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Thema: Red State

  1. #1
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Red State

    IMDB

    Regie: Kevin Smith (Dogma, Clerks, Mallrats)
    Cast: Michael Parks (From Dusk Till Dawn), John Goodman (The Big Lebowski), Melissa Leo (The Fighter), Michael Angarano (The Forbidden Kingdom), Kaylee DeFer (Gossip Girl), Kyle Gallner (Red Eye), Jennifer Schwalbach-Smith (Clerks 2), Marc Bucas (Buffy the Vampire Slayer), Ronnie Connell (The Invasion), Nicholas Braun (Sky High), Kerry Bishe (Scrubs), Stephen Root (No Country for Old Men), Kevin Pollack (The Whole Nine Yards)


    Anhang 374Anhang 375



    Kevin Smith auf Abwegen, doch seinen Stil wird er auch in seiner Horrorsatire Red State nicht los. Die Dialoge klingen immer noch nach Clerks und Konsorten und machen den Film in seinem Genre schon fast zu etwas ganz Besonderem. Sein neuestes Werk handelt von einer Gruppe religiöser Fanatiker, die drei sündige Kinder entführt und diese ihre gerechte Strafe zukommen lassen möchte. Doch sie haben ihre Rechnung nicht mit der Regierung gemacht. Smith will viel mit seinem Film und dank seiner zynischen Betrachtungsweise geht das Ganze vollkommen auf, nahezu jede Seite wird hier auf aberwitzige Art und Weise bloß gestellt. Wirklicher Horror vermag im Grunde zwar nur in der ersten Hälfte des Filmes aufkommen, da der Rest das bislang gesehene ad absurdum führt, aber genau dieser Stilbruch gepaart mit seinem wirklich großartigen Ausgang, macht Red State zu etwas Einzigartigem. Die Darsteller sind dabei blendend aufgelegt; vor allen Dingen Tarantinos Lieblingsschauspieler Michael Parks darf endlich mal in einer Hauptrolle sein ganzes Potential zeigen und mag John Goodman auch viele Kilos verloren haben: Seine Coolness ist weiterhin unbestritten. Nach seinen letzten enttäuschenden Filme zeigt Smith hier, dass er es noch nicht verlernt hat und liefert ein herrlich zynisches Werk ab, das man nicht verpassen sollte.

  2. #2
    laertes
    Gast

    AW: Red State

    sehr gut, es kann nicht genug religionskritische filme geben.

  3. #3
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    AW: Red State

    Ich fand den nicht gut. Zu plump und grobschlächtig. Maximal unsubtil, für ne Satire beutet er die Spannungselemente zu offenkundig aus. Ständig werden dem Zuschauer krasse WTF-Momente reingewürgt - Holzhammerfilm, der sich in seiner Attitüde gefällt, offene Ideologie-Türen einzurennen. Der politisch links ausgerichtete Zuschauer wird gebauchpinselt, weil Smith extrem nach rechts blickt und den Rahmen seiner Kritik allzu bequem aufzieht. Er geht überhaupt kein Risiko mit dem Film ein, alles liegt an der Oberfläche. Der Film ist meiner Ansicht nach auch nicht wirklich religionskritisch. Der Prediger-Typ ist ein Psychopath, eine Kritik an dem muss man gar nicht mehr leisten, die erklärt sich von selbst. Dann schon eher regierungskritisch - fand ich aber auch nicht überzeugend. Ich finde ohnehin nicht, dass Smith mit irgendeinem Aspekt dieses Films überzeugt hat.

  4. #4
    Admin Avatar von Matt
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    AW: Red State

    Krasse WTF-Momente? Welche Version hast du gesehen?

    In meinen Augen glich Red State anfangs sogar noch einer Dokumentation, und so unvorstellbar finde ich das alles überhaupt nicht. Vor allem nicht in Bezug auf Thematik und Ort des Geschehens. Oberflächlich, gut, das kann man so sehen. Vielleicht auch einfach Kritik per Holzhammermedotik damit es auch der letzte versteht. Und die Auflösung fand ich grandios!
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  5. #5
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    AW: Red State



    Die Version, in der dem am Kreuz(?) gefesselten Mann von oben in den Kopf geschossen wird.

    Ich glaube ich weiß mittlerweile, was mein Problem mit dem Film ist. Nämlich genau der Fakt, dass es solche Hassprediger wirklich gibt, dass diese Spinner aber an sich schon derart extrem sind, dass eine weiter gehende satirische Überspitzung in die Richtung, in die sie ohnehin schon ausschlagen, für mich nicht sinnvoll erscheint. Eine brauchbare satirische Darstellung müsste für meinen Geschmack andere Elemente als "Realismus" in sich aufnehmen - so wie Chaplin das in Der große Diktator gemacht hat. Prinzipiell kann man zwar auch im Fall Red State "Hitler!" rufen; ziemlich viel Extremes, was auf den ersten Blick abwegig erscheint, ist leider doch vorstellbar. Es geht für mich aber nicht in erster Linie darum, ob es Leute wie Cooper tatsächlich geben kann, sondern darum, wie das Ganze filmisch aufbereitet ist. Und da fand ich, dass der Film sein "Feld der thematischen Aussage" ziemlich schnell abgrast und und seine Spannungselemente doch zu sehr ausbeutet. Also Gesellschaftkritik zu sehr "in your face" (trotz Satire), Story zu holprig.

