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Thema: The Wrestler

  1. #1
    Ali
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    The Wrestler

    also ich weiß nicht so recht, aber die suchfunktion gibt keinen thread zum neuen film von darren aronofsky wieder, obwohl ich mir eigentlich ziemlich sicher bin, dass es einen zu the wrestler gibt. sollte dies der fall sein, bitte ich um schließung dieses threads.



    imdb hat folgendes geschrieben

    A drama centered on retired professional wrestler Randy "The Ram" Robinson as he makes his way through the independent circuit, trying to get back in the game for one final showdown with his former rival.
    der film würde mich nicht die bohne interessieren, wenn der regisseur nicht darren aronofsky hieße, aber da der mann, der in 15-20 jahren als einer der besten regisseure gelten wird, die die welt je gesehen hat, bis jetzt keinen mist gebaut und ich glaube auch kaum, dass dieser film ein reinfall sein wird, interessiert mich dieses neue wrestling-drama. zumindest lässt die durchschnittswertung von 8,8 bei 3459 stimmen bei der imdb den schluss nahe, dass der film ganz ordentlich sein könnte. inhaltlich hört sich das ganze an wie ein rocky-film, bei dem boxen durch wrestling ersetzt wird. wrestling interessiert mich zwar überhaupt nicht, aber ich schätze mal, dass mehr als der sport die person und das drama um ihn im vordergrund stehen werden. so oder so. alles egal. der film ist von aronofsky und er wird geguckt...

  2. #2
    Bob
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    Re: The Wrestler

    http://www.imdb.com/title/tt1125849/boa ... /124396489

    der film ist übrigens - was zu erwarten war - große klasse. Mickey Rourke trägt den ganzen film als verstümmelter tanzbär. aber keine inszenatorische bombe à la Requiem oder Fountain erwarten. ist mehr eine ganz ruhige sozial-/charakterstudie, schon fast fassbinderischer art.


    das offende ende fand ich klasse, dazu die spät einsetzenden credits (um dem zuschauer noch raum zu geben, die handlung in gedanken zu ende zu erzählen) und der song von Springsteen geben einem den rest: großartig.


    war nur irgendwie die falsche filmwahl für heute. jetzt bin ich erstmal down. danke Aronofsky, du trauerkloß-arsch.
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  3. #3
    Regisseur Avatar von Chefkoch
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    Re: The Wrestler

    Wieso bist du down?

    Fühle mich eher gut, ein "Smile" auf meinem Gesicht nach dem Ende.
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  4. #4
    Bob
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    Re: The Wrestler

    lässt sich nur schwer drauf antworten, weil ich auch das "positive-entlassungsgefühl" nachvollziehen kann.


    für mich war es die summe an situationen (tochter, stripperin, karriere, supermarkt-job), an denen Randy gar nicht mal so sehr aus eigenverschuldung scheitert. und am ende fügt er sich fast schon seinem schicksal und setzt zum letzten slam-dunk an. der kerl ist für mich danach tuk, aber selbst wenn man das auch so auslegt, kann ich immer noch das eher gute gefühl im abspann nachvollziehen.


    reine empfindungssache, vllt seh' ich's beim nächsten mal anders.
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  5. #5
    Regisseur Avatar von Chefkoch
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    Re: The Wrestler



    Ja, für mich ist er auch tuk(schöner Begriff ), aber er ist genauso gestorben wie er gelebt hat. Man hat ja gemerkt, Wrestling ist seine Liebe, die alles in seinem Leben überdeckt und mir hat es einfach unglaublich gefallen, dass er diesen Abschied bekommen hat und nicht alt und allein als Supermarktangestellter irgendwo gestorben ist.

    Oh man, dieser Soundtrack, The Wrestler kriegt man echt nicht mehr aus den Ohren.
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  6. #6
    Bob
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    Re: The Wrestler


    aber mit nur ganz wenig glück bzw. einem leicht anderen verhalten, hätte er

    a) die stripperin als freundin bekommen
    b) die nähe zu seiner tochter wiedergefunden
    c) länger gelebt

    dass er eigentlich aufhören will, sieht man ja auch auf der (leeren) convention, in denen er die ganzen verstümmelungen und prothesen seiner kollegen bemerkt...und keine sau interessiert's.

    aber irgendwie gefällt mir dein aspekt auch. so nach dem motto ein alter mann stirbt. resignation und ein letztes aufbäumen, mit einem lächeln und gefeiert aus dem leben. hm...


    muss ich nochmal sehen.
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  7. #7
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    Re: The Wrestler

    Ich freue mich schon riesig auf diesen Film. Bestimmt eins der Highlights des Jahres.
    Five-Point Palm - exploding heart technique

  8. #8
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    Re: The Wrestler

    Mir hat der Film insbesondere als Kenner der Indy Wrestling Szene sehr gut gefallen, auch wenn es in erster Linie in diesem Film nur am Rande um Wrestling spezifisch geht (SPOILER!).

