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Thema: S.O.B. (S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler)

  1. #1
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    S.O.B. (S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler)

    Eröffne hiermit mal das Topic zu meinem Lieblingsfilm, auch weil er jetzt grade "der" aktuelle OMFE-Empfehlungsfilm ist.

    Meine Meinung zum Film später, nur soviel. Autobiografisches Werk aus dem Jahre 1981 von Komödienregisseur Blake Edwards nach seinem eigenen Selbstmordversuch als satirische Generalabrechnung von Edwards mit dem Hollywood-Business.

  2. #2
    Regisseur Avatar von soulassassin
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    AW: S.O.B. (S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler)



    Ums gleich mal vorweg zu nehmen, der Film hat für mich leider nicht so funktioniert wie ich es mir für Wolfe und mich gerne gewünscht hätte.

    Ich hab ein weilchen gebraucht um richtig in den Film einsteigen zu können, was vielleicht ein klein wenig an meiner Erwartungshaltung gelegen haben mag. Hat sich eben nicht so ganz gedeckt mit meinen Vorstellungen einer 80er Jahre Comedy... so ganz allgemein vom Flair, vom Feeling her, weiß nicht wie ichs besser beschreiben soll. Egal, konnte ich mich ja dann doch recht schnell von lösen.

    Der Film hat viele schräge Vögel zu bieten, hält einige amüsante Dialoge parat und kann auch mit der ein oder anderen wirklich lustigen Szene punkten, als Beispiel sei das herrlich sanfte durchgleiten (Sanduhr-like) vom 1. Stock ins Sodom und Gomorra des Erdgeschosses erwähnt. Das hatte echt Klasse . Auch die zu Beginn gezeigten Selbstmordversuche von Felix sind per se durchaus unterhaltsam, also deren Ausgang... das Vorhaben an sich, also die Art und Weise wie es versucht wird ist nicht sonderlich spektakulär und leider auch nicht unbedingt lustig, hätte es aber durchaus sein können. Worauf ich hinaus will ist, das meiner Meinung nach hier und da ordentlich potential verschenkt wurde, was sich eben vor allem auf den Unterhaltungswert negativ auswirkt. Viele Szenen hätten witzig sein können oder zumindest bei weitem witziger, keine Ahnung obs jetzt am Drehbuch oder am Inszenierungstil gelegen hat aber irgendwo wurde auf jeden Fall geschludert.

    Von den Figuren bleiben am ehesten Doctor Feelgood (Robert Preston) und Felix Farmer (Richard Mulligan) positiv im Gedächtnis. Mulligan gibt ein herrliches Overacting zum besten (vom Wahnsinn in Sachen Mimik erinnerte er mich nicht selten an Nic Cage ) und Preston spielt einfach einen sehr amüsanten und schlagfertigen Quacksalber der mir durch seine Art und Weise von der ersten Szene an gleich sympathisch war. Der Rest ist nettes, anständig aggierendes Beiwerk. Was vielleicht auch noch erwähnenstwert ist, ist das der Film eigentlich keinen wirklichen Hauptdarsteller vorzuweisen hat... wenn überhaupt ist hier wohl eher das Thema welches der Film behandelt (oder auf die Schippe nimmt) als Protagonist zu nennen. Aber auch die satirische Auseinandersetzung/Abrechnung mit Hollywood und allem was dazu gehört konnte mich nicht wirklich für sich einnehmen, vielleicht überseh ich aber auch nur was aber ich bin mir Sicher das wenn dem so ist mir die anderen OMFEler vielleicht die Augen öffnen werden .

    Einige längen hat das Filmchen dann leider auch noch aufzuweisen sodas zu weilen ein wenig das interesse an gezeigtem verloren geht aber um auch noch mal was positives in den Topf zu werfen, die Szene um die Spielzeugpistole und die Wikkinger-Beisetzung fand ich wiederum richtig . Im Großen und Ganzen zwar eine kleine Enttäuschung aber trotzdem ein Danke an Wolfe für die Empfehlung. Ich bin mir Sicher du kennst so den ein oder anderen Film aus 70/80ern die bei mir bestimmt besser gezündet hätten. Beim nächsten mal dann .



