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Thema: Eden Lake

  1. #1
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    Eden Lake

    Einige haben den Film ja schon gesehen und kommentiert. Jetzt mache ich trotzdem erstmal ein eigenes Topic für Eden Lake auf. Der Film lief letztes Jahr erstmalig auf dem Cannes Festival, ist aus britischen Landen und ein nicht schlechter Horrorfilm. In der Geschichte geht es um ein junges Pärchen, das einen Wochenendkurztrip unternimmt. Zusammen geht es in die englische Provinz an einen abgelegenen See. Die Idylle wird leider durch ein paar nervende Jugendliche gestört, die dummerweise lärmend Musik hören, spucken und Bier trinken und absolut jeden Respekt gegenüber seinen Mitmenschen vermissen lassen. Ich will nicht zuviel vorwegnehmen aber irgendwann wird die Grenze blosser Ruhestörung überschritten, es läuft so einiges aus dem Ruder und alles gewinnt so eine mörderische Eigendynamik.

    Ein Freund hat mir Eden Lake schon länger empfohlen und ich habe den bislang so vor mir hergeschoben weil ich mir nicht sicher war worauf ich mich da einlasse. Habe mir wieder so einen reisserischen Film vorgestellt. Heute morgen hat mich Eden Lake aber anders überzeugt. Ich fand es beruhigend dass der Film aus England kommt, was meine Befürchtungen über die typische amerikanische Dutzendware schon mal etwas zerschlug. Eden Lake hat ein schnell überschaubares Gesamtkonzept und setzt dieses effektiv um. Die Rollen werden klar verteilt, der Konflikt bahnt sich spürbar an und gewinnt dann dramatische Ausmaße dazu. Der Film punktet damit, dass er schnörkellos und konsequent seine Linie verfolgt.

    Dazu kommt eine gelungene Besetzung. Die Teenager agieren rotzig frech wie brutal. So eine Horde möchte man garantiert nicht am Baggersee in seiner Nähe haben. In einer Nebenrolle spielt übrigens This is England-Star Thomas Turgoose mit. Mir gefiel auch Kelly Reilly in der Hauptrolle. Auch wenn es nicht das erste Mal ist, dass eine recht hübsche Frau durch Dreck und Schmutz gejagt wird und dabei auf sich allein gestellt unerwartet große Überlebensfähigkeiten offenbart, mochte ich diese Entwicklung von der netten Grundschullehrerin zur ums Leben kämpfenden Gejagten gerne mitverfolgen. Ich glaube ich mag hübsche Mädels, die auch mal die Zähne zusammenbeissen können und sich handgrosse Dornen aus den Füßen ziehen können.

    Es sei aber auch darauf hingewiesen, dass es an einigen Stellen ganz derbe zur Sache geht. Und damit ist jetzt nicht die Wortwahl der juvenilen Terrorbande gemeint. Eigentlich ist Eden Lake nicht der geeignete Film um morgens in den Tag zu starten. Es sei denn man möchte sich schon zum Frühstück mit einer aggressiven Stimmung auseinandersetzen oder man hat noch genügend gute Laune für den Rest des Tages über behalten. (So wie ich heute ) Aber an mancher Stelle fiel auch mir auf, dass sich das jetzt mit dem Frühstück eigentlich nicht so gut verträgt. Aber sei's drum, Eden Lake kann ich als gut einfach (oder einfach gut) gemachten und sehenswerten Horrorfilm weiterempfehlen.
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  2. #2
    Regisseur Avatar von Kalervo
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    Re: Eden Lake

    So ein kompromissloser und für den Zuschauer nervenanspannender Film kann eigentlich nur aus Europa kommen, für Hollywood-Verhältnisse ist das zu unbequem, zu dreckig.

    Es ist interessant wie schnell sich ein kleiner Konflikt verselbständigt und immer schneller moralische und ethische Schranken fallen, bis man einen gewissen Punkt überschritten hat, ab dem es dann kein zurück mehr gibt. Schon ganz schön krass was da alles abgeht, nicht weil man besonders blutrünstige Szenen sieht, hier hält sich der Film verhältnismäßig zurück, aber der Horror der sich im Kopf abspielt, wenn man die Ereignisse losgelöst von einem Film sieht, und insbesondere unter Einbeziehung des Endes, das beschäftigt einen noch Stunden danach. Ein Schlag in die Magengrube, Tritt in den Unterleib, Kinnhaken und Kopfnuss in einem.

    In Zeiten in denen die Jugendkriminalität ansteigt und Hemmschwellen sinken, ein erschreckend realitätsnahes (weil mögliches) Szenario, wobei die Jugendlichen wiederum letztlich nur die Folgen ihres Umfeldes sind (im ganzen Ort scheint ja die Grundaggressivität sehr hoch... ist da ein KKW in der Nähe oder hat man da irgendwas ins Grundwasser eingeleitet ?).

    Ein Film den man nicht so schnell vergisst und allein das spricht für ihn. Doch auch unabhängig davon solide inszeniert und dargestellt. Fast Paradebeispiel für einen guten und vor allem packenden Film des Genres. Bedrückend. (7,5/10)
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

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  3. #3
    Regisseur Avatar von soulassassin
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    Re: Eden Lake

    Ich glaube in letzter Zeit scheine ich immer mehr und mehr gefallen daran zu finden mich selbst zu quälen. Anders kann ich mir, zumindest im Moment, nicht erklären warum um alles in der Welt ich mir so was überhaupt antue. Sehr fieser und gemeiner Streifen, den ich am ehesten mit „The Strangers“ in einen Topf werfen würde was Spannung und vor allem Anspannung angeht, was Atmosphäre und vor allem meine Gedankengänge während Sichtung anbelangt. Fürs nächste halbe Jahr ists dann jetzt erstmal genug. Genug menschliche Abgründe!