    Mich bitte nicht falsch verstehen: Der Film liefert ein eindrucksvolles und wirklichkeitsnahes Portrait der amerikanischen Wrestling Szene und eines typischen Wrestlers. Allerdings geht der Film darüber hinaus: Im Wesentlichen liefert er eine Betrachtung darüber wie wir uns selbst sehen und vor allem darüber wie abhängig wir dabei von der Meinung anderer sind.

    Wir sehen bei Randy wie sich sein gesamten Leben in der Bestätigung anderer abspielt und er sich dadurch selbst verliert. Wer ist Randy eigentlich außerhalb seiner Wrestling Rolle? In seiner Rolle als Vater hat er ebenso versagt, wie in seiner Rolle als Mann. Der Film dreht sich im Wesentlichen darum wie Randy versucht diese Rollen wieder aufzubauen und daran scheitert. Insgeheim ist sich Randy der Illusion des Wrestling sehr wohl bewusst, allerdings ist er süchtig danach geworden und die eigene Person ist hinter der Kunstfigur "The Ram" zurückwichen. In einer wunderbaren Szene spielt er dabei mit einem seiner Fans ein Videospiel der 80er Jahre. Der Fan bemerkt dabei, dass ein aktuelles Spiel allerdings viel toller wäre und lässt Randy schließlich stehen. Selbst als Kunstfigur ist Randy mittlerweile veraltet. Was aber nun machen? Sich diesen eigenen Dämonen stellen und neue Werte schaffen oder dem Pfad der Identitätsverlustes folgen?

    The Wrestler hat mir sehr, sehr gut gefallen. Insbesondere das Ende ist herrlich konsequent und aus meiner Sicht weniger offen, als es auf dem ersten Blick scheint.

  9. #9
    Bob
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    Re: The Wrestler

    schöner kommentar. hab' das so konsequent beim ersten mal schauen gar nicht aufgenommen.



    kannst du das ganze irgendwie noch auf den amerikanischen lebensstil beziehen? flaggen gab es ja ein paar zu sehen, die antretenden "nationen" im final fight scheinen ja auch nicht zufällig gewählt worden sein, und die soziale betrachtung von wegen eintag-jobs und supermarkt war in meinen augen sehr kühl dargestellt.

    konnte ich mir beim ersten mal nicht alles zusammenreimen.
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  10. #10
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    Re: The Wrestler

    Nun auf die Gefahr zuviel in den Film hineinzuinterpretieren.

    Die vertretenen Nationen lehnen sich an die Fehde zwischen Hulk Hogan und dem Iron Sheik in den achtziger Jahren an (http://en.wikipedia.org/wiki/The_Iron_Sheik). Gleichzeitig war diese Fehde allerdings auch nur eine Verkörperung des Weltgeschehens für den einfachen Amerikaner. Indem Hulk Hogan als Verkörperung des amerikanischen Traumes den Vertreter des Schurkenstaates im Ring besiegte, wurde zugleich die Vorherrschaft Amerikas für die Massen zelebriert.

    Man könnte sich fragen ob diese vermeintliche kulturelle Überlegenheit im Film dekonstruiert wird, also ob der Film bewusst einen Blick auf die Unterschicht wirft und Randy zu einem Vertreter der namenslosen White Trash Schicht macht, der seine Erlösung und Identität in dieser Kunstwelt findet. Weiterhin könnte man sich fragen, inwieweit diese aufgezeigte Realität im Widerspruch mit der Vision des überlegenen Amerikas steht, die er im Ring verkörpert. Und wieder weiter wäre zu überlegen, welche gesellschaftliche Funktion dieser Mythos eines dominanten Amerikas hat. Sprich: Wird die Unterschicht dadurch ruhig gehalten? Frei dem alten Motto: Brot und Spiele?

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