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Thema: Repo Men

  1. #1
    Moderator Moderator Avatar von TheCrow
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    Repo Men





    Da ich kein Topic zum Film finden konnte, habe ich mal eins aufgemacht. Sollte ich mal wieder zu blöd gewesen sein, um die Suchfunktion richtig zu benutzen...danke fürs Zusammenlegen!

    Gestern habe ich den UNRATED-Cut zu diesem im Grunde recht kranken, aber dann wiederum gar nicht mal so weit hergeholten Sci-Fi-Action-Thriller-Drama gesehen (nachdem ich am Samstag Markus' Warnung missachtet und mir im Kino Karate Kid angetan hatte).

    Zwar konnte mich Repo Men nicht vollkommen zufriedenstellen; aber mich auf stimmungsvolle Art und Weise in seinen Bann ziehen: das hat der Streifen problemlos geschafft!

    Nachdem Rémy jahrlang als Repo für die Union tätig war, wird er durch einen Arbeitsunfall plötzlich selbst Kunde: In einer Welt, in welcher man keine Wartelisten mehr für Organspenden benötigt, muss man lediglich einem teuren Kreditvertrag der Union zustimmen, um ein künstliches Organ der Wahl (bzw. der Not) zu erhalten. Diese Organe sind sehr leistungsfähig und die dazugehörigen Garantiebestimmungen sind erstklassig. Trotzdem hat die Sache einen Haken, denn kann man mal während 96 Tagen seinen Ratenzahlungen nicht nachkommen, wird ein Repo losgeschickt, um den Besitz der union unverzüglich zurückzuholen. Rémy hat in seiner Dienstzeit als Repo hunderten von Menschen Organe entfernt und dabei deren Tod in Kauf genommen. Nun, von Zweifeln geplagt, gerät er selbst in Zahlungsschwierigkeiten und muss fortan vor seinem Freund und Arbeitskollegen Jake fliehen:
    Dieser soll das künstliche Herz der Union wieder in deren Besitz bringen.

    Die Handlungsbeschreibung erinnert zu einem grossen Teil natürlich stark an Repo! The Genetic Opera, und doch fühlt sich der Film ganz anders als die Rock-Oper an (und das nicht nur, weil nicht die ganze Zeit gesungen wird). Auch, wer eine bluttriefende und actionreiche Schlachtplatte erwartet, wird wohl eher enttäuscht werden, denn die durchaus graphisch gestalteten Szenen tauchen lediglich gelegentlich auf, um erst am Ende nochmal eins draufzusetzen. Dazwischen gibt es viel Drama und Philosophie...was aber bewusst eher oberflächlich gehalten wird, denn alles Andere wäre von einem Erzähler der von sich selbst sagt er hätte ein kleines Hirn doch ziemlich unlogisch und unpassend.

    Somit begnügt sich Repo Men damit viele Fragen aufzuwerfen, ohne auch nur eine einzige Antwort für den Zuschauer auf einem Silbertablett bereit zu halten. Wer demnach nicht bereit ist die Gedankengänge auf eigene Faust weiter zu durchschreiten, der wird zwangsläufig nur wenig aus diesem Film herausnehmen können.

    Gespickt mit zahlreichen Genre-Referenzen und mit sehr soliden Darstellern ausgestattet, liefert Repo Men eine teilweise hoffnungsvolle, und dennoch dystopische Zukunftsvision:
    Rémy befindet sich in einer Welt welche Lösungen zwar parat hat, diese aber trotzdem nicht konsequent umsetzen kann, denn die Habgier ist auch dann noch lange nicht besiegt worden...

    P.S.: Nicht-Horror-Gewohnte sollten aufgrund 3 oder 4 Szenen dennoch darauf achten, einen starken Magen zu haben.
    Geändert von TheCrow (26.07.2010 um 10:11 Uhr)
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  2. #2
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    AW: Repo Men

    Little people, please. I have a cousin.