    Punkte: 7,5/10
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  4. #4
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    Re: Eden Lake

    Kommt mir auch komisch vor dass man sich sowas manchmal antut. Wenn es aber doch so packend ist und einen trifft und beschäftigt. Deshalb kuck ich mir Filme dieser Art doch immer wieder gerne an. Ich habe Eden Lake auch als realistisch empfunden. Klar dass sich die Stimmung im Film mal wieder ins Extreme verschiebt, glücklicherweise sind solche Geschichten in Wirklichkeit immer noch nicht der Regelfall, aber unmögliche Sachen passieren immer wieder und wenn man die herrschende Gewaltbereitschaft konsequent weiterverfolgt wie in Eden Lake könnte sowas dabei rauskommen.
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  5. #5
    Statist
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    Re: Eden Lake

    ...also eines ist sicher: man sollte sich den streifen nicht angucken, wenn man am nächsten tag arbeiten muss und friedlich schlafen will. ich hatte danach so eine wut im bauch, weil das ende mir in bezug auf "die bösen" keine genugtuung gegeben hat.
    ingesamt ist der film sehr gut gemacht, baut eine gute latente spannung auf, die im laufe des filmes eskaliert. und alles wirkt irgendwo beklemmend real, auch wenn viele szenen sehr überzogen sind.
    eden lake zeigt auf einer erschreckenden art und weise, wohin gruppenzwang führen kann.

  6. #6
    Statist
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    Re: Eden Lake

    Ist das der Selbe,den es schon fast ein halbes jahr auf dvd zu kaufen gibt?
    Wenn ja, dann kann ich nur Empfehlungen aussprechen. der ist schon ziemlich derb...
    Wenn man seine Opfer im Stadtpark verscharrt,
    ist das auch eine gewisse Art von Ordnungssinn...

    http://www.myspace.com/splatterundgoremusik

  7. #7
    Ali
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    Re: Eden Lake

    gestern zum ersten mal gesehen und der film hat mich auch wegen der auflösung ziemlich fertig gemacht. seltsamerweise war es aber in meinem falle nicht nur so, dass ich mit den beiden opfern sympathisiert habe, sondern auch mit eigentlich allen kindern, die bei der verfolgungsjagd im wald beteiligt waren. irgendwie sind sie doch alle verlierer. der vom schauspieler unglaublich realistisch verkörperte hauptbösewicht im film hat mir sogar auch irgendwie leid getan, weil sein handeln irgendwie auch mit seinem familiären umfeld (vor allem mit seinem vater) zusammenzuhängen scheint. am ende verlieren irgendwie alle bei diesem film. scheiße vadf-güteklasse A (9/10)

  8. #8
    Ali
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    Re: Eden Lake

    Zitat Zitat von Ali
    gestern zum ersten mal gesehen und der film hat mich auch wegen der auflösung ziemlich fertig gemacht. seltsamerweise war es aber in meinem falle nicht nur so, dass ich mit den beiden opfern sympathisiert habe, sondern auch mit eigentlich allen kindern, die bei der verfolgungsjagd im wald beteiligt waren. irgendwie sind sie doch alle verlierer. der vom schauspieler unglaublich realistisch verkörperte hauptbösewicht im film hat mir sogar auch irgendwie leid getan, weil sein handeln irgendwie auch mit seinem familiären umfeld (vor allem mit seinem vater) zusammenzuhängen scheint. am ende verlieren irgendwie alle bei diesem film. scheiße vadf-güteklasse A (9/10)
    jop habe den film auch vorhin gesehen ali und stimme dir 100%-ig zu.

  9. #9
    Moderator Moderator Avatar von TheCrow
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    Re: Eden Lake

    Ach, dann sage ich mal was dazu...

    Mir war das Ende (und überhaupt alles, was mit dem Umfeld der Jugendlichen zu tun hat) zu sehr mit Klichees übersäht. Dazu hat man das Ende langsam schon weissnichtwieoft gesehen, und spürte förmlich, dass es so kommen würde. Somit war das für mich kein weiterer Schlag mehr, sondern nur noch das Abspulen des altbekannten Programms.

    Abgesehen davon gebe ich Dir aber auch vollkommen recht. Ein ungemütlicher und teilweise schockierender Film mit einer sehr gelungenen Atmosphäre.
    "Stop breathing!" - The Man in Black
    MovieCops - Filme im Kreuzverhör #80 ist online! (12.11.2017)

  10. #10
    Ali
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    Re: Eden Lake


    also das altbekannte programm für das ende eines solchen films ist doch eher so, dass zumindest eine person (wenn auch blutüberströmt -> tcm-style) den terror überlebt und das habe ich bei diesem film eigentlich auch erwartet aber der regisseur hat für mein empfinden eine andere, schockierendere richtung eingeschlagen. letzlich fand ich irgendwie, dass wie ein heftiger schlag in die magengrube des zuschauers gewirkt hat. es hat irgendwie gepasst, dass es so endet, weil der regisseur eher das umfeld der kinder und irgendwie (so habe ich das wahrgenommen) weniger die kinder verurteilt. das sieht man auch irgendwie in der zweiten hälfte des films als die hauptdarstellerin den thomas turgoose charakter tötet.

    kann aber auch daran liegen, dass ich viel weniger horrorfilme als du gesehen habe, crow und die horrorgängigen klischees nicht so verinnerlicht habe wie du

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  1. 21.01.2011, 23:55

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