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Thema: Fri os fra det onde (Deliver Us From Evil)

  1. #1
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    Fri os fra det onde (Deliver Us From Evil)



    In search of a new lifestyle, Johannes and his wife Pernille leave the city and move with their two children to Johannes' childhood town in the country. When Johannes' drunken brother Lars accidently runs over Anna, a local, and plants false evidence pointing at the emigrant Alain, Johannes stands up to defend Alain. But it comes with a price. The town soon reveals its ugly face, as revenge, hatred and xenophobia become the order of the day, turning the life of Johannes and his family into a living nightmare.
    [Quelle: Det Danske Filminstitut]

    Und gleich der nächste Film von Ole Bornedal, diesmal ohne die “üblichen Verdächtigen” des dänischen Kinos, jedenfalls nicht in den Hauptrollen. So sehen wir u. a. die Sängerin Lene Nystrøm Rasted (ehemals Aqua) in ihrem Leinwanddebüt (dreht derzeit einen Actioner in ihrer norwegischen Heimat in dem u. a. auch Götz Otto mitspielt), sowie dem in Dänemark bekannten Komiker Lasse Rimmer (Stealing Rembrandt) in einer ernsten Rolle. Außerdem dabei: Jens Andersen (Polle fiction), Pernille Vallentin Brandt (Nordkraft), Mogens Pedersen, Bojan Navojec, Kurt Ravn (Königspatience), Henrik Prip (Idioten, Okay), Lone Lindorff (Idioten).


    IMDb-Filmseite

    Trailer (danke Dude)

    In Dänemark ist der Film schon im März angelaufen, der deutsche Kinostarttermin steht noch aus (dauert hoffentlich nicht so lange wie bei Bedingungslos, sonst können wir noch gut 1 1/2 Jahre warten...).
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 21. September 2017]

  2. #2
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    Re: Fri os fra det onde (Deliver us from evil)

    Hört sich nett an ... denk der wird wohl recht sicher im Sommer auf diversen Festivals laufen und hoffentlich auch bei dem, bei dem ich zu Gast sein werde

  3. #3
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Re: Fri os fra det onde (Deliver us from evil)

    Der Film fängt poetisch an und gibts euch dann so richtig ... so wurde der Film, auf den man tagelang hingewiesen wurde ihn unbedingt sehen zu müssen angekündigt. Joa, viel Lärm um Nichts würde ich sagen, denn obwohl der Film richtig stark beginnt, gut inszeniert ist und eine gelungene Musikuntermalung zu bieten hat: Der Film funktioniert nicht! Er will ernst sein, hat jedoch so viele Logikbrüche zu bieten, dass man das Ganze irgendwann nicht mehr ernst nehmen kann. Beste Beispiel hierbei ganz klar, dass es die feiernden Gäste beim ersten Mal wenig schert, dass jemand erschossen wurde und bei der zweiten Person alle panikartik die Flucht ergreifen... Hallo? ... Ansonsten sind die Charaktere klischeehafte Abziehbilder und deren Entwicklungen oftmals nicht sonderlich glaubhaft ... eine Art Straw Dogs für Arme ... und spätestens als nochmal eine absolut unnötige Wendung eingestreut wurde kann man nur mit dem Kopf schütteln. Schade, eindeutig der bislang schwächste Film von Ole Bornedal, dessen Inszenierung den Film vor Schlimmeren bewahrt

  4. #4
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    Re: Fri os fra det onde (Deliver us from evil)

    Siehst Du Keyzer, so macht man das:

    MM-Review

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  5. #5
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    Re: Fri os fra det onde (Deliver us from evil)

    Nur weils einer gut findet

  6. #6
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    AW: Re: Fri os fra det onde (Deliver us from evil)

