinge oder meinst Du damit, dass der Film, es als solches darzustellen und zu erklären versucht?

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