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Thema: Enter the Void (2009)

  1. #1
    Regisseur Avatar von Pitt
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    Enter the Void (2009)



    NEUER TRAILER (EVTL. SPOILER)

    IMDB.COM



    Erinnert mich ein wenig an das Muskvideo zu Smack My Bitch Up von The Prodigy.

    Über die Handlung selbst weiss ich im Grunde genommen nichts. Aber das Visuelle, das Trip-artige wir hier wohl sowieso im Vordergrund stehen. Bin schon sehr gespannt darauf, anscheinend ein Must-See für die Grossleinwand.

    Kinostart in Frankreich ist der 5. Mai 2010, in Deutschland (und hoffentlich auch die Schweiz...) soll er wohl Ende Jahres in die Kinos kommen.

  2. #2
    Regisseur Avatar von CallMeDude
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    AW: Enter the Void (2009)

    162 Minuten und das alles nur, um an ganz bestimmte Titten heranzukommen.

    Im ersten Drittel des Films war ich richtig begeistert von Enter the Void. Geiles Intro, farbenfrohe Drogentrips und faszinierende Stadtansichten von Neon-City Tokio. Nach dem Toilettenerlebnis wurde aber meine Geduld stark strapaziert. Die Schilderung, wie es dazu kommen konnte, fand ich ja noch halbwegs interessant, wobei es mir dort schon einen Tick zu lang ging. Nach diesem Rekapitulieren folgte dann das für mich zähe, lange Abhandeln der Ereignisse nach dem Toilettenerlebnis. Vielleicht war ich an diesem Abend einfach nicht in der Verfassung, mir so etwas Langes zu geben, aber ich musste mich da echt durchzwingen. Ich will nicht sagen, dass mir die Figuren egal waren, aber meine Sympathie für die Figuren hätte vielleicht für 90 bis 100 Minuten gereicht, aber nicht für volle 162 Minuten (ich denke aber nicht, dass ich allgemein ein Problem mit langen Filmen habe, denn ansonsten hätte ich den Watchmen UC nicht in voller Länge genossen). Natürlich war das Ganze visuell toll in Szene gesetzt, aber die Geschichte der beiden Geschwister an sich bot mir jetzt nichts übermäßig Neues (traumatische Erlebnis in der Kindheit, 'besonders' Band zwischen Bruder und Schwester, Absturz in Drogen/Prostitution, usw). Da muss ich ehrlich zugeben, dass mich andere Filme, wie z.B. Lilja 4-ever, mehr fertig gemacht haben als dieser Film. Zudem wird am Anfang des Films dem aufmerksamen Zuschauer durch eine Ausführung eines Charakters die grobe Marschrichtung der Geschichte schon früh offenbart und somit gibt es kaum große inhaltliche Überraschungen. Egal, zum Ende des Films wurde es dann dank der wiederkehrenden visuellen Pracht und eines absurden Cumshots auch wieder unterhaltsam für mich. Ok, mir war das Ding zu scheißlang und es ist deswegen fraglich, ob ich mir den Film jemals wieder in voller Länge geben werde (tendiere eher auf einen Zusammenschnitt meiner Lieblingsszenen), aber ich habe es dank der visuellen Ästhetik nicht bereut mir den Film einmal im Kino anzuschauen.
    Geändert von CallMeDude (28.08.2010 um 15:08 Uhr)
    Out of order for a long time ago.

  3. #3
    Bob
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    AW: Enter the Void (2009)

    mögliche wirkungsspoiler:

    puh, schwieriger film. visuell hypnotisierend, die aufwändigste kamera-arbeit, die ich bisher gesehen habe. losgelöst wie in Irreversible, aber dazu noch mit (IMO) virtueller kamera verbunden, die eigentlich unmögliche schwenks auf engstem raum möglich macht, obendrein perspektivische verzerrungen à la fischaugenlinse und zu guter letzt noch dolly zooms. alleine das zusammenspiel dieser techniken ist in vielen momenten einfach nur großartig, Benoît Debie müssten eigentlich graue haare beim dreh gewachsen sein. dazu diese neon-lichstpiele. extrem eindrucksvoll.
    inhaltlich finde ich eine bewertung schwer, da der film mehr oder weniger den zuschauer auffordert, sich einfach treiben zu lassen (was ich persönlich überaus mag). wobei die freudschen aspekte für mein empfinden zu plakativ eingesetzt wurden, vor allem durch die match cuts.
    richtig vadf fand ich die wiederholte inszenierung des unfalls. lecko-mio, schon lange nicht mehr solch einen dicken kloß in den hals gedrückt bekommen. hier war der match cut bei der achterbahn diabolisch effektiv - werde ich nicht mehr vergessen.
    noch ein kleiner kritikpunkt:

     
    und zwar war mir das ende zu sehr an Irreversible gebaut. hat bei mir diesen 'ach, schon wieder' gedanken ausgelöst, wobei das natürlich rein auf den film bezogen keine rolle spielt und durch den reinkarnationsgedanken durchaus sinn macht.


