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Thema: Mientras duermes (Sleep Tight)

  1. #1
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Mientras duermes (Sleep Tight)



    Director:


    Jaume Balagueró


    Writer:

    Alberto Marini (screenplay)

    Cast

    (in credits order) (complete, awaiting verification)
    Luis Tosar ... César
    Marta Etura ... Clara
    Alberto San Juan ... Marcos
    Petra Martínez ... Sra. Verónica
    Iris Almeida ... Úrsula (as Iris Almeida Molina)


    Zitat Zitat von "Senator schreibt über den Inhalt
    Der Unscheinbare Cesar arbeitet und lebt als Pförtner in einem Apartmentgebäude in Barcelona. Die Hausbewohner halten ihn für freundlich, langweilig und hilfsbereit. Was sie nicht wissen: Cesar weiß alles über sie, kennt ihre kleinen Schwächen und intimsten Geheimnisse. Insbesondere die hübsche Clara hat Cesars volles Interesse und seine Wissbegeierde endet nicht an der Wohnungstür
    Wer von Jaume Balagueros Sleep Tight einen ähnlichen Schocker wie seinen [rec] erwartet, könnte eventuell enttäuscht werden. Sein hochspannendes und asthetisch nahezu perfektes Psychodrama geht hier ganz andere Wege: Es wird eine menschlich Urangst aufgegriffen und der Regisseur zieht das ohnehin beklemmende Thema ohne Rücksicht auf Verluste bis zum bitteren Ende durch. Über weite Strecken ist das Ganze dabei durchweg spannend und wird vom Schauspielerehepärchen Luis Tosar und Marta Etura getragen, die nicht nur eine gute Leinwandchemie besitzen, sondern auch in ihren einzelnen Szenen zu überzeugen wissen. Sleep Tight ist dabei ein für das Mainsreampublikum sehr eigenwilliger Film und dürfte dementsprechend einem Großteil der Zuschauer nicht unbedingt zusagen. Wer sich jedoch darauf einlässt wird mit einem sehenswerten Film belohnt werden.

  2. #2
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    AW: Sleep Tight

    FTB-Eintrag:

    Nachdem Regisseur Balagueró schon mit [REC] gezeigt hat, dass ein einzelnes Mietshaus inmitten einer Großstadt genug Raum für Horror und Thrill bietet, geht er mit Mientras duermes in eine ähnliche Richtung. Allerdings mit dem Unterschied, dass hier auch ohne großes Blutvergießen und den Einsatz von Untoten eine große Wirkung an feinem Suspense geboten werden kann. Kammerspielartig, reduziert, mit meist eher kleinen und feinen Tönen, aber sehr wirkungsvoll.

    Bei so einer reduzierten Herangehensweise liegt der Fokus natürlich automatisch auf den Darstellern, mit der das Gelingen steht und fällt. Und so kann man den Verantwortlichen zur Wahl von Luis Tosar als Verkörperung des Hauptprotagonisten nur gratulieren. Der Zuschauer wird quasi zum Komplizen von César, ist immer dicht an ihm dran und erlebt die Welt aus seinem Blickwinkel. Und Tosar wird dieser Aufgabe mehr als gerecht und besticht durch ein bemerkenswertes Spiel, dessen Schwerpunkt eben in seiner Reduziertheit liegt. In dieser teils auch wohligen Entschleunigung wirkt dann natürlich die eine etwas heftigere Szene noch mehr und reißt den Zuschauer ob ihrer realistischen Machart und Wirkung richtig mit.

    Dank Tosars Leistung aber auch der des Drehbuchs ist César trotz seines Handelns nicht der klare und klassische Bösewicht, den man als Zuschauer verurteilt, sondern er zieht den Zuschauer auf seine Seite und auch teils in seinen Bann. Vermutlich funktioniert das auch nicht bei jedem, aber sicher bei vielen. Dazu erwischt man sich dabei an den ein oder anderen perfiden Dingen die César so treibt gefallen zu finden, insbesondere wenn man dann die Auswirkungen der Vorgänge auf Clara sieht.

    Sehr gelungen fand’ ich auch dass der Zuschauer zuerst mittenrein geworfen wird in die Situation und dann so nach und nach immer ein wenig mehr erfährt und mehr klar wird. Auch wenn es wohl rückblickend betrachtet im Trailer schon angedeutet wird und vermutlich nur meiner verminderten Merkfähigkeit zuzuschreiben ist, aber die wahren Beweggründe für sein Tun blieben mir längere Zeit verborgen bzw. Vermutete ich ganz andere Absichten, und das ist dann eines von mehreren kleinen aha-Erlebnissen, die dem Ganzen einen zusätzlichen besonderen Touch verleihen.


