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Regie: Hirokazu Koreeda (Nobody Knows, After Life)
Cast: Hiroshi Abe (Survive Style 5+), Yui Natsukawa (Zatoichi), You (Be With You), Kazuya Takahashi (The Ramen Girl), Shohei Tanaka (Hana), Kirin Kiki (Returner), Yoshio Harada (Azumi)
















Hirokazu Koreeda erweist sich als der neue Ozu. So gibt es kaum eine Szene bei der man nicht automatisch an dem japanischen Meisterregisseur denken muss. Koreeda zeichnet hier einen Film um eine Familie ohne große Bindung und Zusammenhalt, die sich aber fast schon routinemäßig alljährlich zum Todestages eines Familienmitglied trifft und gemeinsam den Tag verbringt. Dieser wird ohne große Höhepunkte schlicht und realistisch gezeigt und könnte ein Familientreffen sein, wie es jeder hier wohl aus seinem eigenen Leben kennen dürfte. Dabei gibt es durchaus zu Lachen, aber auch gerne Streitereien; die natürlich wie im realen Leben gerne beim Essen auszutragen sind. Dabei werden dem Zuschauer so nach und nach immer mehr Details um den tragischen Tod des Familienmitglieds offenbart, aber nur so viel, wie es der Zuschauer benötigt um die Beziehungen innerhalb der Familie zu charaktisieren ohne den immer im Raum stehenden Tod zu sehr in den Fokus zu rücken. Das Ganze ist hervorragend geschrieben und von Koreeda ebenso gut in Szene gesetzt. So nach und nach fühlt man sich fast wie ein Mitglied dieser Familie; mitten im Geschehen und involviert. Still Walking geniest zurecht die Lobeshymnen von allen Seiten und ist fast schon ein Muss für Freunde des ruhigen asiatischen Kinos; vor allen Dingen jedoch für Ozufans. Für mich einer der besten Filme des Kinojahres 2010.