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Thema: Vicky Cristina Barcelona

  1. #1
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    Vicky Cristina Barcelona

    Nachdem die Suchfunktion kein Ergebnis zu Tage befördert hat und mein Filmtagebuch unwürdig dürftig ausgefallen ist mach ich mal ein Thema auf, in der Hoffnung dass noch jemand Woody Allens neuen Film gesehen hat.

    Ich fand, dass der Film auffallend locker ist. Das erinnert mich ein bisschen an "Ocean's Eleven", wo die Darsteller nicht danach aussahen als würde sie wirklich schauspielern sondern total relaxt waren. Hier ist das ähnlich. Die freie Liebe die hier propagiert wird ist eigentlich eher nicht so mein Ding, aber bei Johansson und Cruz würd ich es vielleicht doch wagen, bei Bardem aber nicht . Imponierend ist der versteckte Appell doch mal etwas zu wagen und sich nicht in Bequemlichkeit zu ergeben.
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  2. #2
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Re: Vicky Cristina Barcelona

    Closer im Woody Allen Stil ... ich denke das würde diesen Film wohl am ehesten beschreiben und da Woody Allen selbst nicht mitspielt sind die Vorraussetzunge für einen guten Film schon getroffen. Die Geschichte gefällt, die Charaktere sind großartig geschrieben und näher am Leben wie der übliche Einheitsbrei aus Hollywood. Dazu noch eine gewohnt subtile Inszenierung von Allen, garniert mit einer wundervollen Musik (das Titellied werde ich noch Wochen im Ohr haben) und hervorragendem Cast bei dem sogar Newcomerin Rebecca Hall mit den gestandenen Größen Javier Bardem, Scarlett Johansson und Penelope Cruz mithalten kann. Vicky Christina Barcelona ist sicherlich kein Film für die Masse ... aber auf jeden Fall sehenswert ... und für mich gemeinsam mit Hannah and her Sisters der bis dato beste gesehene Film des Regisseurs.

  3. #3
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    Re: Vicky Cristina Barcelona

    Ich kann das Lob für den Film leider nicht teilen. Gut zugegebenermaßen bin ich kein Allen-Fan (ich habe nur ein paar Filme von ihm gesehen und selbst von den wenigen konnte mich nur Match Point wirklich überzeugen), aber mein Urteil wurde deswegen nicht negativ beeinflusst. Was mir sofort sehr schlecht aufgestoßen ist, war diese verkitschte, amerikanische Postkarten-Betrachtungsweise von Europa bzw. in diesem Fall Barcelona. Selbstverständlich ist diese Stadt (und Umgebung) wunderschön, aber irgendwie waren die eingefangenen Bilder für mich so das 08/15-Touri-Programm. Mich hätten auch die mehr unbekannteren (vielleicht auch 'dunkleren') Ecken dieser Stadt interessiert. Natürlich musste aufgrund der Thematik der Romantik-Faktor ziemlich ausgereizt werden, aber von einem Woody Allen hätte ich es anders erwartet. Die Story konnte mich leider auch nicht so richtig faszinieren. Hinter den großen Gefühlen und dem vielen Geschrei konnte ich nichts entdecken, was mich über die gesamte Laufzeit hätte fesseln können. Keyzer deutete kurz einen Vergleich mit Closer - Hautnah an, aber von den erstklassigen Dialogen dieses Films ist Vicky Cristina Barcelona für mich meilenweit entfernt. Zudem ließ mich auch das Ende etwas unbefriedigt zurück. Im Grunde genommen haben sich die Protagonisten einmal im Kreis gedreht und sind fast wieder dort, wo sie waren. Ich will nicht behaupten, dass es in der Realität nicht genauso ablaufen würde, aber dann ist halt auch diese Realität ermüdend für mich. Selbstverständlich muss nicht jeder Film eine radikale Entwicklung des Hauptprotagonisten am Ende haben, aber in diesem Fall hätte es zumindest bei mir einen etwas versöhnlicheren Eindruck hinterlassen. Bei den Darstellern konnten die spanischen Akteure mich am meisten für sich einvernehmen. Javier Bardem, der einen auf Pimp macht, und Penélope Cruz, die hier wunderbar die allgemeine Auffassung einer temperamentvollen Spanierin zum Besten gibt, gefielen mir ganz gut. Bei den beiden amerikanischen Damen konnte mich eher noch Rebecca Hall überzeugen, da ich ihre Rolle als die interessantere empfand. Scarlett Johansson hinterließ diesmal bei mir keinen nennenswerten Eindruck. Woran es genau lag, kann ich leider nicht sagen. Ich will aber nicht allzu hart mit dem Film ins Gericht gehen. Der Film war einfach nicht so mein Fall und erreichte deswegen bei mir 'nur' Mittelmaß.
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  4. #4
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    Re: Vicky Cristina Barcelona

