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Thema: Exam

  1. #1
    Hauptdarsteller Avatar von Zonk
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    803

    Exam

    Regiedebüt, ausgenommen von einem Kurzfilm Christian, wenn ich das so richtig gelesen habe, vom britischen Regiesseur Stuart Hazeldine. Einstellungstest mal etwas anders, würde sich jetzt als Floskel erübrigen. Wer kennt das nicht, wer gerne arbeitet und sich gerne um einen neuen Arbeitsplatz bemüht, und jedes Detail seine Wichtigkeit besitzt und alles zwischen Bewerber und Unternehmen/ Einrichtung wie eine surreale, ja spielerische, Situation wirkt.

    Nicht groß anders verhält sich auch dieser Film, außer dass die Anwärter vermeintlich unter sich sind, wissend nur unter Beobachtung stehen und nicht ganz klar ist, wer denn nun von denen ein oder mehrere eingeschleuste Mitarbeiter des Unternehmens sind. Die gegenseitigen Charakteranalysen allgemein haben indes sehr genervt. Ungewiss ist hingegen auch die Aufgabe/ Frage selbst, und so führt es von einer Spekulation zur Anderen und natürlich dorthin, was der Anleiter zu Beginn nicht geäußert und vorallem das Wenige, was er geäußert hat, was jeweils zur Disqualifizierung führt, was von den Bewerber noch Mal genaustens überdacht wird. Öfters. Und so dauert es selbstverständlich nicht lange, bis moralische Werte gegenüber seinen Mitbewerber überdacht und ausgehobelt werden.

    Die Spannung wurde im weiteren Verlauf auch unerwartet gut, bzw. okay, und hatte mir dann so auch die Laune verbracht, mir die Auflösung anzusehen und darauf (die Rückblenden waren im Nachinhein auch gar nicht so nervig, wie es mir in dem Moment vorkam), mit unfassbar entfesselter Euphorie, zu warten. Das klang zwar irgendwie sarkastisch, ist auch so gemeint, aber ohne es abwertend zu meinen. Sonst würde ich ja nichts zum Film schreiben. Was mir natürlich auch gefallen hat, dass die Spielzeit von Exam gleichzeitig die Zeitangabe für die Antwort der gestellten Frage ist und nur im Testraum selbst spielt. Nichts ungewöhnliches natürlich, was man aber eben haßen oder einfach mögen kann. Es ist von Beginn an selbstverständlich klar, dass die Antwort ungewöhnlich, aber simple sein wird. Ob und welche/r Kandidat/Kandidaten es am Ende ist oder sein werden, ist so über weite Strecken allerdings nicht ganz klar zu erkennen, zumindest war es für mich nicht gleich in einem Trailer zu erblicken oder die Vorahnung aufkommen lassen es zu wissen, bevor das Drehbuch überhaupt geschrieben wurde.

    Sicherlich ist Exam ein Film, der bei den Meisten erst gar nicht im Laufwerk landet, für mich aber um ein vielfaches hätte schlimmer sein können. Und somit, hat er dann auch spaß gemacht, und wird es hierdurch ja vielleicht auch Jemand anderen, wenn nicht, ist dem so und kann dieses auch nachvollziehen.

    5/10



    Dass die Antwort auf alles ledeglich ein Nein ist, ist verblüffend schlüßig. Was mich aber verdutzt, wie es antzuworten gilt, ohne das Unternehmen direkt ansprechen zu dürfen. Vielleicht es einfach in den Raum zu werfen, was so ja aber nicht passierte. Oder erst nach Ablauf der Zeit zu antworten. Weiß gerade nicht mehr genau ob dies so geschah, eigentlich hatte ich es so aufgefasst, dass zu keinem Zeitpunkt das Unternehmen direkt angesprochen werden sollte. Gut war auf jeden Fall, dass selbst die 80 Minuten nicht nur ihre Rolle als Zeit sondern auch Manipulationsquelle wahrnimmt. Auf der Rückseite der DVD las ich ein Zitat (diese positiven Kritikierangaben halt um den jeweiligen Film zu pushen (dann rätzelt man immer selbst ob der Film jetzt scheiße ist)) mit dem Inhalt, dass der Wärter im Raum dort den wohl beschissensten Job hat. Das kann man so sagen ja. Es ist in der Hinsicht zu Beginn ja klar, dass er mit seinen Utensilien am Körper, eine weitere Komponente im Raum darstellt, und mit ihm schließlich auch alles angestellt werden kann, außer ihn anzusprechen. Irgendwo zwar bescheuert, bietet dem Auswahlverfahren wohl natürlich mehr Möglichkeiten an Variablen, die entstehen können, aber eigentlich ja vollkommen unnötig sind, wäre nur die gestellte Frage beantwortet wurden.



    (Obligatorisch hefte ich den Trailer mit an, den man sich nicht unbedingt ansehen muss oder sollte)


  2. #2
    laertes
    Gast

    AW: Exam

    die grundkonstellation - wenige menschen auf engstem raum zusammengepfercht, ohne zu wissen, wie die situation zu lösen ist, dadurch gruppendynamische prozesse bis zum extrem - ist für mich immer ein absoluter must-see-anlass. und bei exam sind auch atmosphäre und die rätselhafte, nur angedeutete backgroundstory von beginn an interessant. nur ist die weitere entwicklung von zu vielen unglaubhaften und oft auch auffallend gehäuften zufällen und plötzlichen 'heureka!'-einfällen geprägt. darüber hilft auch das im großen und ganzen ordentliche spiel und die vorhersehbar-unvorhersehbare (ja!) auflösung nicht hinweg. insgesamt ein mittelmäßiger eindruck. trotzdem sehenswert.

  3. #3
    Bob
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    Regisseur Avatar von Bob
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    AW: Exam

    das was laertes gesagt hat, allerdings würde ich den auf keinsten als sehenswert einstufen. wobei die prämisse wirklich sehr spannend war, aber auch gleichzeitig dadurch absehbar, dass sich der film ab einem bestimmten zeitpunkt verzetteln wird.
    die von dir erwähnte grundkonstellation mag ich auch sehr, leider krankt ein großer anteil an diesen film daran, den umschwung in gewalt und chaos nicht glaubhaft darstellen zu können. hier auch wieder sehr viele szenen, um einen spannenden trailer zu schneiden, die aber film-intern einfach zu erzwungen wirkten und die figuren zu random-agierenden marionetten degradierten. hat mir nicht gefallen. trotzdem ein geiler pitch.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

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