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Thema: Hell (2011)

  1. #1
    laertes
    Gast

    Hell (2011)

    die hölle ist hell - und sie liegt auf erden in dieser in deutschland angesiedelten dystopie von tim fehlbaum.



    nachdem die sonne ihre leistung ein wenig gesteigert hat, schwinden binnen kurzem die wasservorräte, sterben die tiere, verdorren die felder, kurz: der ehemals blaue planet wird staubgrau - und zivilisation war einmal. geblieben sind ein paar überlebende, die um jeden weiteren tag, jeden weiteren tropfen kämpfen. zu ihnen gehören die vier protagonisten, die sich mit letztem benzinvorrat von der stadt in die berge aufmachen, in der hoffnung auf wasser dem zug der vögel folgend.
    was wie ein post-apokalyptisches szenario im stile von the road oder carriers beginnt, wird schnell zu einer blutigen schlacht ums überleben, als unsere gruppe auf eine tiefgläubige bauernfamilie à la frontière stößt - die ihre ganz eigene idee von einem guten mittagessen hat und die beiden weiblichen hauptfiguren als fruchtbare äcker willkommen heisst. cinema of extinction goes backwood-slasher.



    fehlbaums hell hat mich vor allem deshalb begeistert, weil er die - in ihren einzelteilen freilich altbekannte - story sehr stimmig umgesetzt hat und sein film durch seine bilder und die schauspielerischen leistungen zu überzeugen vermag. hell vermittelt von anfang an eine extrem beklemmende und trotz blendender helligkeit äußerst düstere atmosphäre. und der genre-twist tut der spannung keinen abbruch. sehenswert.

  2. #2
    laertes
    Gast

    AW: Hell (2011)

    p.s.:
    wer nach dem film nicht zum vegetarier wird, war mit gedanken woanders

  3. #3
    Statist
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    AW: Hell (2011)

    Überraschend starker Film. Nix neues, aber top Be- und Umsetzung.

    Hell [Blu-ray]: Amazon.de: Hannah Herzsprung, Lars Eidinger, Stipe Erceg, Lorenz Dangel, Tim Fehlbaum: Filme & TV ist bestellt
    "Jeder Säugling sollte sich so früh und so gründlich wie möglich mit einem Fernsehgerät beschäftigen, denn später hat er ja auch nichts anderes." - Loriot

  4. #4
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    AW: Hell (2011)

    Der Film hat mir riesig Spaß gemacht, mit einfachsten Mitteln einen extrem atmosphärischen Weltuntergang inszeniert. Die Schauspieler, allen voran Hannah Herzsprung waren überragend. So etwas als Erstling herauszubringen, erfordert schon Talent...Hut ab Tim Fehlbaum 9 von 10 Punkten

    Hier ist noch meine ausführliche Rezension zu "Hell"

  5. #5
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    AW: Hell (2011)

    Schon bei der Premiere vor zwei Jahren war ich an diesem gepushten deutschen Genrebeitrag interessiert, aber jetzt erst klappte es mit der Sichtung dieses dystopischen Thrillers. Wer es noch nicht weiß, in Hell geht es um Überlebende nachdem die Durchschnittstemperatur um 10°C gestiegen ist und innerhalb weniger Jahre, nachdem Nahrungs- und Wasserreserven nicht mehr vorhanden sind, die Zivilisation wie sie einmal gewesen ist nur noch Geschichte darstellt.

    Solche postapokalyptischen Szenarien gefallen mir nicht erst seit kurzem, aber gerade in letzter Zeit üben diese Geschichten auf mich wieder einen verstärkten Reiz aus. Ich bin auch mit Hell ganz zufrieden und froh dass meine vorsichtig positiven Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Es sollte einleuchtend sein, dass man von einem Filmdebut mit kleinem Budget wie Hell keine Panoramaaufnahmen von zerfallenen Großstädten wie bei I am Legend erwarten kann und so fokussiert sich der Blickwinkel klugerweise auch auf einen eher ruralen Aktionsradius mit einigen wenigen jetzt verfallenen Zivilisationspunkten, die dafür für eine stimmige Effektivität sorgen und nicht so als hätte man mehr gewollt als möglich war. Die visuelle Umsetzung einer sonnenverbrannten Welt funktioniert mit viel Staub im Bild und großzügig überblendeten Kameraeinstellungen durchweg gut und auch die Wahl der Drehorte vermittelt tatsächlich ein Bild von wenigen traurigen Zivilisationsüberresten in einer Welt, die offensichtlich gelitten hat. Ich hätte auch viel Interesse an einer Zukunftsvision gehabt, die das Drumherum zeigt und auf größerer Basis die Folgen so einer Naturkatastrophe beleuchtet, aber Regisseur Tim Fehlbaum macht mit seiner Wahl sich ganz auf das Schicksal seiner im Mittelpunkt stehenden Charaktere zu konzentrieren auch nichts falsch.

    So behält er einen zielgerichteten Ablauf seiner Geschichte dabei und stellt dabei thematisch Aspekte wie den Zusammenhalt der Überlebenden, deren Kampf um das eigene Wohl gegenüber dem Blick und der Hilfsbereitschaft für den Anderen in den Raum. Es lässt sich nicht übersehen, dass Einflüsse anderer Genrefilme auftauchen. Gerade Filmkennern werden sich mehrmals Assoziationen zu anderen apokalyptischen Vertretern oder Horrorfilmen aufdrängen, dennoch hatte ich nie das Gefühl dass Tim Fehlbaum es darauf anlegt bekanntes Genrekino zu kopieren. Trotz erkennbarer Einflüsse findet er mit Hell in seinem Debut einen eigenständigen Weg damit umzugehen.

    Ganz klar gibt es bei Hell auch einige Details zu verbessern, man sollte aber bei einem Debutfilm nicht übertriebene Maßstäbe anlegen und sich freuen dass auch aus Deutschland konzentrierte, trickreiche und vor allem enthusastisch engagierte Beiträge wie dieser kommen. Darüber hinaus tragen auch die Schauspieler in diesem Sinn sehr zum Gelingen des Films bei und vor allem Hannah Herzsprung finde ich extrem großartig. Schon in Vier Minuten hat sie mit ihrem Auftritt einen intensiven Eindruck hinterlassen und in Hell überzeugt sie mich jetzt schon wieder. Schade dass solche Schauspielerinnen sich in Deutschland häufig in irgendwelchen TV-Formaten über Wasser halten müssen und weit weniger Chancen als ihre Kolleginnen anderswo haben zu glänzen. Schade ist es auch, dass solche Filmbeiträge wie Hell trotzdem wenig Chancen haben abseits von Genrefestivals einen starken Auftritt an deutschen Kinokassen hinzulegen und gegen schlechte aber starbestückte Komödien zu bestehen.

    Um hier aber zum Abschluß noch mal die positive Kurve zu kriegen, war ich von Hell ganz angetan. Die Produktion hat sich trotz Verbesserungspotentials wohlwollende Aufmerksamkeit verdient und führt seine Handlung geradlinig aber auch spannend in interessantem Szenario durch. Den Blindkauf der Blu-ray habe ich nicht bereut.
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

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