    Edit: Erster!
    Geändert von soulassassin (30.06.2011 um 01:05 Uhr)
    "Ich hab drei Kinder und kein Geld! Warum hab ich nicht keine Kinder und drei Geld?!" - Homer Simpson

  3. #3
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    AW: S.O.B. (S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler)

    Am WE die Aufzeichnung vom TV gesucht, gefunden und mein Wissen um den Film noch mal aufgefrischt.
    Ich muss sagen, dass der Film, obwohl man ihm seine 30 Jahre anhand von Mode, Autos etc. natürlich anmerkt, er als Satire auf das Hollywood-Business immer noch funktioniert und vermutlich immer noch aktuell ist. Basierend auf das Wissen, dass die Figur des Felix Farmer (aka Blake Edwards) autobiografische Züge kann man in der ersten Hälfte mitleiden und in der zweiten mitfiebern, ob sein revolutionärer Neudreh des Filmflops ein Erfolg werden kann.
    Edwards Frau im wahren Leben, Julie Andrews (Mary Poppins) spielt sich quasi selbst, das sie (unter Regie ihren Ehemanns) tatsächlich zu Oben-Ohne-Szenen zu bewegen war erstaunt doch ein wenig.
    Ansonsten die ogozentrische Clique von Studio-Exekutiven, Agenten, Assistenten, Schauspielern und ähnlichem Gierhälsen und Speichelleckern wird von einer namhaften Darstellerriege (Robert Vaughn, Larry Hagmann, Shelley Winters u.a.) dargestellt, wobei man sich immer unterschwellig fragt, mit welchem Selbstverständnis sie diese Rollen spielen. Und natürlich, wie Blake Edwards überhaupt ein Studio gefunden hat, das ihm den Film finanziert. Klasse auch Loretta Swit (Major Houlihan in 11 Staffeln M*A*S*H), als unerträgliche Klatsch-Kolumnistin, die aber ihr Fett abbekommt.
    Aufgefangen wurde diese ganze Egozocker-Bande durch das Trio bestehend aus Bill Holden, Robert Preston und Robert Webber, die bis zum Ende zu Felix halten, und zwar wirklich bis zum Ende und gegen Ende für wirklich bewegende Szenen sorgen. Auch ein Gutteil der guten Gags und Sprüche gehen auf das Konto eines der Drei, wobei natürlich Robert Prestons schwuler, mit Spritzen für jede Gelegenheit ausgestatte Doktor imo den Vogel abschiesst.
    Noch zu erwähnen ist natürlich der sonst eher aus den TV (Soap) bekannte Richard Mulligan, der als Felix Farmer erst den depressiven und später den förmlich besessenen hervorragen verkörpert, wobei man natürlich sein Overacting hinnehmen muss, bzw. als Ausdruck seiner Manie verstehen muss.
    Ach ja, und Blake Edwards schafft es tatsächlich auch noch, eine action-reiche Autoverfolgungsjagd unterzubringen, die im Ansatz an „Blues Brothers“ erinnert.
    In Zahlen: Für mich eine 8,5 von 10

  4. #4
    Bob
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    AW: S.O.B. (S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler)

    so, last-minute sichtung. müsste eigentlich schon längst im bett sein, da ich in 4 stunden wieder raus muss. sorry Wolfe, geht nur auf die schnelle:

    nicht gerade ein optimaler film für OMFE, da er bei der ersten sichtung kaum zu 100% erschließbar ist. der zynisch gezeichnete kleinkosmos wird von sehr vielen figuren bevölkert, deren funktion man beim ersten mal kaum alle erfassen kann. ich vermute hier muss man sich entweder sehr gut mit anekdoten von Edwards auskennen, oder lässt sich das ganze in einer art audiokommentar erklären. auf anhieb kann ich nur mit einem empfindungsprotokoll dienen: die ersten 50 minuten empfand ich als relativ schleppend, bis dann endlich mal die hauptfigur erwacht und in aktion tritt. den mittelteil fand ich am vergnüglichsten und auch am einfachsten zugänglich, da die dreh- und produktionsvorgänge auch mit einem durchschnittlichen filmwissen begreifbar sind. am ende gibt es noch ein wenig Immer Ärger mit Bernie und der zynische humor erreicht sein maximum. sehr lustig fand ich den promi-arzt, der da wild spritzend über die partys stolpert und wahrscheinlich selbst sein bester kunde ist. Robert Vaughn sehe ich auch immer gerne. bei x-figuren wie der hysterischen bystanderin (sic) musste ich aber passen. kein plan. Edwards hang zum albernen geht bei mir nicht immer auf, gerade auch was seine darstellung von asiaten angeht - weniger eine hemmung aus political correctness, sondern mehr, weil ich den witz dabei nicht recht verstehe.