    Öhm ja... das war mal nix. Würde man nicht schon nahezu 1:1 die gleiche Story in Repo - The Genetic Opera gesehen haben, dann könnte ich der Geschichte zumindest etwas interessantes und Neuartiges abgewinnen; aber so. Richtig böse kann ich dem Film dennoch nicht sein, nimmt er sich zumindest nicht allzu ernst und wirkt somit wie ein trashiges B-Movie. Ab und an gibt es durchaus ein paar sehr ordentlich inszenierte Szenen (Ich scann dich und du mich), die zwar fast allesamt zusammengeklaut sind (Oldboy anyone?!), aber über weite Strecken, vor allen Dingen in Sachen Chrakterentwicklung, will das Ganze nicht so recht zusammenpassen. Dazu kommt leider noch, dass man Law zu keinem Zeitpunkt den Actionhelden abnimmt und auch Braga wirkt nach Predators erneut in einem Actionfilm ziemlich deplatziert. Einzig Schreiber macht noch das Beste aus seinem interessanten Charakter, während Whittaker versucht die Drehbuchschwächen mit einem recht amüsanten Overacting zu kaschieren. Leider nicht mehr als ein durchschnittliches Filmchen, das wohl nur dank der bekannten Darstellerriege ein Kinorelease spendiert bekam und sich mehr oder weniger alles aus anderen Filmen geklaut hat. Wer den Film mochte, dem sei hier nochmal ausdrücklich Repo: The Genetic Opera ans Herz gelegt! Dieser befasst sich mit der selben Grundthematik, schafft es nur diese um Längen besser umzusetzen.

  3. #3
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    AW: Repo Men

    Nachdem ich nun endlich REPO! THE GENETIC OPERA gesehen habe, bin ich zwar einverstanden, dass dieser REPO MEN überflügelt, aber ich kann beide Filme nicht so miteinander vergleichen, wie Keyzer es hier tut. Das eine ist ein Sci-Fi-Action-Drama, und das andere ein morbides Sci-Fi-Horror-Musical im teilweise unüblich bunten Gothic-Look. Zwar bedienen sich beide bei der gleichen Vorlage (THE REPOSSESSION MAMBO), aber sie machen etwas in meinen Augen vollkommen Unterschiedliches daraus.

    Ja, REPO MEN hat sich bei diversen Elementen klar bei verschiedensten Filmen bedient...aber die Kombination hat mir dennoch gefallen, wie auch das Spiel der Darsteller. Dies hat sich für mich auch bei der 2. und 3. Sichtung bestätigt, und ich bleibe bei einer knappen 7/10. Das Musical bekommt von mir rein subjektive 9/10, denn ich finde die Idee und Umsetzung klasse...und irgendwie fange ich mich langsam an zu fragen, warum man uns Lady Gaga serviert, wenn ich mir doch viel lieber ein Album von Alexa Vega zulegen würde? Naja...dann lade ich mir nun halt einfach den Soundtrack runter.
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  4. #4
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    AW: Repo Men