    Das Ende ist dann geradezu grandios und zeigt auf deutlichste Weise, dass die Konstellation die César sich geschaffen hat eine wahre Win-Win-Situation ist. Vergleichbar mit anderen Situationen macht für denjenigen, der einem anderen gegenüber einen derartigen Wissensvorsprung bzw. ein solches oder ähnliches Geheimnis hat ja eben gerade dieses Wissen um das Mehrwissen den besonderen Reiz der Lage aus. Ein ständiges Gefühl der Überlegenheit. Ein Ass im Ärmel, jederzeit bereit es auszuspielen und sein Gegenüber damit zum Verlierer zu machen. Allerdings birgt die Verwendung dieses Jokers auch einen Nachteil, man kann diese Karte nur einmal ausspielen und danach ist der Ärmel leer und ein vermeintlicher jederzeit bereiter Vorteil ist dahin. Darum sollte das Ausspielen des Jokers wohl überlegt sein und im besten Falle einen derartigen Knalleffekt verursachen, dass das Spiel gewonnen ist. Und das ist in dem Fall der Fall. Großartig.


    7,5/10
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 20. September 2017]

  3. #3
    Regisseur Avatar von Jackie Flannery
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    Eyholz
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    AW: Sleep Tight

    Zitat Zitat von Kalervo Beitrag anzeigen
    FTB-Eintrag:

    Nachdem Regisseur Balagueró schon mit [REC] gezeigt hat, dass ein einzelnes Mietshaus inmitten einer Großstadt genug Raum für Horror und Thrill bietet, geht er mit Mientras duermes in eine ähnliche Richtung. Allerdings mit dem Unterschied, dass hier auch ohne großes Blutvergießen und den Einsatz von Untoten eine große Wirkung an feinem Suspense geboten werden kann. Kammerspielartig, reduziert, mit meist eher kleinen und feinen Tönen, aber sehr wirkungsvoll.

    Bei so einer reduzierten Herangehensweise liegt der Fokus natürlich automatisch auf den Darstellern, mit der das Gelingen steht und fällt. Und so kann man den Verantwortlichen zur Wahl von Luis Tosar als Verkörperung des Hauptprotagonisten nur gratulieren. Der Zuschauer wird quasi zum Komplizen von César, ist immer dicht an ihm dran und erlebt die Welt aus seinem Blickwinkel. Und Tosar wird dieser Aufgabe mehr als gerecht und besticht durch ein bemerkenswertes Spiel, dessen Schwerpunkt eben in seiner Reduziertheit liegt. In dieser teils auch wohligen Entschleunigung wirkt dann natürlich die eine etwas heftigere Szene noch mehr und reißt den Zuschauer ob ihrer realistischen Machart und Wirkung richtig mit.

    Dank Tosars Leistung aber auch der des Drehbuchs ist César trotz seines Handelns nicht der klare und klassische Bösewicht, den man als Zuschauer verurteilt, sondern er zieht den Zuschauer auf seine Seite und auch teils in seinen Bann. Vermutlich funktioniert das auch nicht bei jedem, aber sicher bei vielen. Dazu erwischt man sich dabei an den ein oder anderen perfiden Dingen die César so treibt gefallen zu finden, insbesondere wenn man dann die Auswirkungen der Vorgänge auf Clara sieht.

    Sehr gelungen fand’ ich auch dass der Zuschauer zuerst mittenrein geworfen wird in die Situation und dann so nach und nach immer ein wenig mehr erfährt und mehr klar wird. Auch wenn es wohl rückblickend betrachtet im Trailer schon angedeutet wird und vermutlich nur meiner verminderten Merkfähigkeit zuzuschreiben ist, aber die wahren Beweggründe für sein Tun blieben mir längere Zeit verborgen bzw. Vermutete ich ganz andere Absichten, und das ist dann eines von mehreren kleinen aha-Erlebnissen, die dem Ganzen einen zusätzlichen besonderen Touch verleihen.


    Das Ende ist dann geradezu grandios und zeigt auf deutlichste Weise, dass die Konstellation die César sich geschaffen hat eine wahre Win-Win-Situation ist. Vergleichbar mit anderen Situationen macht für denjenigen, der einem anderen gegenüber einen derartigen Wissensvorsprung bzw. ein solches oder ähnliches Geheimnis hat ja eben gerade dieses Wissen um das Mehrwissen den besonderen Reiz der Lage aus. Ein ständiges Gefühl der Überlegenheit. Ein Ass im Ärmel, jederzeit bereit es auszuspielen und sein Gegenüber damit zum Verlierer zu machen. Allerdings birgt die Verwendung dieses Jokers auch einen Nachteil, man kann diese Karte nur einmal ausspielen und danach ist der Ärmel leer und ein vermeintlicher jederzeit bereiter Vorteil ist dahin. Darum sollte das Ausspielen des Jokers wohl überlegt sein und im besten Falle einen derartigen Knalleffekt verursachen, dass das Spiel gewonnen ist. Und das ist in dem Fall der Fall. Großartig.


    7,5/10
    What he said.

    Habe nicht das bekommen, was ich erwartet habe und wurde trotzdem mehr als nur zufrieden gestellt. Tosar ist gross und wird hoffentlich auch einmal in den Staaten auftauchen, wäre für mich auch reizhafter in Scorsese's Silence Projekt als z.B. Bardem oder Bernal.

    Aber der perverste Charakter war eigentlich die Kleine.



    Als sie den Erwachsenenfilm von ihm wollte, dachte ich eigentlich sie möchte eher etwas im Stil von Leon und Matilda.

    - What you think he'd do if he found us?
    - Shoot us, probably. He's always glad to have an excuse to use his deer rifle

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