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Thema: Pontypool

  1. #1
    Ganzkaputtheile
    Gast

    Pontypool



    Pontypool
    (Canada, 2009)

    Directed by
    Bruce McDonald
    Written by
    Tony Burgess
    Starring
    Stephen McHattie
    Lisa Houle .
    Georgina Reilly
    Hrant Alianak

    Distributed by
    Maple Pictures
    Running time
    95 minutes
    Trailer

    The action is set in a small radio station located in the basement of a church in Pontypool, Ontario. The morning team consisting of former talk radio "personality" turned announcer Grant Mazzy (Stephen McHattie), his producer Sydney Briar (Lisa Houle) and technician Laurel-Ann Drummond (Georgina Reilly), start taking reports of bloody, unmotivated riots occurring in town from field reporter Ken Loney in his "Sunshine Chopper" helicopter
    (...)
    Wikipedia
    Uuuh was haben wir da denn. Das Intro mit der Stimme im off fing schon top an und zieht einen in diese Atmosphäre von etwas geheimnisvollen. Ich muss sagen, dass es Stellen gab an denen ich auf Pause drücken musste, um zu realisieren ob das gerade wirklich passiert ist oder besser gesagt, ob ich das gerade wirklich gehört habe. Es gab Momente da kam es mir vor, als würde mit dem Zuschauer Psychospielchen gespielt werden - aber richtig gut. Ich weiß nicht wie ich eine Stelle beschreiben kann, in der ich dieses Gefühl hatte ohne zu viel zu verraten. Egal ich versuch es erst gar nicht. In jedem Fall äußern die Hauptcharaktere teilweise etwas, das einem so fern vom eigentlichen Film vorkommt, es gar nichts mit dem zu tun hat was innerhalb einer Szene gerade stattfindet, und es auch nicht durch die Infizierung zu verschulden ist, so dass es wirklich Psycho wird. Der Film beinhaltet keine Actionsequenzen und auch kein wirklich splatternen Gore, was ich in Pontypool aber auch zu keiner Zeit vermisst habe. Die sanften Kamerafahrten im Halbkreis (oder ähnliches) von den Gesichtern am Mikro sind sehr schön und durch die Mimiken des Radiomoterators (Stephen McHattie), diese verdutzten Gesichtsausdrücke, funktioniert alles auch wunderbar. Die Idee mit der Radiostation und Entwicklung einer Nachrichtenstory, wo der Provinzsender plötzlich mit der Welt Konferenzschaltung hat, ist mal etwas interessant anderes. Vorallem in Bezug auf das Thema Gerüchte, Situation herunterspielen oder dramatisieren, Meldungen bestätigen lassen müssen etc., welche Bedeutung eine Äußerung haben kann. Die Art der Infizierung zum Zombie ist wirklich originell, fast genial eigentlich. Ich denke dass der Film da auch unglaublich tiefgründig ist, oder sein möchte. Über diese Art von Infizierung kann man sich bestimmt noch Wochen unterhalten. Der Film fließt irgendwie direkt durch die Poren ins Gehirn, wie ein Schwamm der sich vollsaugt, wie das Schmierfett in einem Getriebe, und glücklicherweise ist der Film auch nicht auf biegen und brechen ernst. Dennoch hat mich kein Horror- Zombiefilm in letzter Zeit so an sich ziehen können, gar eine psychische Befangenheit auslösen, dass ich mein Herz pumpen gemerkt habe. Gut, dazu zählen dann natürlich auch immer die jeweils äußeren individuelle Gegebenheiten im Moment der Filmsichtung. Pontypool kann man sich wirklich mal ansehen, ist eine sehr nette Idee. Wobei ich Dead Air noch nicht kenne der im selben Jahr erschienen ist, aber ist mir da eigentlich auch eher relativ.

    Geändert von Ganzkaputtheile (28.02.2011 um 21:24 Uhr)

  2. #2
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    AW: Pontypool

    Als ich Keyzers FTB-Eintrag zu dem Film laß, war für mich klar, dass ich den Film sehen will. Zwischenzeitlich erfuhr dieses Vorhaben einen herben Dämpfer, ich dachte nämlich, ich hätte mir selbst durch eine kleine Dummheit das Ende verspoilert. Wie ich nun feststellen konnte, war dem absolut nicht so, meine Denke ging in eine ganz andere Richtung, die mich wohl auch etwas enttäuscht hätte, das richtige Ende hingegen gefiel mir ziemlich gut.

    Bis dahin gibt es einen Film, der extrem spannend und nervenaufreibend ist, und das obwohl sich fast alles auf das Auditive konzentriert, und fast gar keine übermäßigen blutigen Szenen zu sehen sind. Der meiste Thrill bzw. die Bilder dazu spielen sich allein im Kopf des Zuschauers/Zuhörers ab. Vielleicht liegt es auch an mir, der einfach sehr leicht anfällig ist für Nervenaufreibendes, aber das was der Film erreichen wollte, hat er bei mir bestens geschafft. Mit vergleichsweise geringen Mitteln wird hier eine äußerst realistische und bedrohliche Atmosphäre geschaffen, was sicher auch der Leistungen der beiden Hauptdarsteller geschuldet ist, aber eben auch dem ganzen Arrangement an sich.

