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Thema: The Damned United

  1. #1
    Regisseur Avatar von VJ-Thorsten
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    The Damned United




    Gut, ja, ick eröffne nicht oft hier Topics. Eigentlich so gut wie gar nicht. Wird also mal wieder Zeit. Nein, ein wahres Meisterwerk will ich hiermit nicht anpreisen. Aber vielleicht so auf den größten britischen Trainer aller Zeiten einmal hinzuweisen: Brian Clough.



    Hatte mal für eine Geschichte über Nottingham Forest recharchiert, die ja Ende der 1970er Jahre aus dem Nichts heraus erschienen und Europa dominierten und dabei zwei Mal hintereinander den Landesmeistercup holten (´79 und ´80). Dadurch kam ich auf Brian Clough, ihren Trainer und las die unglaublichten Anekdoten über diesen seltsamen Vogel und schaute mir Videos an. Hach, einen wie ihn bei Hansa Rostock und ick müsste Tränen vor Glück weinen.

    Also, zurück zum eigentlichen. Gibt jetzt nen Film über ihn. Stammt aus der Feder des Queen u. Frost/Nixon-Drehbuchschreibers Peter Morgan. In der Hauptrolle, wie auch bei den anderen beiden Filmen, ist der wohl momentan beste britische Darsteller, Michael Sheen zu sehen. Und wahrlich, Sheen ist Clough. Hat mich mächtig beeindruckt sein Spiel.

    Aber gut, worum geht es in dem Streifen?

    Clough beerbt den großen Don Reavie (Chief O´Brian von der USS Enterprise!!!) bei Leeds United im Jahr 1974. Dieser übernimmt den Posten des Nationaltrainers. Für Clough, der als jüngster Trainer in den 1960er Jahren mitsamt seinem kongenialen Partner Peter Taylor den Verein Derby County aus der Versenkung der dritten Liga an die Spitze der Ersten holte, ist Leeds eine große Herausforderung. Bisher war er die Arbeit mit Underdogs gewohnt gewesen und sieht sich nun Stars gegenüber. Und natürlich bleibt er ein Underdog. Er hat Revie, seine Art Fußball zu spielen und Leeds gehasst. Wurde von ihnen Missachtet und gedümigt und gerade er soll nun den Club führen. In seiner ersten Ansprache macht er den Jungs auch gleich klar, was er von ihren bisherigen Leistungen hält, nämlich gar nichts. Die Geschichte des Scheiterns nimmt ihren Lauf und Clough wird daraus als strahlender Held hervorgehen.
    Der Film schwankt zwischen Rückblicken auf die Zeit bei Derby und eben den sagenumwobenen 44 Tagen von Leeds. Themen wie Freundschaft und Klassenkampf werden dabei thematisiert und in einer großen (teilweise) wahren Geschichte erzählt.

    Hat mir gut gefallen das Teil. Diese alte Fußballromantik kam sofort auf, obwohl wir so gut wie überhaupt gar nicht auf dem Platz sind. Clough muss eine coole Sau gewesen sein (korrigiere: Clough war der Coolste! und sie wird wahnsinnig gut von Sheen eingefangen. Regisseur Tom Hooper hat hier ein sehr feines Biopic auf die Beine gestellt. Das wird sicherlich nicht alles so gewesen sein und für meinen Geschmack steht der Zweikampf zwischen Clough und Revie ein bisschen zu sehr im Mittelpunkt. Das war sicherlich nicht ganz so gewesen. Aber gut.

    Schade, dass die Nottingham-Geschichte nicht noch mehr Erwähnung findet. Das ist dann erst das richtig wahre und krasse Märchen.

    Ah ja, so oder so ein sehr guter Film der dann auch noch Fußball als Thematik hat. Herrlich. Doch ich denke, das Teil ist auch für Menschen, die mit Fußball nicht viel am Hut haben, durchaus zu empfehlen.

    Und wir haben auch schon eine Meinung auf Moviemaze über den Film...

