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Thema: Local Hero

  1. #1
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    Local Hero

    Local Hero



    Drehbuch und Regie: Bill Forsyth
    Erscheinungsjahr: 1983
    Produktionsland: UK

    Inhalt:

    "Mac" MacIntyre (Peter Riegert) is a typical 1980s hot-shot executive working for Knox Oil and Gas in Houston, Texas. The eccentric chief of the company, Felix Happer (Burt Lancaster), chooses to send him (largely because his surname sounds Scottish) to Scotland to acquire the village of Ferness to make way for a refinery. Mac (who is actually of Hungarian extraction) is a little apprehensive about his assignment, complaining to a co-worker that he would much rather take care of business over the phone and via telex machines. Happer, an avid astronomy buff, tells Mac to watch the sky, especially around the constellation Virgo, and to notify him immediately if he sees anything unusual.

    Upon arriving in Scotland, Mac teams up with local Knox representative Danny Oldsen (Peter Capaldi). During a visit to a Knox research facility inAberdeen, Dr Geddes (Rikki Fulton) and his assistant Watt (Alex Norton) inform them about the scope of the company's plans, which entail replacing Ferness with the refinery. They also meet (and admire) marine researcher Marina (Jenny Seagrove).

    Mac ultimately spends several weeks in Ferness, gradually adapting to the slower-paced life and getting to know the eccentric residents, most notably the hotel owner and accountant, Gordon Urquhart (Denis Lawson) and his wife, Stella (Jennifer Black). As time passes, Mac becomes more and more conflicted as he presses to close the deal that will spell the end of the quaint little village he has come to love. Ironically, the villagers are tired of the hard life they lead and are more than eager to sell, though they feign indifference to induce a larger offer.
    Quelle: Wikipedia


    Meine Gedanken:

    Mir ist vollkommen bewusst, dass es sich bei diesem Film, den mir Wolfe in der aktuellen OMFE-Runde empfohlen hat, um einen seiner absoluten Lieblingsfilme handelt. Und ich bin auch darüber im klaren, dass dieser Film unter 80er-Jahre-VHS-Nostalgikern einen gewissen Kultstatus genießt. Daher tut es mir schon ein wenig leid, dass ich Wolfe mit den folgenden Zeilen ein wenig das Herz brechen werde und mir sicherlich den Zorn oder zumindest das Unverständnis einiger Liebhaber dieses Films zuziehen werde. Aber für mich hat "Local Hero" einfach so gar nicht funktioniert. Überhaupt nicht.

    Was mich während der Sichtung des Films zunächst einmal wirklich erstaunt hat, war die vollkommene Nichtexistenz einer Handlung, geschweige denn einer Dramaturgie. Da hatte ich zugegebenermaßen wohl auch vollkommen falsche Erwartungen. Liegt vielleicht am Titel. "Local Hero " heißt der Film. Aber einen Helden sucht man in dieser Geschichte verzweifelt. Liegt wahrscheinlich daran, dass die Story auch nicht nach einem Helden verlangt. Ein junger executive einer Ölfirma wird in ein beschauliches kleines schottisches Dörfchen geschickt, um die Bewohner mit Hilfe von ein wenig Kleingeld davon zu überzeugen, möglichst schnell zu verduften, damit Knox Oil dort eine neue Raffinerie bauen kann. Klingt nach einem tollen Stoff für eine "Rettet das idylische Dörfchen"-Geschichte oder eines "Der böse Erdöl-Mitarbeiter wird durch die Schönheit der Natur zu einem besseren Menschen bekehrt"-Feel Good Movies. Aber weit gefehlt. Die Dorfbewohner freuen sich sogar darüber, dass ihnen Geld für die Umsiedlung angeboten wird. So eine Gelegenheit kommt nicht alle Tage. Und sie könnten sich nichts schöneres vorstellen, als diesen tristen Ort zu verlassen. Die Geschichte des Films ist vollkommen frei von Konflikten oder Herausforderungen. Nichts wofür es sich zu kämpfen lohnt. Der Film zieht aber andererseits auch so gut wie kein Kapital aus der verdrehten Grundprämisse, die darin besteht, dass die Bewohner eigentlich verkaufen wollen, dies vor MacIntyre jedoch verbergen, um den Preis hochzutreiben. Bis auf ein, zwei ansatzweise witzige Szenen wird auch dieses Potential gnadenlos verschenkt. Letztendlich ist der Film wirklich frei von jeder Dramaturgie. Alles plätschert nur so dahin. Keine der Figuren hat irgendeine Motivation, ein Bestreben etwas bestimmtes zu erreichen und alle Charaktere fügen sich stets bedingungslos in das was sich zufällig ergibt. Ist das langweilig? Ja, ist es. Brutal langweilig.