    Hat es nun wirklich 2 Jahre gedauert bis ich den Film sehen konnte...!? OMG, dafür hab' ich schonmal eins in die Fresse verdient. Zum Glück hat der Bornedal mit seinem Werk das gleich höchstselbst erledigt. buff, in your face. Perfekt ist der Film leider nicht, gegen Ende ist er zu gehetzt, baut eine wunderbare Ausgangssituation aus nur um diese dann einfach so selbst einzurennen, insofern habe ich mit dem letzten Wendepunkt gegen Ende noch meine Probleme und muss Keyzer leider ein bisschen recht geben. Davon ab großartige Bilder und Szenen, Musik und Score. primaprima


    Zitat Zitat von KeyzerSoze
    Beste Beispiel hierbei ganz klar, dass es die feiernden Gäste beim ersten Mal wenig schert, dass jemand erschossen wurde und bei der zweiten Person alle panikartik die Flucht ergreifen... Hallo?
    Finde das durchaus nachvollziehbar. Ist doch ein Unterschied ob jemand in seinem Wagen angeschossen wird, wovon der Außenstehende gar nichts direkt mitbekommt. Dann denke ich dass der Arzt noch lebt, weil in der Szene als Roald sich zu ihm setzt klar zu sehen ist wie er atmet. Zumindest aber, und das kommt auch in der Szene rüber, scheint der Mob zu glauben dass er noch lebt. Und im anderen Falle wird dem örtlichen Polizeichef, vielleicht neben Ingvar die einzige Person vor der die meisten Beteiligten halbwegs Respekt haben, direkt und vor ihren Augen in den Schädel geballert, mit deutlichen Folgen. Und da reicht es dann, dass die paar die dies direkt mitbekommen es, völlig verständlicherweise, mit der Panik zu tun bekommen und abhauen, der Rest folgt dann ganz automatisch, wie er es schon den ganzen Abend getan hat.
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  7. #7
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    AW: Fri os fra det onde (Deliver Us From Evil)

    In einem kleinen Örtchen in der westjütländischen Provinz scheint die Welt noch in Ordnung. Das Meer ist blau wie aus einem geschönten Prospekt und der Himmel ist nahezu wolkenlos und strahlt in ganz besonderen Farben. Doch der schöne Schein trügt, Konflikte schwelen schon lange unter der Oberfläche, und die schon ordentlich in die Jahre gekommene „Dorfjugend“ hat von Anstand und Benimm vielleicht maximal mal etwas gelesen und überträgt die Unzufriedenheit und Perspektivlosigkeit des eigenen Lebens gerne auf einen Sündenbock; mal etwas verdeckt, mal sehr direkt, jeweils auch abhängig vom Promillestand.

    Als nun die Frau des mächtigsten und gleichzeitig innerlich kaputtesten Mann des Dorfes ums Leben kommt, nach dem schmerzlichen Verlust seinen Sohnes sein einziger Halt, gerät das schöne Kartenhaus gehörig ins Wanken und es braucht nur noch einen Hauch um es völlig umzustürzen und die Grenzen zwischen Recht und Unrecht verschwimmen wie ein Eis in der Sonne schmilzt. Und so macht sich ein alkoholisierter, aufgekratzter und blind folgender Mob daran, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen und den vermeintlich Schuldigen, einen bosnischen Flüchtling, höchstselbst zu richten und zu bestrafen. Dass einer der Bewohner den „Neger“, wie er abschätzig genannt wird, in Schutz nimmt bringt ihn und seine Familie gleich selbst ins Fadenkreuz der wilden Horde, die sich so in die Sache reinsteigert und verbeißt, dass sie zunächst selbst der Einsatz von deutlicher Gewalt gegen einen Unschuldigen nicht im Mindesten beeindruckt.

