Aus meinem FTB:

I Love You To Death
(1990, Regie: Lawrence Kasdan)



Kaum zu glauben, wie schwer es sein kann, einen Menschen umzubringen - das kann schon was Absurd-Komisches haben, wie I Love You To Death beweist! In der auf einer – unglaublich, aber – wahren Begebenheit beruhenden schwarzen Komödie versucht die betrogene Frau, unterstützt von ihrer Mutter und einer Vielzahl weiterer skurriler Personen, die sich in ihrem Dilettantismus gegenseitig überbieten, ihren fremdgängerischen Ehemann mit einer gazen Batterie an lebensgefährdenden Mitteln zu töten:

Vom gedungengen Mörder über manipulierte Autobremsen und vergiftetes Essen bis hin zu Schüssen ins Herz. Plan gut, Ausführung mangelhaft, muss man da leider sagen, denn um zum Erfolg zu kommen, muss man nicht nur handeln – man muss auch wissen, wie man es tut (Stichwort: Wo sitzt den eigentlich das Herz? Links oder rechts? Moment, lass mal die Nationalhymne singen...). Und von diesem grandiosen Scheitern erzählt der Film.

Lawrence Kasdans I Love You To Death ist eine sehenswerte kleine Komödie, die von einem namhaften Cast getragen wird. Um den von einem wunderbar agierenden Kevin Kline verkörperten Joey Boca zu töten, kommen unter anderem zum Einsatz: Tracy Ullmann, Joan Plowright, River Phoenix, William Hurt und Keanu Reeves. Der Cast ist neben der jedenfalls eingangs geschaffenen Atmosphäre und der beschwingten Musik James Horners die größte Stärke des Films, auch wenn der eine oder andere Darsteller beizeiten zum Overacting neigt und die Grenze zum Klamauk manchmal bedrohlich nahe rückt. Die Story selbst ist naturgemäß relativ simpel, und auch an die Figurenzeichnung darf man nicht zu große Ansprüche stellen. Insbesondere ist Klines Figur geradezu das Abziehbild eines Italieners.

Aber wenn man diese Kritikpunkte beiseite legt, hat man immer noch ein zutiefst schwarzhumoriges Werk, das den geneigten Zuschauer allein wegen der tollen Schauspieler gut unterhalten kann.

6,5/10
(vorbehaltlos sehenswerter Film)