    ja, wahllose aspekte. denke ein geordneter eindruck wird beim ersten sehen jedem zuschauer schwer fallen. wird bei mir noch einige sichtungen erleben.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  4. #4
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    AW: Enter the Void (2009)

    Eigentlich fehlen mir die Worte um dieses bildgewaltige Werk zu beschreiben und ich weiß auch gar nicht so recht was ich schreiben soll. Jedoch muss ich hier vermerken dass ich noch nie eine solche Kameraführung gesehen habe. Eigentlich war das vorläufig das einzige was mich zum weiterschauen bewegt hat. Nach ca. 30 min. war ich dann voll im Film drin und konnte auch den Verlauf der Story genießen. Ich brauch auf jeden Fall eine zweite Sichtung um nochmal alles besser verarbeiten zu können.

    Schaut euch mal auf Youtube: DMT the Spirit molecule an
    Eine ganz nette Doku ( leider ein wenig eso)
    Es gibt keinen Teufel, nur Gott wenn er getrunken hat.

  5. #5
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    AW: Enter the Void (2009)

    Weiß nicht so recht, was ich von dem Film halten soll. Sicherlich der beste Film von Gaspar Noé nach den hohlen Provokations-Spielen. Formal sehr interessant, aber der Inhalt hat mich wieder etwas genervt. Drogen, Titten, Sex, Titten, Schwindel, Titten, Titten, Titten. Vermutlich kommt es sowieso eher auf die Form an, aber mir hätte es besser gefallen, wenn Noé die Story noch weiter runtergedrosselt hätte - wie Malick es in Tree of Life getan hat. Frage mich außerdem, welche Wirkung er mit einer gewissen auffälligen Einstellung ganz am Ende des Films erreichen wollte, als die "Kamera" an einem Ort ist, wo sie normalerweise nicht hin kann. Hat auf mich eher unfreiwillig komisch gewirkt. Auf jeden Fall sehr spannend, wie allein der Kamerablick einen "Filmcharakter" konstituieren kann.

    In diesem Zusammenhang frage ich mich auch, ob es erzählerisch sinnvoll ist, eine fiktive Figur derart "leer" zu lassen wie in diesem Fall geschehen. Nicht nur, dass man das Gesicht des Protagonisten kaum sieht, er redet auch wie eine Schlaftablette und seine Emotionen bleiben schemenhaft. Vermutlich ist das alles Absicht, damit sich der Zuschauer einbringen kann und innerhalb der formalen Gestaltung selbst zum Kamerablick "wird". Falls dahinter die These steckt, dass (im Rahmen einer radikal subjektivierten Kameraform) jede Konkretisierung eines Filmcharakters ihn als ein "Außen" definiert und damit die gwünschte Form der Identifikation erschwert wird, bin ich mir aber nicht sicher, ob das so korrekt ist bzw. diese Erzählform auf einer emotionalen Ebene grundsätzlich gut funktioniert. Hatte den Eindruck, dass die Leerstelle hier teils zu groß war.

  6. #6
    Admin Avatar von Matt
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    AW: Enter the Void (2009)

    Sehe das ähnlich, erinnere mich noch wie anstrengend es war den Film im Kino zu sehen. Die Eröffnungsrede von Noé war jedenfalls sehr amüsant und der Typ war auch irgendwie... interesting.

    Wie haben dir die Opening Titles gefallen?
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  7. #7
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    AW: Enter the Void (2009)

    Waren super, habe aber glaube ich ein paar Rechtschreibfehler entdeckt.

    Fand ich toll gemacht, Anschlag auf den Zuschauer. Diese Art der Inszenierung sollte man mal auf 90 Minuten ausdehnen. Würde mich a) interessieren, ob man in so ein Feuerwerk noch irgendeine sinnvolle und wahrnehmbare Erzählung unterbringen kann und b) ob man das als Zuschauer überhaupt so lange aushält.

  8. #8
    Bob
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    AW: Enter the Void (2009)

    Zitat Zitat von Daniel Beitrag anzeigen
    Falls dahinter die These steckt, dass (im Rahmen einer radikal subjektivierten Kameraform) jede Konkretisierung eines Filmcharakters ihn als ein "Außen" definiert und damit die gwünschte Form der Identifikation erschwert wird, bin ich mir aber nicht sicher, ob das so korrekt ist bzw. diese Erzählform auf einer emotionalen Ebene grundsätzlich gut funktioniert.
    ich kann dem satz überhaupt nicht folgen.