    Ole Bornedal entwirft ein sehr nachdenklich machendes Bild einer degenerierten und xenophoben Gesellschaft, die in blinder Wut vor nichts und niemandem halt macht, und wie einfach es ist für einen Führer, diese für seine Zwecke zu missbrauchen. Dabei nutzt er einige interessante Stilmittel, so ist sein Film durchgängig in ganz besondere Farben getaucht, die Kamera geht gerne auf Nahaufnahme und zeigt die Protagonisten somit sehr direkt. Später gibt es dann noch eine Szene die zusammen mit dem musikalischen Einsatz fast wie aus einem Videospiel entlehnt scheint. Überhaupt die Musik, die verteilt sich weitestgehend auf zwei Stützen, da ist zum einen die Bierzelt-Stimmungstruppe von Fede Finn & Funny Boyz mit ihren Mitschunkelnummern und später kommen dann die Elektro- und Dancepopklänge von Infernal ins Spiel; eine gewagte Mischung die aber gut auf die jeweiligen Szenen abgestimmt ist und bestens funktioniert.

    Etwas eigenwillig auch der Prolog, der dem Zuschauer nicht über eine Ewigkeit die Figuren ausführlich vorstellt sondern dies wird per Erzählerin (nicht nur) aus dem Off übernommen; ein Stilmittel das nicht jedem gefallen mag das aber grundsätzlich okay ist. So wirkt das Ganze fast wie eine erzählte Geschichte, ein böses reelles Märchen. Am Schluss dafür, und damit wäre ich beim für mich einzigen Schwachpunkt, wird das Ganze zu schnell abgearbeitet und eine wunderbar aufgebaute Ausgangssituation unverständlicherweise einfach über’n Haufen geworfen. Vielleicht sollte mit den Erwartungen und Gewohnheiten des Zuschauers gebrochen werden; das wäre so auf Anhieb der einzig halbwegs plausible Grund dafür; dessen ungeachtet ist es aber in erster Linie eher ärgerlich.

    Richtig beeindruckend sind größtenteils die Darstellerleistungen; insbesondere wenn man bedenkt, dass Lasse Rimmer eigentlich ein Standup-Comedian ist, Mogens Pedersen und Pernille Vallentin zwar nicht direkt Schauspielanfänger aber für sie war es erst die dritte Rolle (eigentlich singt sie ja auch) und Pedersen hatte zwischen seinen wenigen Filmrollen größere Pausen, dann nötigt das diesen aber auch dem Regisseur einigen Respekt ab. Besonders erwähnt und gelobt sei an der Stelle noch Lene Nystrøm, ihres Zeichens eigentlich Frontfrau des früheren „Bubblegum Pop“-Duos Aqua; und für sie zurecht der Beginn einer zweiten Karriere; das hätten ihr in der Form wohl auch nur die Wenigsten zugetraut. Dazu Kim Kold, ehemaliger Footballspieler und erfolgreicher Bodybuilder, der bereits in dem prämierten Kurzfilm Dennis zu überzeugen wusste, und gegen den Schwarzenegger, Moeller & Co. gerade mal besserer Durchschnitt sind. So einen möchte ich auch gerne als Bodyguard, nicht nur wegen seiner imposanten Figur und Kraft.

    Was auch sehr gefällt ist die sehr gelungene Akustik, ob bei der Musik oder auch insgesamt (insbesondere das Geräusch beim Unfall). Insgesamt die Inszenierung, das intensive Spiel der Darsteller, die explodierende Gewalt(bereitschaft) und einige mehr als gelungene und eindrückliche Szenen machen diesen Film zu einem wahren Erlebnis, dass mich emotional sehr gepackt und in seinen Bann gezogen hat. Einige Einstellungen und Bildkompositionen sind einfach nur zum Genießen. Nach dem für mich tendenziell eher etwas enttäuschenden Kærlighed på film (ist allerdings jammern auf hohem Niveau) mal wieder ein richtig guter und bis auf einen deutlichen Schönheitsfehler richtig gelungenen Bornedal-Film, der nach Zweitsichtung schreit. 9/10


    Noch ein kleiner Tipp für alle die sich die DVD zulegen: nach Erscheinen des Hauptmenüs möglichst gleich den Film starten, die kleine Szene die da abläuft ist nämlich eine der wichtigen und besonderen recht spät im Film, die auf diese Art leider schon vorweg genommen wird.
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