  6. #6
    Statist Avatar von insiang
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    AW: Red State

    Der Film hat mir deshalb nicht gefallen, weil er so platt ist. Man nimmt ein eigentlich ernstes, von mir aus auch: gesellschaftlich relevantes, Thema, und dreht es auf der Zynismus-o-meter ganz nach rechts. Vor allem, um in Extreme zu fallen, wo es dann ja auch direkt Szenenapplaus vom Publikum gibt. Dass der Film seine Gewalt so ausstellt finde ich -wenn man es nüchtern betrachet- extrem ätzend. Man bekommt vor allem den Eindruck, Smith sucht nach einem Freifahrschein, um möglichst brutale Szenen darstellen zu können, wie am Ende,
     
    als er die beiden einzigen halbwegs sympathischen Figuren brutal exekutieren lässt
    . Dass da alle geschockt sind ist ja klar, und der Analyseprofi kann sogar sagen: ja, da schaut's her, "so schlimm ist das System!" Na Bravo, Her Smith.

  7. #7
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    AW: Red State

    Ganz genau so sehe ich das auch.

  8. #8
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    AW: Red State

    Kaum zu glauben, dass dieser Film vom gleichen Regisseur stammt wie Cop Out, auch wenn ich diesen doch noch ganz ordentlich fand und wohl besser als viele andere, wirkt er im Rückblick, verglichen mit diesem, doch wiederum deutlich schlechter und verliert an Bedeutung.

    Scheint es im ersten Moment vielleicht noch etwas gewöhnungsbedürftig, dass Kevin Smith sich an einen Thriller mit Horroranleihen wagt, ist es in der Umsetzung dann mehr als gelungen und überzeugt durchgehend. Ja er schafft es sogar diesem Genre einige neue kleine Denkanstöße und unerwartete Vorgänge einzufügen, die eine deutliche Aufwertung sind.

    Beginnt es als fast klassische Horror-Geschichte um drei Jungs die aufgrund eines sexuellen Antriebs in eine tödliche Falle tappen, gerät es schnell zur ausführlichen Kritik an US-amerikanischen religiösen Fanatikern und ihrer sehr fragwürdigen Gesinnung, nicht ohne sich letztlich auch noch mit der zweifelhaften Vorgehensweise von US-Behörden kritisch-satirisch auseinander zu setzen. Dabei werden keine Gefangenen gemacht und so ist der Film erfrischend politisch unkorrekt, überraschend fies und dank seiner Wendungen und des Humors einfach herrlich unterhaltsam und die Zeit vergeht viel zu schnell.

    Das Ganze wirkt wie ein Horrorfilm mit tieferer, fast politischer, Bedeutung. Und auch wenn es wenig klassische Horrorelemente beinhaltet (vom Szenario zu Beginn mal abgesehen), kommen Freunde der Produkte der Effekte- und Kunstbluthersteller und –verarbeiter durchaus auf ihre Kosten.

    Es scheint Smith offensichtlich auch ein wichtiges Anliegen gewesen zu sein die dramatische Denk- und Vorgehensweise (christlich) religiöser Spinner darzustellen, die durch ihren Zusammenhalt, ihrer Denke und vor allem ihrer Bewaffnung höchstgefährlich sind, denn dieser Part bekommt eine sehr ausgiebige Zeitspanne zugebilligt.

    Die Leistungen der Darsteller sind gut bis sehr gut, allen voran Goodman (der glücklicherweise nur an Körpergewicht nicht an schauspielerischem Gewicht verloren hat) sowie natürlich Michael Parks (den ich mit längeren Haaren und Bart (und vor allem ohne Sheriff-Hut) gar nicht erkannt habe). Grandios sein Spiel, insbesondere in dem sehr langen Monolog bzw. Predigt. Und wer noch Zweifel und Skepsis an der Großartigkeit des Filmes hatte, dem dürfte doch spätestens das grandiose Ende mit den beiden Agenten und Goodman zusagen (incl. der Auflösung um die rätselhaften Töne ).

    Insgesamt absolut großartige Unterhaltung mit Niveau, viel Humor und auch bisschen Gewalt. 'But why?' Werden sich nun die Skeptiker fragen, und um mit QT zu antworten: 'because it’s so much fun!' 8,5/10
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 22. September 2017]

  9. #9
    Statist Avatar von insiang
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    AW: Red State

    Eine ausführliche Kritik kann ich da nirgends entdecken - eher einen Filmemacher, der auf einer Welle mitreitet, die ihm zugleich die Möglichkeit zu völliger Überzeichnung liefert. Allein schon die Käfighaltung ist ja ein genre-immanentes Zitat ohne realen Sinn und Verstand. Der Monolog ist übrigens nicht gelungen; oder nur insofern, als dass er überzogen, schlecht gespielt und somit völlig scheiße ist. Was die Figur ja auch sein soll.

  10. #10
    Moderator Moderator Avatar von TheCrow
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    AW: Red State

    Der Monolog kam mir eine ganze Spur zu lang rüber, und grossartige Überraschungen wollten sich mir bei dem Ende nicht offenbaren. Die Kritik bleibt schlussendlich oberflächlich bzw. verkommt zur reinen Darstellung eines Zustandes. Ich fand den Film zwar dennoch unterhaltsam, aber für mich verlief das Ganze mit seiner eher plumpen Auflösung - ich hasse es, wenn einfach in den letzten 2 Minuten via Dialog vermittelt wird, was eigentlich los war - irgendwie im Nichts.
    "Stop breathing!" - The Man in Black
    MovieCops - Filme im Kreuzverhör #76 ist online! (17.09.2017)

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  1. 21.11.2011, 01:04

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