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Thema: Buried - Lebendig begraben

  1. #1
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Buried - Lebendig begraben

    IMDB

    Regie: Rodrigo Cortes
    Cast: Ryan Reynolds (Party Animals), Robert Paterson (Sahara), Stephen Tobolowsky (Heroes), Samantha Mathis (The Punisher), Judy Reyes (Scrubs)

















    Ein Film der seine komplette Laufzeit über nur in einem Sarg spielt und gerademal einen Hauptdarsteller besitzt, der dann ausgerechnet noch Ryan Reynolds heißt … kann das denn überhaupt funktionieren? Es kann und wie! Die Geschichte handelt von einem jungen Mann, der vergraben in einem Sarg aufwacht und nur ein Handy und ein Feuerzeug in diesem wiederfindet. Fortan beginnt ein knapp 1 ½ Stunden langer Überlebenskampf, der nicht nur hervorragend in Szene gesetzt wurde, sondern auch ein Drehbuch zu bieten hat, das über die komplette Laufzeit für Hochspannung sorgen kann und auch mehr als nur zufriedenstellend endet. Auch Reynolds macht seine Sache mehr als ordentlich und würde der Drehbuchautor nicht selbst seiner Grundidee misstrauen und zwei unnötige Dramatisierungen einbauen, dann hätte ich dem Film sicherlich noch ein Pünktchen mehr gegeben. Buried ist ein echter Geheimtipp und der extrem hohe IMDB-Schnitt von 9,1 ist sicherlich nicht unverdient.

  2. #2
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    AW: Buried - Lebendig begraben

    Dazu hab ich vor Expendables den Trailer gesehen. Erste Frage natürlich, bietet das genug Dramatik für einen kompletten Film? Die Situation selbst gehört natürlich mit zu den übelsten Situationen in die jemand hineinkommen kann. Die erste Frage, die ich mir stellte war natürlich ob man mit diesem Szenario einen ganzen Film bestreiten kann - und die Situation spannend halten kann. Nach deiner Begeisterung bin ich jetzt aber neugierig geworden und werde mir Buried einmal vormerken.
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  3. #3
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    AW: Buried - Lebendig begraben

    Hab heute im Kino den Trailer gesehen. Fand ich sehr reizvoll. Nach Keyzers Ausführungen bin ich nun noch mehr gespannt. Spielt der Film tatsächlich ausschließlich an diesem einen Handlungsort? Klingt nach einer spannenden Herausforderung für einen Autoren und Regisseur. Umso beeindruckender wenns über die gesamte Laufzeit auch noch funktioniert.

  4. #4
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    AW: Buried - Lebendig begraben

    Jup durchgehend. Gibt leider wie gesagt nur zwei Momente in denen die Macher ihrer Idee nicht trauen und versuchen auf anderem Wege Spannung in die Situation zu bringen, was ich jedoch eher störend und effekthascherisch empfand. Hatte der Film meiner Meinung nach nicht nötig, da er auch ohne diese beiden Szenen hervorragend funktioniert hätte.

  5. #5
    Regisseur
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    AW: Buried - Lebendig begraben

    Nun ja, wenn es sich nur um kurze Momente handelt, bleibt meine Hoffnung erhalten. Ich finde nämlich nichts enttäuschender, als wenn Filme von einer guten Prämisse bzw. Idee oder Konzept ausgehen, diese/s dann aber letztendlich nicht durchhalten und doch damit brechen, weil sie es unter strikter Einhaltung ihrer Vorgaben (oder nennen wir es lieber hoch gesteckte Ziele) nicht schaffen, den Film zu erzählen. Das hat für mich immer was von "aufgeben"

    Als Beispiele fallen mir da spontan Phone Booth und 8 Blickwinkel ein.

  6. #6
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    AW: Buried - Lebendig begraben

    Ja mit Phone Booth würde ich den Film auch am ehesten vergleichen. Würde mal interessieren wo der Film da bei dir mit seiner Idee bricht. Zumindest in Erinnerung fällt mir da jetzt nicht wirklich was ein.

    Bei den 8 Blickwinkeln gebe ich dir recht ... was die da aus der an sich durchaus interessanten Idee gemacht haben ... *kopfschüttel*

  7. #7
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    AW: Buried - Lebendig begraben

    Bezüglich Phone Booth kann ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht konkret werden. Ich weiß nur noch, dass ich nach dem Film eben genau diesen Eindruck hatte und dieser sich in meiner Erinnerung gefestigt hat. Vielleicht tu ich dem Film im Nachhinein auch unrecht. Ist offensichtlich zu lang her. Falls ich ihn nochmal sehe, werde ich Dir Deine Frage beantworten oder mein Urteil revidieren.

  8. #8
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    AW: Buried - Lebendig begraben

    Minimalistische Filme, die nur an einem einzigen Handlungsort und mit einem Minimum an Personen spielen, müssen sich schnell der Frage stellen, ob sie mehr als eine künstlerische Herausforderung für die Macher darstellen und auch tatsächlich eine vollwertige Geschichte erzählen können. Das ist bei Buried nicht anders und tatsächlich begegne ich solchen Experimenten auch stets mit ein klein wenig Skepsis. Tatsächlich muss ich aber auch eingestehen, dass Buried seine Sache in diesem Rahmen sehr gut macht. Der Thriller kommt wirklich nur mit einer Person auf weniger als zwei Quadratmetern Handlungsfläche aus wenn man mal von einer minimalen Videobotschaft über das Smartphone absieht. Und dafür bietet der Film auf diesem eng gesteckten Rahmen sogar noch eine Geschichte, die man abwechslungsreich und sogar spannend nennen kann.

    So gesehen kann ich dem Film auch nichts Böses nachsagen. Das Experiment darf insofern als geglückt bezeichnet werden. Es bleibt auch zu überlegen, wieviel man überhaupt in einem so eng gesteckten Rahmen als Inhalt hineinbekommt. Ich glaube mit den etwas mehr als 90 Minuten war die Geschichte aber auch gut ausgereizt, mehr wäre glaube ich nicht möglich gewesen. Mir hätten sogar kompakte 60 Minuten gereicht.

    Trotz des in sich gelungenen Ergebnisses möchte ich doch noch darüber philosophieren, inwieweit solche Projekte allgemein zu begrüßen sind. Hier muss ich mich noch besser ausdrücken: Generell sind Projekte, die die Kreativität der Macher herausfordern natürlich immer zu begrüßen, eine andere Frage wäre wieviel man mit manchen Projekten überhaupt erreichen kann. Bei Buried würde ich sagen, dass hier ein Maximum herausgeholt wurde, es ein guter Film geworden ist, ich den Film aber auch nicht in meine Jahreshighlights einordnen würde. Zwischendurch habe ich mir sogar gedacht, dass die Geschichte doch genauso gut als Hörspiel funktionieren würde. Also, von mir aus dürfen auch weiterhin Regisseure gerne ihre Grenzen austesten, aber solche Projekte sind häufig doch eher punktuell interessant.
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