Ergebnis 1 bis 5 von 5

Thema: The Gruffalo

  1. #1
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    07.07.2005
    Ort
    North Cothlestone Hall
    Beiträge
    16.504

    The Gruffalo



    Britisch/deutscher Animations-Kurzfilm der deutschen Regisseure Max Lang und Jakob Schuh nach einem Kinderbuch von Julia Donaldson mit Illustrationen von Axel Scheffler.

    Im Original mit den Stimmen von Helena Bonham Carter, James Corden, Tom Wilkinson, John Hurt, Rob Brydon und Robbie Coltrane.

    IMDb-Eintrag


    Anschauen kann man es sich hier:

    Teil 1 im englischen Original mit spanischen Untertiteln (die nicht stören sollten, man kann sogar noch was dabei lernen).

    Teil 2 im englischen Original. Wo der erste Teil hierzu ist ist schleier(eulen)haft. Man kann natürlich auch bei der spanischuntertitelten Version bleiben, da sind Bild und Ton allerdings nicht mehr Synchron (ha, das reimt sich, passend zum Film).


    Durch Zufall im Rahmen der kurzen Vorstellung bei den Oscars drauf aufmerksam geworden und Interesse war geweckt. Sicherlich eher für eine jüngere Zielgruppe gedacht gefällt er mir doch recht gut. Das Ganze ist liebevoll und detailreich inszeniert, hält die ein oder andere Botschaft bereit und lädt zum Sinnieren in mehrere Richtungen ein. Dazu zeigt es relativ ungeschönt, wenn auch halbwegs kindgerecht, in Ansätzen den Kreislauf von fressen und gefressen werden. Beachtenswert auch noch der gelungene Score von René Aubry (insbesondere die Themen "The mouse" und "The owl" gefallen mir persönlich sehr gut).


    Who is this creature with terrible claws
    and terrible teeth in his terrible jaws?
    He has knobbly knees and turned out toes
    and a poisonous wart at the end of his nose.
    His eyes are orange, his tongue is black,
    he has purple prickles all over his back.
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 04. November 2017]

  2. #2
    Regisseur
    Registriert seit
    07.07.2005
    Ort
    Stuttgart
    Beiträge
    4.998

    AW: The Gruffalo (Der Grüffelo)

    Interview mit einem der Macher, Jakob Schuh, in der Stuttgarter Zeitung.
    Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.

  3. #3
    Regisseur
    Registriert seit
    25.12.2000
    Beiträge
    4.985

    AW: The Gruffalo

    Ein sehr süßer Film. Gelungene Umsetzung des Kinderbuches. Aber so rein aus pädagogischer Sicht bin ich ein wenig verwirrt. Finde es zwar schön, in einer metaphorischen Geschichte mit dem Thema "Angst" zu spielen und dieses zu relativieren. Aber mal ehrlich: Die Eichhörnchenmutter, die gerade fast von einem Greifvogel getötet worden wäre, erzählt ihren aufgrund dessen verängstigten Kindern eine aufmunternde Geschichte, an deren Ende die beiden wieder vergnügt sind und dann mutig und furchtlos gemeinsam mit Ihr das Nest verlassen und dann fast schon sorglos auf dem Ast sitzen und in die Ferne blicken. Besonders hilfreich ist das aber doch aus Sicht der Eichhörnchenkiddies nicht, oder? Wäre doch viel sinnvoller, wenn die beiden vor den bösen Gefahren die draußen auf sie lauern, die nötige Angst (oder nennen wir es von mir aus Vorsicht) haben. So (über)leben sie wahrscheinlich länger.

  4. #4
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    07.07.2005
    Ort
    North Cothlestone Hall
    Beiträge
    16.504

    AW: The Gruffalo

    Interessanter Gedanke. Hier kann man vielleicht zunächst zwischen dem echten „Wildlife“ und der Erzählung unterscheiden, wobei ich im Ergebnis auf eine ähnliche Position komme.

    In der Natur kann man die Hörnchen zu den klassischen Beutetieren mit mannigfaltigen Fressfeinden zählen. Somit gehört es für sie zum täglichen Leben dazu immer auf der Hut zu sein. Ich denke die Jungtiere lernen schon früh mit dieser Situation „umzugehen“ (mglw. schon in den Genen vorprogrammiert), so dass das Thema Gefressenwerden präsent ist und man nach einer missglückten Attacke umgehend zur Tagesordnung übergeht. IMO ist von Seiten der Natur aus da auch gar keine Alternative vorgesehen, und so kann ein Tier, dass überwiegend von Instinkten und Trieben geleitet wird, auch gar nicht aus solch einer Rolle ausbrechen. Es liegt einfach nicht in der Natur depressive oder neurotische Züge anzunehmen. Natürlich ist es um zu Überleben sehr wichtig vorsichtig zu sein, aber die munteren Baumkletterer haben ihre eigenen Methoden entwickelt es ihren Fressfeinden so schwer wie möglich zu machen. So sind sie extrem geschickt, flink und fast rastlos unterwegs, und beherrschen das Bäumehochklettern und zwischen Ästen und Bäumen hin- und herspringen wie nur wenige andere. Ich meine auch, dass Eichhörnchen verhältnismäßig wenig Zeit außerhalb ihrer sicheren Behausung verbringen, überwiegend um Nahrung zu sammeln, um so das Risiko einzugrenzen.

    Für die Geschichte gilt ähnliches. Die Aussage ist damit doch, dass man trotz allen Gefahren die auf einen lauern und auch wenn das eigene Sein endlich ist, nicht den Mut oder die Lebensfreude verlieren, sondern einfach weitermachen soll, und das sollen die Kleinen (Hörnchen wie Mensch) doch schon recht früh lernen. Wenngleich es natürlich nicht ganz ohne Haken ist eine Geschichte in der Tiere auch nichttierische Verhaltensweisen an den Tag legen, mit der Realität direkt zu vergleichen. Jedenfalls ist das für mich in der gezeigten Weise durchaus stimmig und steht nicht im Widerspruch zur Realität oder zu einer sinnvollen Aussage für den Zuschauer.
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 04. November 2017]

  5. #5
    Regisseur
    Registriert seit
    25.12.2000
    Beiträge
    4.985

    AW: The Gruffalo

    Nun ja, wenn man argumentiert, dass Tiere in der Realität von ihren Instinkten gesteuert werden, dann würde es konsequenterweise auch keinen Sinn machen, dass sie sich gegenseitig die Angst durch Gute Nacht Geschichten nehmen. Die animierten Eichhörnchen jetzt mal außen vorgelassen, frage ich mich dennoch, welche Botschaft hier an den kindlichen Zuschauer vermittelt werden soll. Man muss die Metapher einfach mal zu Ende denken und sich dann fragen was das bedeutet. Komme mir zugegebenermaßen gerade selbst ein bisschen blöd vor, in einen Kinder-Kurzfilm so hineinzupsychologisieren. Aber hey, bei "2001 - Odyssee im Weltraum" kanns ja jeder...

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36