    Zitat Zitat von Keyzer
    Bin ja bekanntlich kein Fan von Biopics, aber dieses hier macht eigentlich alles richtig und beschränkt sich auf das Wesentliche. Brian Clough gilt auch heute noch als einer der besten Trainer den England je hatte, so hat er in seiner Karriere schon zwei Mal Underdogs zu Meisterschaften geführt. Dabei war ihm immer Fair Play das Wichtigste, was zu einer großen Rivalität zu Trainer Don Revie, dem Trainer von Leeds United geführt hat, deren Mannschaft zwar erfolgreich, aber auch Jahr für Jahr an der Spitze der unfairsten Mannschaften der Liga war. Diesen Konflikt von Clough und Leeds United nimmt sich der Film zur Vorlage und beschränkt sich zum Glück auch nur auf dieses Szenario. Dabei steht das Geschehen abseits des Fußballfeldes im Vordergrund und man bekommt nicht ein Spiel zu sehen. Das ist auch eine der Stärken des Filmes, denn die Charaktere, ihre Entwicklung und Bessenheit ist der rote Faden des Filmes, kann zudem genügend Spannung erzeugen und veranlasst den Zuschauer sogar zum mitfiebern. Das liegt auch an der hervorragenden Performance von Michael Sheen (kann jedem nur empfehlen sich zuvor mal ein paar Interviews vom echten Brain Clough anzusehen um Sheens Spiel zu würdigen), der aktuell wohl zu den besten britischen Darstellern zählt. Ein spannendes Biopic, das alles richtig macht, den Zuschauer eine interssante Geschichte vorgibt, die gut inszeniert ist und den Zuschauer neugirig genug macht um dann im Nachhinein weitere Hintergründe nachzulesen. Könnte durchaus auch für Nichtfussballfans interessant sein.

    8 von 10

    Ah ja, hier der Trailer zum Film.

    Startdatum auf der Insel war bereits im März gewesen. Dort ist er mittlerweile auch auf DVD erhältlich. Für Deutschland sieht das irgendwie laut IMDB mies aus. Zumindest in Schweden, Frankreich, Italien, Portugal und Spanien läuft er jetzt gerade an. Na ja. Irgendwann gibt´s den auch bei uns zu sehen.
    Burt, are we fuck-ups?

  2. #2
    Regisseur
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    Re: The Damned United

    Zitat Zitat von VJ-Thorsten
    Stammt aus der Feder des Queen u. Frost/Nixon-Drehbuchschreibers Peter Morgan. In der Hauptrolle, wie auch bei den anderen beiden Filmen, ist der wohl momentan beste britische Darsteller, Michael Sheen zu sehen.
    Michael Sheen ist Helen Mirren? Unglaublich, das mir das noch nicht aufgefallen ist. :wink:

    Scherz beiseite, VJ. Ich schau ihn mir auch an. Ist ja Pflicht, so was.
    Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.

  3. #3
    Regisseur Avatar von VJ-Thorsten
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    Re: The Damned United

    War er nicht die Queen? Hielt ihn gerade deswegen für den größten wandelbaren Charakterdarsteller der Gegenwart. Er war nicht die Queen? Eijeijei.
    Na gut. Ick wünsch jute Unterhaltung.
    Burt, are we fuck-ups?

  4. #4
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Re: The Damned United

    Mir einfacmein Post vorwegnehmen ... nenene

  5. #5
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    AW: The Damned United

    Um ehrlich zu sein bis zu diesem Film, genauer gesagt bis zu dem Forumseintrag des geschätzten OMFEhlers, der mir seit damals in Erinnerung geblieben ist, war mir die Person Brian Clough gänzlich unbekannt. Gute Voraussetzung eigentlich mit diesem Biopic mehr über ihn und sein bewegtes Trainerleben kennen zu lernen und diese fußballerische Bildungslücke zu schließen. (Wobei ich eigentlich gar kein Freund von Biopics bin, einzige Ausnahmen liegen da im sportlichen Bereich).

    Und da wäre ich auch schon bei einem ersten Kritikpunkt, weil der Film nur eine recht kurze Zeitspanne seines Wirkens zeigt. Andererseits wird man natürlich auch animiert selbst noch etwas mehr in Erfahrung zu bringen (Wiki sowie ein guter Artikel in der Fachzeitschrift 11 Freunde); und wer weiß, vielleicht lese ich bei Gelegenheit noch einige Ergebnisse und Tabellen aus jener Zeit nach. Die bemerkenswerten Erfolge in seiner Zeit nach dem Rauswurf bei Leeds United mit Nottingham Forest wären sicher auch sehr interessant gewesen zu verfolgen, wenngleich hier vielleicht weniger Reibungspunkte dagewesen wären. Auch wird vieles einfach nicht erzählt, was wurde denn z.B. aus seiner Frau und der Tochter, die tauchen nur in wenigen Szenen die zeitlich früher spielen auf. Die Zeitsprünge an sich gefallen dafür ganz gut, ebenso die jeweiligen Texteinblendungen.