    ich denke beim zweiten mal und mit mehr hintergrundwissen wird der film mehr zünden, daher vergebe ich wohlwollend eine 7/10.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  5. #5
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    AW: S.O.B. (S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler)

    warum letzte Sekunde? Ist doch noch ein wenig Zeit bis zum Abgabetermin

  6. #6
    Admin Avatar von Matt
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    AW: S.O.B. (S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler)

    Für Bob war es eben last-minute, weil er heute früh in den Urlaub gebrettert ist.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  7. #7
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    AW: S.O.B. (S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler)

    Ah, verstehe ...

  8. #8
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    AW: S.O.B. (S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler)

    Die Eröffnungsszene ist schon mal etwas ganz besonderes („sing Polly wolly doodle all the day“), wobei man sich kurz fragt, ob man nicht im falschen Film ist, aber es wird rasch klar, dass das nur ein Film im Film ist; das Ganze wirkt sehr aufgekratzt, aber war sicher auch sehr aufwendig in der Produktion. Danach kommt die eigentliche Geschichte in Gang, mehr oder weniger, denn so gut 10-20 Minuten dauerte es doch, bis ich halbwegs warm geworden bin mit dem Film und seinen Figuren. Ich denke spätestens wenn Dr. Finegarten auf der Bildfläche erscheint gewinnt der Film deutlich an Fahrt und Witz und der Zuschauer fühlt sich erstmals richtig unterhalten. Eigentlich müsste man Robert Preston ja wegen Tierquälerei rankriegen, denn der schießt den Vogel nur so reihenweise ab. Eine der beachtenswertesten und grandiosesten Figuren der Filmgeschichte, ganz großes Tennis. Übrigens glaube ich im Gegensatz zu der Meinung eines Mitsehers nicht daran, dass die Figur homosexuell sein soll; vielmehr spielt und kokettiert Dr. Finegarten mehr mit und durch dieses Auftreten. Er ist sehr exzentrisch und extrovertiert und benutzt diese Art eher damit um sich noch mehr herauszuheben und vielleicht auch ein wenig mit den Konventionen/Gepflogenheiten zu brechen und aus der Menge herauszustechen. In den Kreisen in denen er verkehrte war Homosexualität vermutlich in der öffentlichen Meinung akzeptiert, aber dennoch Randerscheinung und Besonderheit genug, um für ihn geradezu geschaffen zu sein. Vielleicht sind meine Theorien aber auch Standard Operational Bullshit und der Junge ist einfach von Geburt an stockschwul. Apropos Robert Preston, die Roberts gab's hier ja gleich in der Familiengroßpackung. Ansonsten sticht natürlich noch Mulligan mit einem Overacting hervor, dass diesen Namen zweifellos verdient hat und manchmal fast zu viel ist.

    Einen ersten großen richtigen Lacher generiert zweifelsohne die Szene als Hauptfigur Felix mehr per Zufall eine neue Methode findet vom 1. Stock ins Erdgeschoss zu gelangen ohne die Treppe zu nehmen (feine Sache; leider hat das Prinzip noch einen Haken bezüglich der Nutzung in die andere Richtung). Neben den fliegenden jetzt also auch sinkende Teppiche.