    Aber gut. "Local Hero" will gar nicht so ein Film sein. Er will nicht den archetypischen Kampf für den Erhalt eines idyllischen Kleinstädtchens zeigen. Er will auch kein ökologisches Statement abgeben. Und er will seinen Protagonisten auch nicht läutern. "Local Hero" möchte ein kontemplatives, atmosphärisches, stimmungsvolles Kleinöd an Film sein. Eine Meditation über die Schönheit der Langsamkeit. Eine filmische Ruheoase in einer stressigen, hektischen Welt. Okay. Habe ich nach etwa einer halben Stunde Laufzeit auch begriffen. Hat bei mir aber nicht funktioniert. Überhaupt nicht. Obwohl ich diese Art von Film eigentlich ganz gerne sehe.

    Gründe dafür gibt es einige. Zunächst einmal hat diese Kleinstadt auf mich absolut keinen Reiz ausgeübt. Schottland hat so viele wunderschöne Flecken zu bieten. Da hätte man doch ruhig mal die Kamera drauf halten können. Selbst "Braveheart" versprüht mehr landschaftlichen Zauber. Das fiktive Filmdorf wirkt jedoch nur trist. Kein Wunder, dass die Bewohner das Angebot, wegzuziehen, alle mit Kusshand annehmen. Wer möchte da schon leben? Noch langweiliger als die Location sind die Bewohner dieses Städtchens. Der Film versucht zwar irgendwie, nette, kleine, skurrile und liebenswerte Dorfbewohner zu zeichnen, letztendlich gehen sie einem aber alle am Arsch vorbei. Ich persönlich habe jedenfalls nicht auch nur den Hauch eines Bezugs zu diesem Ort und seinen Menschen gefunden. Gar keinen. Der Zauber dieses pittoresken Dörfchens blieb mir total verborgen. Der Hauptgrund für das Ausbleiben des berühmten überspringenden Funkens liegt für mich aber in der Hauptfigur. Auch zu dem habe ich keinerlei Bezug gefunden. Was diesen Mann antreibt, wie er sein Leben lebt, was die Ruhe dieses Dorfes in ihm auslöst, all das habe ich nicht mitempfinden können. Und da liegt glaube ich der Knackpunkt, warum der Film für mich nicht funktioniert hat. Hätte ich nachvollziehen können, warum dieser Ort einen gewissen Charme auf den Protagonisten ausübt, hätte mich das womöglich sogar irgendwie ergriffen, auch wenn ich persönlich nicht einmal zum Sterben dort hinziehen würde. Was dem ganzen dann die Krone aufgesetzt hat, war der Versuch, die Magie dieses Dörfchens durch überromantisierte, kitschige Sonnenuntergänge und dem nervigen Gedudel von Mark Knopfler zu vermitteln. Insbesondere die Kombination hat bei mir einen leichten Brechreiz ausgelöst.

    Wird das schöne Dorf am Ende dann dem Erdboden gleich gemacht? Nicht, dass es in diesem Film wirklich von Relevanz wäre. Aber man hatte dann wohl doch irgendwie das Gefühl, dem Zuschauer das gute Gefühl geben zu müssen, dass dieses schöne Fleckchen erhalten bleibt. Und so bleibt das Dorf am Ende da wo es ist. Dies ist jedoch das Ergebnis eines - ansonsten vollkommen überflüssigen - Nebenhandlungsstrangs, der mit der eigentlichen Storyline im Grunde nichts zu tun hat. Am Schluss fügt sich dann alles zu einem schnuckeligen Wohlfühlende, ohne dass auch nur irgendwer was dafür tun musste. Lame. Ironische Randbemerkung: Wenn mans genau nimmt, ist die geplatzte Ortsübernahme gar kein Happy End. Zumindest nicht für die Dorfbewohner. Die wollten ja alle weg. Und jetzt müssen sie dort bis zum Sanktnimmerleinstag wohnen bleiben. Dumm gelaufen. Der Film umschifft aber auch diese Klippe "bravourös", indem er die Reaktion der Dorfbewohner gar nicht erst einfängt. Bloß keine Fragen stellen. Wir wollen den unspektakulären Film ja gefälligst zu einem unspektakulären Feel-Good-Finale bringen.