    Clough wird hier als eher undurchsichtige Person portraitiert, die bei mir ob ihrer zuweilen überheblichen aber auch mal kindischen Art nicht gänzlich auf der Sympathiewelle schwimmen kann. Aber Hauptsache ist ja auch er macht seinen Job gut, und das tat er. Wenn auch aus dem Film kaum hervorgeht wie ihm dies gelang und weshalb seine Teams, von Leeds United mal abgesehen aber das war vorhersehbar, so erfolgreich waren. Lediglich die besonderen Fähigkeiten im Scoutingbereich von Peter Taylor, mehr als nur rechte Hand und moralische Stütze von Clough, sind deutliche Indizien für die Erfolge des Duos. Wobei mir das da dann auch wieder irgendwie zu einfach ging, da werden mal drei vielversprechende Spieler verpflichtet und schwupps geht es in der Tabelle ganz nach oben; wenn’s doch nur so einfach wäre… Okay, eine gewisse Raffung muss auch sein, aber da war es dann zu sehr Sportfilm. Überhaupt auffällig wie ein Film, der auf echten Geschehnissen beruht, doch auch stellenweise in die üblichen Muster von (fiktionalen) Sportfilmen verfällt.

    Zudem gibt es etwas recht elementares zu dem Thema was mir doch deutlich fehlte, auch wenn es von anderer Seite interessanterweise als Plus gesehen wird, die Rede ist von ausführlichen Spielszenen. Deren Fehlen hat mich doch überrascht und fand‘ ich auch etwas schade. Zumal dadurch die Faszination die dieser Sport entfachen kann und die ihn ausmachen überhaupt nicht transportiert wurde. Das Ganze wirkt auch irgendwie mehr wie ein Fernseh- als ein Kinofilm.

    Sehr gut getroffen, soweit ich das beurteilen kann, ist die damalige Zeit nebst Mode, Frisuren, Autos etc. Ebenso interessant sind die Unterschiede wie auch die Parallelen zum Geschehen in den Profiligen der heutigen Zeit und die Entwicklung die dazwischen lag. Herrlich zB als der Vorstandsvorsitzende von Derby County seine Abscheu darüber äußert, wenn er die Entwicklung des Sports hin zur reinen Geldsache befürchtet, „nur“ weil ein Spieler nun 300,-- Pfund die Woche erhält. Wenn der wüsste…

    Lob an die Castingabteilung, Sheen passt optisch fast perfekt auf Clough, wie ich nun im Nachhinein in Bildern sehen kann, bzw. im Film selbst sieht man ja Archivaufnahmen. Wobei er mich auch stark an Pilawa erinnert hat, was für mich nicht die denkbar beste Assoziation ist, aber dafür kann er ja nix.

    Hat mir also insgesamt leider nicht so gut gefallen wie von beiden Seiten erhofft, so reicht’s maximal für den UI-Cup. 6/10
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 04. November 2017]

  6. #6
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    AW: The Damned United

    Zitat Zitat von Kalervo Beitrag anzeigen
    Um ehrlich zu sein bis zu diesem Film, genauer gesagt bis zu dem Forumseintrag des geschätzten OMFEhlers, der mir seit damals in Erinnerung geblieben ist, war mir die Person Brian Clough gänzlich unbekannt.
    Entschuldbar, wieviele englische Trainer aus den 70ern muss man als Deutscher denn kennen? Das ging mir auch so, bis der Oscar-Erfolg von Tom Hooper mit "The King's Speech" meine Aufmerksamkeit auf diese DVD lenkte. Zu meiner Schande muss ich jedoch zugeben, ihn bislang noch nicht komplett gesehen zu haben. Notiz an mich: Nachholen!
    Geändert von Gerry (08.08.2011 um 16:17 Uhr)

  7. #7
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    AW: Re: The Damned United

    Zitat Zitat von David_Aames80 im September 2009
    VJ. Ich schau ihn mir auch an. Ist ja Pflicht, so was.
    Hat nur zwei Jahre gedauert. Erst durch Omfe wider daran erinnert worden. Kann Kalervos Kritik in vielen Punkten nachvollziehen und voll unterschreiben (erstaunlich, diese Gedankenüberschneidungen), würde ihn aber dennoch etwas besser bewerten.
    Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.

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