    Der Film beinhaltet viele direkte und indirekte Anspielungen auf das Film-Biz (insbesondere den kritischeren Seiten) und den Leuten die darin wirken und wartet mit einer beachtlichen Riege namhafter Darsteller auf. Allerdings gibt es Hoffnung, denn auch in dieser oberflächlichen, profitgierigen und unehrlichen Scheinwelt gibt es noch tiefe Freundschaften und selbstlose Gesten und Taten, wie der letzte Teil des Filmes auf doch auch recht humorige Weise aufzeigt. Interessanterweise persifliert sich der Film auch ein wenig selbst, wenn man auf der einen Seite das Getue um die Oben ohne-Szene von Sally Miles für den Nachdreh bedenkt (ironischerweise hat Julie Andrews zu der Zeit in etwa das gleiche Sauberfrauimage wie ihre Figur und übrigens sehr beachtenswert wie man es im Film schafft sie zur Durchführung zu „überreden“), welches recht ausgiebig beleuchtet wird, hat sich andererseits schon recht früh ein junges Mädel (wie man im Abspann dann überraschend erfährt eine gewisse Rosanna Arquette) eher so nebenbei und ohne großes Aufheben mal eben frei gemacht als sei es das Normalste der (Film)Welt.

    Leider braucht das Ganze ein wenig lange um richtig in Gang zu kommen, danach ist der Humor allerdings vereinzelt wirklich sehr gut, teils ironisch, teils schwarz, nicht selten slapstickhaft und mit einigen deutlichen Seitenhieben auf die Traumfabrik. Dazu gibt’s auch einige One-Liner die einem im Gedächtnis bleiben. Übrigens noch ein kleiner Nebengedanke; ich war etwas verwundert, als ich im Nachhinein das Produktionsjahr sah, auf mich wirkte er irgendwie älter.

    So vergebe ich summasumarum 6,5/10 Punkte.

    -----

    Zitat Zitat von soulassassin
    als Beispiel sei das herrlich sanfte durchgleiten (Sanduhr-like) vom 1. Stock ins Sodom und Gomorra des Erdgeschosses erwähnt
    Der Sanduhr-Vergleich ist sehr gut. Passt auch zu Edwards; da gibt's doch im Pink Panther-Vorspann die Szene als Paulchen samt Sand runterrutscht.


    Zitat Zitat von Gerry
    Loretta Swit (Major Houlihan in 11 Staffeln M*A*S*H)
    Aaaaaah, jaaaa... ich überlegte die ganze Zeit 'die kennste doch... woher nur, woher nur...' (und dazu eher in negativer Erinnerung...) natürlich! Danke.
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 04. November 2017]

  9. #9
    Regisseur Avatar von VJ-Thorsten
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    AW: S.O.B. (S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler)

    Cool, unsere Sichtungen decken sich ja so in etwa.

    Achtung...minimale ahead

    Nein, ich habe nicht viele Blake Edwards Filme in meinem Leben gesehen. Klar, Pink Panther als Kind und ich habe den Kram geliebt. Mein absoluter Favorit ist jedoch The Party von 1968 mit einem grandiosen Peter Sellers. Über Edwards selbst weiß ich so gut wie gar nichts, was sich für S.O.B. sicherlich als nicht ganz günstig erwiesen hat.

    Die Eröffnungsszene bereitete mir große Kopfschmerzen und ich erwartete eine pure Tortur, wenn das so weitergegangen wäre. Zum Glück jedoch schlägt der Film rasch eine ganz andere Richtung ein. Felix Farmer ist ein erfolgreicher Hollywood-Produzent. Bisher hatte er keinen Flop und das Studio lag ihm zu Füßen. Dann kam Night Wind. Der größte Flop in der Filmgeschichte ruinierte Farmers Produzentenleben. Wenn das schon vorüber ist, warum nicht gleich Schlussmachen? Und so steigen wir ein in die Handlung des Filmes und erleben verschiedene Selbstmordversuche von Farmer, die natürlich alle gründlich misslingen. Seine Mitmenschen kümmert dies wenig. Ob Ehefrau, Kollegen oder Gärtner, solange der Rubel rollt steht er im Mittelpunkt, doch der Mensch Farmer bleibt gänzlich auf der Strecke. Ja, bei all diesen Szenen hatte ich meine helle Freude. Ob nun der Abgang mit dem Auto ins Meer, dem missglückten Manöver an den Balken der Zimmerdecke oder aber der Kopf im Gasherd. Großartig lakonisch gespielt von Richard Mulligan, den ich vorher nicht kannte.