    Dude, du wunderst dich über das Postkartenformat, aber gibst die Begründung dafür selbst. Die Chararktere bewegen sich im Kreis, sie entwickeln sich nicht, sie sind oberflächlich, genauso wie die Eindrücke von der Stadt. Das passte meiner Meinung nach sehr gut ins Bild.
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  5. #5
    Regisseur Avatar von CallMeDude
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    Re: Vicky Cristina Barcelona

    Hmm, die Oberflächlichkeit der Charaktere spiegelt sich in der Darstellung der Stadt. Ich bin zwar nicht vollends davon überzeugt, aber es ist auf jeden Fall etwas, worüber man sich Gedanken machen kann. Ich weiß nicht, ob ich das Verhalten der Protagonisten als oberflächlich bezeichnen würde. Für mich beschreibt die Äußerung von Penélope Cruzs Figur, dass nur unerfüllte Liebe romantisch ist, ganz gut das Geschehen im Film. Die Leute sehnen sich nach dem, was sie nicht haben. Aber sobald sie es dann tatsächlich haben, merken sie auf einmal, dass dies eigentlich nicht das ist, was sie wollen, und werden darüber unglücklich. Sie beginnen dann sich wieder nach irgendetwas anderem zu sehnen. Ein ewiger Kreislauf, der ständig abläuft (würde meiner Meinung nach auch gut zu Allens Betrachtungsweise von Beziehungen passen). Ich würde es eher eine ständige Unzufriedenheit bzw. Unentschlossenheit nennen, die u.U. in der menschlichen Natur tief verankert ist. Oberflächlichkeit könnte ich mir in dem Sinne vorstellen, dass die Charaktere im Film sich durch den Glanz des Neuen (die Stadt Barcelona, die spanische Lebenskultur, die Welt der Künste) blenden lassen und sich aufgrund dessen in ein Abenteuer stürzen ohne die Konsequenzen zu überdenken. Ob sich dieses Verhalten in den Stadt- bzw. Umgebungsaufnahmen wiederspiegelt, könnte ich ehrlicherweise weder abstreiten noch bestätigen. Trotzdem interessante Ansichtsweise Danwalker und ich würde deine Theorie auch niemals in Abrede stellen.
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  6. #6
    Regisseur Avatar von Ocean
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    Re: Vicky Cristina Barcelona

    Ich bin begeistert, ein echter Sonnenstrahl im diesigen Grau in Grau, das gerade in Deutschland herrscht. Fand den Film sehr, sehr schön, mochte allerdings auch alle Allen-Filme, die ich bisher gesehen habe und bin mit einer entsprechenden Erwartungshaltung ins Kino gegangen.
    Die hier genannten Kritikpunkte kann ich zwar nachvollziehen, sie sind mir allerdings während des Schauens nicht sauer aufgestoßen. Ich war noch nie in Barcelona und kann daher nicht beurteilen, wie wirklichkeitsgetreu die Stimmung der Stadt eingefangen wurde, aber ich fand keinesfalls, dass da nur "Postkartenmotive" vorgeführt wurden. Es gab dunkle Seitengassen, hässliche Hunde, Huren, grafittibesprühte Garageneinfahrten... Ich hätte es im Umkehrschluss sogar unglaubwürdig gefunden, wenn sich zwei amerikanische Touristinnen nicht Gaudis Gebäude, schöne Parks und Restaurants ansehen würden.
    Vom Ende war ich zuerst auch etwas enttäuscht - oberflächlich gesehen hat sich ja wirklich fast nichts verändert. Aber ich denke, das ist auch der Knackpunkt, denn die Veränderungen, die solche Erfahrungen in einem Menschen auslösen, sind nunmal oberflächlich nicht sofort sichtbar. Und letztlich war es ja wirklich "nur" ein Sommer in Barcelona .
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    And written very long ago
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  7. #7
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    Re: Vicky Cristina Barcelona

    Und schon wieder hat Woody einer Darstellerin zum Oscar verholfen...
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  8. #8
    Regisseur Avatar von Julia
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    Re: Vicky Cristina Barcelona

    Gestern endlich gesehen. Solche Allen Filme mag ich. Viele unterschiedliche Rollen und eine gute Handlung und die zwei wohl momentan schönsten Frauen (Johansson und Cruz). Die Erzählstimme mag ich bei Woody auch immer sehr.

  9. #9
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Re: Vicky Cristina Barcelona

    Ich will ja nix sagen, aber du vergisst hier die wundervolle Rebecca Hall

  10. #10
    Regisseur Avatar von Julia
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    Re: Vicky Cristina Barcelona

    Ok, die ist auch ganz nett.
    Ich habe gerade gesehen, dass ich sie doch schon mal gesehen habe. Sie spielt bei The Prestige mit, wenn auch nicht allzulange


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