    Über die Auflösung, das Warum, lässt sich vielleicht streiten. Ist halt eine sehr ungewöhnliche Idee, was einerseits frisch und einfallsreich ist, andererseits aber auch nicht so einfach zu schlucken. Letztenendes überwiegt da aber das Positive. Und von der Auflösung mal abgesehen, bis dahin zweifellos ein sehr spannender Film.

    Und was sich für mich in Bildern im Vorfeld schon anbahnte wurde nun durch den Film festzementiert, welcome "Homecoming Hero“ in meinem Habenwill-Harem. Die Rede ist übrigens von Georgina Reilly.

    Noch ein Wort zur Synchro. Ich will ja gar nicht bestreiten, dass es im Original alles noch viel besser wirkt, aber mit der Auswahl von Klaus-Dieter Klebsch (bekannt aktuell als Stimme von Dr. House oder die von Alec Baldwin), hat man eine sehr markante und gutgeeignete Stimme für den Radiosprecher Grant Mazzy gefunden. 8,25/10
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  3. #3
    Statist Avatar von insiang
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    AW: Pontypool

    Zitat Zitat von Kalervo Beitrag anzeigen
    8,25/10
    Wie kommst du eigentlich zu genau so einer Bewertung?

  4. #4
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    AW: Pontypool

    Ohje, das alte Thema...

    Kurz gesagt: besser als 8, schlechter als 8,5. Aber bitte nicht wieder die Zahlenspiel-Diskussion. Ich vermeide seit geraumer Zeit ja die zweite Nachkommastelle schon.
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  5. #5
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    AW: Pontypool

    Mich hat Pontypool sehr an die Werke von Shyamalan, vor allen Dingen Signs erinnert. Der Film spielt nahezu komplett in einer Radiostation um der herum scheinbar irgendetwas Großes zu geschehen scheint, kommen doch die merkwürdigsten Anrufe ins Studio, die von Massenmorden und Ähnlichem sprechen. Bruce McDonald inszenierte seinen Film auf sehr atmosphärische Art und Weise, lässt den Zuschauer lange im Unklaren und dank des tollen Stephen McHattie wird der Film von seinem Hauptcharakter auch super getragen. Womit der Film nun steht oder fällt wird bei den meisten Leuten sicherlich die Auflösung sein. Ich fand sie jedenfalls ganz groß, da ich mich nicht erinnern kann so etwas je auf der Leinwand gesehen zu haben und die Idee zumindest in Filmform vollkommen neu ist. Da stören mich die etwas schwächeren letzten 10 Minuten auch nicht so sehr, dass ich den Film runterwerten würde. Ähnlich eigenwillig und gut inszeniert fand ich auch McDonalds The Tracey Fragments mit Ellen Page

  6. #6
    Statist Avatar von insiang
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    Zitat Zitat von Kalervo Beitrag anzeigen
    Ohje, das alte Thema...

    Kurz gesagt: besser als 8, schlechter als 8,5. Aber bitte nicht wieder die Zahlenspiel-Diskussion. Ich vermeide seit geraumer Zeit ja die zweite Nachkommastelle schon.
    Ok, sorry. Wollte dir nicht auf den Schlips treten!

  7. #7
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    AW: Pontypool

    So hab' ich's auch nicht aufgefasst. Aber das Thema gab es schon, was Du ja nicht wissen konntest. Und da hat man sich letztlich in allseitigem Einvernehmen darauf geeinigt, dass es keine Einigung gibt. Ist so nach der Synchro-Debatte das zweitheißeste Eisen im Forums-Feuer... jedenfalls nach meiner Auffassung, drum pack' ich das nur mit stahlummantelten Samthandschuhen an.
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  8. #8
    Bob
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    AW: Pontypool

    ich glaube man darf die nachkommastellen nicht als wirklichen wert verstehen. also eine 8,5 sind nicht 85% von 100, sondern mehr so 'ne 8 mit trostpreis. hatte ja mal im zuge von OMFE für die halbschritter auf eine skala von 1 bis 20 verwiesen, was ja wertemäßig auf's gleiche hinauskommen würde, aber das mochte man nicht. daher gehe ich davon aus, dass diese nachkommadingsen mehr so einen intuitiven wert vermitteln sollen. ist jedenfalls bislang meine theorie.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  9. #9
    Statist Avatar von insiang
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    AW: Pontypool

    Naja, intuitiv... Es wird aber suggeriert, dass es ganz dezidierte Unterschiede gibt, die ein so kleinteiliges Bewerten notwendig machen. Da hätte ich einfach nur gern gewußt, wie da rein rechnerisch der Wert zustande kommt. Und halt nicht 8,3 oder 8,4. Aber kann auch verstehen, dass man keine Lust hat, jedem Newbie alles von vorn zu erklären.

  10. #10
    Admin Avatar von Matt
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    AW: Pontypool

    @Ganzkaputtheile

    Schöner Text zu Pontypool. Freut mich, dass er dir so gefallen hat. Ich hatte den damals auch in relativ nahem Abstand mehrfach gesehen, weil ich alleine das Konzept so brilliant fand. Der Zombiefilm goes Linguistik, oder so ähnlich.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

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