    Die Party ist vorbei! Wieder mal beschwört ein Science-Fiction Film eine düstere Utopie hervor. Es ist ein bekanntes Bild von einer Gesellschaft, in der profitgierige Konzerne den Großteil der Menschheit in ihren Händen halten und direkt wie indirekt über Glück und Unglück der Bürger bestimmen. In diesem speziellen Zukunftsbild spielt der Handel mit Organersatz eine zentrale Rolle. Offenbar jeder Bürger steht in Repo Men irgendwann vor dem Problem dass irgend eines seiner Organe seine Dienste versagt und hier kommt der übermächtige Konzern namens The Union ins Spiel, die in allen Varianten künstliche aber höchst zuverlässige Organe als Ersatz anbieten. Die Geschäftsabschlüsse sind beachtlich, denn welcher Mensch lehnt das garantiert lebensverlängernde Angebot ab, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht? Auch wenn der Preis nicht ohne ist und die Zinsen für das Finanzierungsangebot irgendwo bei 19% stehen. Irgendwie wird es schon gut gehen, denkt sich so mancher. Und das tut es auch, eine Zeit lang zumindest. Selbst wenn jemand mit den Zahlungen in Rückstand gerät lässt es sich noch gesund leben. Der Haken kommt nach drei Monaten Säumung, dann ist aber Schluss. Die Union ist nämlich nicht die Wohlfahrt und ausstehende Schulden mag der lebensspendende Verein gar nicht, immerhin muss so ein Konzern an seine Kohle denken. Also schickt er seine Eintreiber aus, die sogenannten Repo Men, deren Job es ist, nicht abbezahlte Organe wieder einzufordern. Wie man es von entsprechenden Vollzugsermächtigten kennt üben diese ihren Dienst professionell, schnörkellos und effizient aus. Was bedeutet das ohne jegliche Diskussion die betroffenen Organe aus dem aktuellen Besitzer kurzerhand herausgeschnitten werden. Beschwerden und anschließende Schadensforderungen (sofern der Betroffene sie danach noch stellen kann) sind zwecklos, denn sie haben ja einen Vertrag unterschrieben, der dieses Vorgehen gestattet. Schöne neue Zukunftswelt!

    Im Fokus der Erzählung steht einer dieser Repo Men namens Remy. Remy ist gut in seinem Job und hat alles im Griff, bis er nach einem Berufsunfall selbst in den zweifelhaften Genuss eines Spenderherzens kommt. Mit dem neuen Herz ist alles in Ordnung, es funktioniert einwandfrei und tadellos. Was sich geändert hat, ist sein Gewissen, dass ihm plötzlich vor Augen steht, seitdem er sich selbst in der betroffenen Gruppe wiederfindet. Infolge dessen sieht er sich außerstande seinen Job weiterhin nach Plan zu erledigen und auch am Verkaufstisch ist er nicht überzeugend. Mit dem Misserfolg sind die Raten bald nicht mehr zu bezahlen und nach drei Monaten befindet sich Remy vollends auf der anderen Seite des Lebens wieder. In der Inszenierung wirkt der ganze Ablauf jedoch zu deutlich schicksalhaft. Es gibt außer dem Unfall praktisch keine Entwicklung zu beobachten, anhand deren sich der Motivationswandel von Remy sinnig nachvollziehen lässt. Das macht die neue Einstellung von ihm nicht gerade glaubwürdig, sondern muss irgendwann vom Zuschauer einfach geschluckt werden.

    Überhaupt hat die Geschichte für mich ein Ausrichtungsproblem. Einiges erinnert an einen oberflächlichen Actionfilm. Die Schauspieler scheinen vollsten Ernst in die Sache zu legen als wäre es ein echtes utopisches Drama. Will Repo Men Satire sein? Dazu scheint der Ansatz nicht tief und weit genug zu greifen und wischenzeitlich tobt man sich ausgiebig mit Body Horror Szenen aus. In dieser ganzen Sauce finde ich den Umgang mit diesem Organthema dabei völlig unangemessen. Mag sein, dass ich jetzt meinen Moralischen bekomme, aber ich finde die Ausschlachtung im übertragenen sowie wortgetreuen Sinne abstoßend. Insgesamt kommt mir das Setup unglaubwürdig vor, die Gesellschaftskritik wird durch Oberflächlichkeiten aufgehoben und es hilft dem Film dabei auch nicht weiter, dass ein großer Teil seiner Elemente zusammengeklaut zu sein scheint. Mal offenbaren sich Impressionen aus Blade Runner, im Actionteil bedient man sich schon mal mit Anleihen von Oldboy, teilweise erinnert mich etwas an Total Recall und ein Schuss Brazil darf auch nicht fehlen. Nein, auch wenn ich ein Genrefan bin und auch mal mit Ideen leben kann, die nicht immer perfekt ausgearbeitet sein müssen, mit Repo Men kann und werde ich mich nicht anfreunden. Der fällt aus meiner Akzeptanzgrenze.
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

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  1. 20.02.2011, 03:05

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