    Was die Schauspieler angeht, so ist das Niveau des Films auch überschaubar. In irgendeiner Filmbesprechung habe ich gelesen, dass der Großteil der Darsteller hier die beste Leistung ihres Lebens abliefert. Kein Wunder, die meisten hat man weder davor noch danach jemals wieder auf einer Leinwand gesehen. Warum wohl? Nein ehrlich, gerade die Hauptrolle hat ihrem Schauspieler so wenig abverlangt, dass man auch problemlos Chuck Norris hätte dafür besetzen können, ohne dass der Film an Qualität verloren hätte.

    Zum Schluss noch ein kurzes Statement zu zwei Nebenfiguren. Licht und Schatten. Kommen wir zunächst zum Schatten. Der Psychiater des von Burt Lancester gespielten Ölmagnaten. Der hatte wirklich einen Schatten. Mal abgesehen davon, dass ich die von dieser Figur praktizierten Art des Slapsticks einfach vollkommen nervtötend finde, hat dieser gesamte Nebenhandlungsstrang auch wirklich gar nichts substanzielles zum Film beigesteuert. Überflüssig. Wer mir hingegen jedoch sehr gut gefallen hat, war die süße Bade/Tauchnixe Marina (welch subtile Namensgebung; da war einer der Drehbuchautoren aber wirklich on fire) mit dem noch süßeren schottischen Akzent. Trotz unsexy Schwimmhäuten an den Füßen. Schade nur, dass ihr in dem Film nur die Funktion des Blickfangs zugeschrieben wurde. Hätte man mehr draus machen können.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Scheiß Film.

    Bewertung: 3/10

  2. #2
    Nebendarsteller Avatar von MesCalinum
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    AW: Local Hero

    Irgendwie musste ich bei deinem Abschlusssatz doch lachen. Ich kann mich bei Local Hero kaum noch an die Handlung erinnern, ich fand ihn aber ganz niedlich als ich ihn damals mit Wolfe geschaut habe. Vielleicht muss ich mir den mal wieder ansehen.
    Hab deine Rezi hier gerne gelesen, auch wenn sie mit dem Film hart ins Gericht geht.

  3. #3
    Bob
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    Regisseur Avatar von Bob
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    AW: Local Hero

    Zitat Zitat von MesCalinum Beitrag anzeigen
    als ich ihn damals mit Wolfe geschaut habe.
    bin neugierig. wie, wo, wann, wieso. doch nicht etwa 1983 im kino?!
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  4. #4
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    AW: Local Hero

    Nein, bei mir daheim, Du Naseweis

  5. #5
    Nebendarsteller Avatar von MesCalinum
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    AW: Local Hero

    Zitat Zitat von Bob Beitrag anzeigen
    bin neugierig. wie, wo, wann, wieso. doch nicht etwa 1983 im kino?!
    Nee, 1983 war ich 5 Jahre alt und mein erster Kinofilm war "Die unendliche Geschichte" (1984). "Local Hero" wird wohl irgendwann zwischen 2000 und 2003 gewesen sein.

  6. #6
    Bob
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    AW: Local Hero

    will auch mal mit dir einen film sehen. wie weit wohnst du eigentlich von mir weg?
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  7. #7
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    AW: Local Hero

    150 Kilometer liegen ca. zwischen Dir und mir, Bob.

  8. #8
    Bob
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    AW: Local Hero

    das ist ja ein klacks. da könnte ich nachts auch wieder einen zug zurück erwischen. gucken wir tagsüber eine paar lustige hollywoods und dein frauchen bekocht uns lecker.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

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