    'die these, dass jede konkretisierung eines filmcharakters ihn als ein 'außen' definiert'

    hä?

    also unter konkretisierung verstehe ich anhaltspunkte zur charakterisierung. und das ist doch das gegenteil davon, wie wenn man eine identifikation erschweren möchte.

    ganz grundsätzlich kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen, dass man identifikationsfiguren in einem film verlangt. das aber ganz generell. speziell zu Enter the Void willst du ja anscheinend auf etwas anderes hinaus.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  9. #9
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    AW: Enter the Void (2009)

    Enter the Void will aber keine psychologisierte Figur anbieten, die man als Zuschauer betrachten und bewerten kann wie einen existierenden Menschen. Der Film zielt auf eine direkte Wahrnehmungs-Identifikation des Zuschauers mit dem Hauptcharakter ab. Der Zuschauer soll die sinnliche Wahrnehmung des Protagonisten teilen, der Zuschauer ist in ihm drin. Und insofern soll der Charakter kein "Außen" sein, ein Gegenstand, der "nicht man selbst" ist, sondern nur ein Vehikel für die Wahrnehmung des Zuschauers selbst. Das meinte ich damit, dass jede Konkretisierung des Charakters als ein "Außen" die hier gewünschte Identifikation erschwert.

    Vermutlich haben übrigens 99,9% aller Filme eine Identifikationsfigur für den Zuschauer, so wie ich das sehe. Sofern mit Identifikation nicht gleichzeitig gemeint ist, dass man auch moralische Werte und Motivationen der Figur teilt. Das klassische Beispiel ist die Szene, in der Norman Bates in Psycho das Auto von Marion Crane im See versenken will. Man nimmt als Zuschauer automatisch die Position von Bates ein, auch wenn er ein Killer ist. Das ist ja das brillante am Film, die Identifikation funktioniert zum Großteil auch unbewusst. Man kann sich auch mit einem Serienkiller oder einem Gegenstand identifizieren.

  10. #10
    Bob
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    AW: Enter the Void (2009)

    Zitat Zitat von Daniel Beitrag anzeigen
    Enter the Void will aber keine psychologisierte Figur anbieten, die man als Zuschauer betrachten und bewerten kann wie einen existierenden Menschen. Der Film zielt auf eine direkte Wahrnehmungs-Identifikation des Zuschauers mit dem Hauptcharakter ab. Der Zuschauer soll die sinnliche Wahrnehmung des Protagonisten teilen, der Zuschauer ist in ihm drin. Und insofern soll der Charakter kein "Außen" sein, ein Gegenstand, der "nicht man selbst" ist, sondern nur ein Vehikel für die Wahrnehmung des Zuschauers selbst. Das meinte ich damit, dass jede Konkretisierung des Charakters als ein "Außen" die hier gewünschte Identifikation erschwert.
    *klick* danke.

    ="Daniel"]Enter the Void will aber keine psychologisierte Figur anbieten, die man als Zuschauer betrachten und bewerten kann wie einen existierenden Menschen.
    das würde ich aber nicht so unterschreiben. das trifft zwar schon den generellen flow des films, allerdings kamen mir Oscar's umstände (die beziehung zu seiner schwester, der unfall etc.) nicht als eine art random-plot-device vor, die eine hülle für möglichst viele zuschauer bilden sollen. aber wenn ich dich richtig verstehe, bemängelst du ja diese konkretisierung, da sie deiner mutmaßung nach der 100% leeren hülle für den zuschauer im weg steht. müsste den film jetzt selbst nochmals gucken, um mich da ins zeug legen zu dürfen, aber spontan würde ich schon mal den gedanken anbieten, dass das eine das andere nicht unbedingt ausschließen muss. ich denke in erster linie simuliert die ego-kamera hier mehr wie es sich anfühlt auf halluzinogenen drogen zu sein und gar nicht so sehr eine schnittstelle für die matrix.
    ist halt jetzt die frage, ob die art der kamera-arbeit ausschließlich auf einen einzigen zweck reduziert werden kann. ich denke das jedenfalls nicht. gibt doch da dieses musik-video von The Prodigy aus ego-perspektive, bei dem am ende entlarvt wird, dass es sich bei dem protagonisten um eine frau handelt. zumindest meine reaktion bestand da nicht aus 'huch, ich war die letzten 5 minuten in einer frau'.

    also ich will darauf hinaus: man kann auch mit ego-perspektive über eine dritte person erzählen. genauso gut kann man ja auch mit einer third-person kamera die wahrnehmung einer 'äußeren' figur simulieren - und das ist ja fast die regel. nimm zB Fear and Loathing, da wird eine hotel-lobby plötzlich zu einer versammlung von riesenechsen, ohne dass dafür die kamera in das hirn der beiden protagonisten eintaucht.
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