    Der Film entwickelt sich zu einer wunderbaren Satire auf die amerikanische Filmindustrie Hollywoods, wo der Regisseur am Ende nicht viel zu melden hat. Und selbst als die Lebensgeister in Farmer zurückkehren und er sich die Rechte an dem Flop sichert (grandios überdrehtes Schauspiel von Mulligan in den folgenden 10 Minuten, das wirklich in Erinnerung bleiben wird) bleibt er der Dumme. Seine Idee: Den braven Blockbuster mit ordentlich Sex aufpeppeln und die Brüste seiner Frau – eines kreuzbraven Megastars – zu entblößen. Sex sells eben und natürlich wird die Rechnung aufgehen, doch Farmer wird am Ende alles verlieren und die ganze schmierige Filmindustrie wieder einmal alles gewinnen.

    Die Aussage von Edwards ist betrüblich und auch wenn ich keine Einblicke hinter die Kulissen des Geschäfts habe, so erscheint mir Edwards Abrechnung durchaus plausibel, auch wenn sie natürlich den Konventionen der Satire folgend maßlos überzeichnet ist (man denke nur an die Klatschreporterin). Aber genau darin liegt meiner Meinung nach Edwards große Stärke und dies begründet auch seinen Erfolg. In S.O.B. hätte man sich vielleicht manchmal noch ein wenig mehr Boshaftigkeit gewünscht. Wenn schon Rundumschlag, dann aber bitte richtig und ausführlich. Man spürt die Verbitterung Edwards über das Business, doch scheint ihm seine Gabe für die Situationskomik und den Slapstik hier vielleicht ein wenig im Weg zu stehen. Gleichwohl, ich hatte meinen Spaß und verfolgte diese Groteske bis zum Schluss mit einem lachenden Auge.

    Klar, letztlich war mir der Streifen ein wenig zu voll gewesen, als dass ich alles hätte aufnehmen können. Teilweise stellte sich Verwirrung an. Doch der positive Eindruck überwiegt, auch wenn Edwards hier nicht an frühere Meisterwerke anzuknüpfen vermag. Schade eigentlich, das diese Abrechnung mit dem Business selbst ein Flop wurde. Auch wenn er noch so viele Wahrheiten anspricht und viele Zuschauer mit dem Kopf nicken werden – das miese System schlägt ihn am Ende selbst.

    7 / 10


    Und ja ja ja, ich hab den Doc vergessen zu erwähnen. Ein klares Highlight des Films!
    Burt, are we fuck-ups?

  10. #10
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    AW: S.O.B. (S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler)

    Zitat Zitat von VJ-Thorsten Beitrag anzeigen
    Cool, unsere Sichtungen decken sich ja so in etwa.
    Nicht ganz : wenn ich das so richtig lese, von den drei OMFE'lern bisher, scheinst Du mir Derjenige zu sein, der vom Film als Solchem von Anfang bis Ende bisher am Meisten rausgezogen hat, am meisten mit anfangen konnte, am meisten mit Spaß hatte mit dieser Edwardschen biografisch angehauchten Abrechnung in Satireform, wohingegen ich glaube, daß zumndest Kalé und soulassassin eher nur mit einzelnen Teilen des Films; Schauspielern, Dialogen, Situationen; was anfangen konnten und Gefallen dran fanden, eher aber weniger von der Gesamtheit des Films angetan waren, sondern eher schlecht in den Film fanden bis beinah zur Hälfte des Films (Bob).

    Zitat Zitat von VJ-Thorsten
    In S.O.B. hätte man sich vielleicht manchmal noch ein wenig mehr Boshaftigkeit gewünscht. Wenn schon Rundumschlag, dann aber bitte richtig und ausführlich.
    Schon klar. Man darf aber nicht vergessen, daß der Film 1981 gemacht wurde und mit den Edwardschen Mitteln und Konventionen gemacht wurde jener Zeit. Ein THE PLAYER etwa kam etliche Jahre später. Und Art und Weise von Mensch und Film und Kritik und Biß im Jahre 1981 eine andere war als ein oder zwei Dekaden später oder gar heuer.
    Geändert von Wolfe (07.07.2011 um 14:58 Uhr)

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