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Thema: Metafiktion im Film

  1. #1
    Admin Avatar von Matt
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    Metafiktion im Film

    Metafiktion ist eine Art der Fiktion in der Literatur, bei der ein Werk seinen eigenen fiktionalen Charakter bewusst thematisiert. Damit steht sie im Gegensatz zu Werken, die versuchen, den Leser die Fiktionalität des Werkes vergessen zu machen.

    Vor kurzem tauchte hier im Forum der Begriff Vierte Wand auf, der sich wie folgt definieren lässt

    The fourth wall is the imaginary "wall" at the front of the stage in a traditional three-walled box set in a proscenium theatre, through which the audience sees the action in the world of the play. The idea of the fourth wall was made explicit by Denis Diderot and spread in nineteenth-century theatre with the advent of theatrical realism, which extended the idea to the imaginary boundary between any fictional work and its audience.

    Der Filmcharakter wird sich seiner fiktionalen Präsenz bewusst, durchbricht die Vierte Wand und nimmt somit direkten Kontakt mit dem Zuschauer auf. Eine sehr umfangreiche Liste mit Beispielen dieser Art von Metafiktion im Film findet sich hier.

    Ab sofort kann hier über die Vierte Wand und weitere Metafiktionen im Film diskutiert werden.

    Siehe außerdem

    Narrative/fiction movies with unexpected moments of "reality" or fourth wall-breaking or other interesting metaness?

    Box Office History for Breaking the Fourth Wall Movies

    10 Movie Moments That Broke The 4th Wall
    Geändert von Matt (31.10.2010 um 12:47 Uhr)
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  2. #2
    Hauptdarsteller Avatar von WormyLittleFerret
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    AW: Metafiktion im Film

    @Matt

    Dein "hier" führt leider nicht weiter. Ich möchte in diesem Zusammenhang jedoch gerne auf einen - hierzulande leider ziemlich in Vergessenheit geratenen - Klassiker hinweisen, der das Durchbrechen der Vierten Wand regelrecht zum Prinzip erhob und den ich gern mal separat diskutieren lassen möchte: Tony Richardson's "Tom Jones - Zwischen Bett und Galgen" (1963). Allein schon das "Hilfe!", das ein im Nachthemd flüchtender Albert Finney dem Zuschauer zuruft, sagt alles. - Leider kam die FSK eines Tages auf die seltsame Idee, "Tom Jones" wegen eines höchst "pornographischen" Nachtessens erst ab 18 freizugeben, was wesentlich dazu beitrug, dass man ihn heute nicht mehr kennt. Die DVD ist jedoch billig zu kaufen. Holt sie euch, damit wir das herrliche Spektakel mal besprechen können!

    krx~9tf*lb8ouuuu% - Blog

  3. #3
    Ali
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    AW: Metafiktion im Film

    scheiß fsk!

  4. #4
    Hauptdarsteller Avatar von WormyLittleFerret
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    AW: Metafiktion im Film

    Zitat Zitat von Ali Beitrag anzeigen
    scheiß fsk!
    Ganz deiner Meinung! Die damalige ARD (Das Erste) strahlte den Film in den 70ern übrigens noch ungekürzt um 20.15 aus. - Ich denke, Richardson habe mit der herrlichen Literaturverfilmung (der Beginn wird z.B. als "Stummfilm" geboten) das Ende des dem Realismus verpflichteten englischen "Free Cinema" eingeläutet und die "Swinging Sixties" vorweggenommen, die sich - Stichwort Richard Lester (Beatles-Filme, "The Knack ... and How to Get It", 1965) - ohnehin gnadenlos der Metafiktion ergaben.
    krx~9tf*lb8ouuuu% - Blog

  5. #5
    Admin Avatar von Matt
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    AW: Metafiktion im Film

    Jetzt müsste der Link wieder funktionieren. Siehe ansonsten das Ende der Seite von Fourth wall - The Art and Popular Culture Encyclopedia
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  6. #6
    Hauptdarsteller Avatar von WormyLittleFerret
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    AW: Metafiktion im Film

    Zitat Zitat von Matt Beitrag anzeigen
    Jetzt müsste der Link wieder funktionieren. Siehe ansonsten das Ende der Seite von Fourth wall - The Art and Popular Culture Encyclopedia
    Jup, jetzt klappts! - Ich fragte mich beim Durchlesen der Liste gerade, ob der Verweis auf den fiktionalen Charakter eines Films nicht oft einen "It's about time!"-Charakter nach einer sehr auf Realismus bedachten Phase oder Reihe von Filmen hat. So musste etwa eine Verulkung wie "Airplane!" (1980) dieser sich unerträglich ernst nehmenden "Airport"-Reihe ein Ende setzen, indem sie u.a. ihre Fiktionalität thematisierte. Und an "Tom Jones" (1963) waren gleich drei Ikonen des realistischen "Free Cinema" beteiligt: Drehbuchautor John Osborne (Verfasser von Dramen wie "Look Back in Anger"), Free Cinema-Regisseur Tony Richardson ("A Taste of Honey", 1961) und Albert Finney, der durch die Bewegung Weltruhm erlang ("Saturday Night and Sunday Morning", 1960). - Wäre spannend, der Frage nachzugehen, ob der Einsatz von Mitteln, die die Fiktionalität eines Films thematisierten, noch auf andere sich beinahe übermässig ernst nehmenden Zeiten respektive Bewegungen folgten, möglicherweise einem auf bestimmte Rollen festgelegten Schauspieler als Befreiungsschlag dienten.
    krx~9tf*lb8ouuuu% - Blog

  7. #7
    Bob
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    AW: Metafiktion im Film

    bei Soavi's Deliria gibt es einen sehr pointierten bruch der vierten wand: der killer zwinkert zum schluss in die kamera. man muss dazu wissen, dass sich die handlung in einem theater abspielt und die schauspieler schauspieler spielen. in den ersten minuten läuft das dann so ab, dass der vermeintliche, furiose auftakt als bühnenstück entlarvt wird (film im film bzw. hier theater im film). wenn man das mit dem finalen augenzwinker verbindet, merkt man, das Soavi nicht nur einmal, sondern gleich zweimal aus der fiktion heraus 'zoomte'.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

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