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Thema: Control

  1. #1
    Regisseur
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    Control





    Confusion in her eyes that says it all.
    She's lost control.
    And she's clinging to the nearest passer by,
    She's lost control.
    And she gave away the secrets of her past,
    And said I've lost control again,
    And a voice that told her when and where to act,
    She said I've lost control again.


    (She's Lost Control - Joy Division)



    Mother I tried please believe me,
    I'm doing the best that I can.
    I'm ashamed of the things I've been put through,
    I'm ashamed of the person I am.

    Isolation, isolation, isolation


    (Isolation - Joy Division)




    In zwei Tagen zweimal gesehen.

    Großartig dieser Film, wirklich großartig.

    Diese wundervollen, wahren, schmerzlich-schönen, tieftraurigen Bilder in diesem klaren Schwarzweiß.
    Diese Musik, diese Schauspieler, die allesamt so perfekt passen, allen voran natürlich Sam Riley als der Sänger Ian Curtis von der Band Joy Divison.
    Diese ganze tragische, verzweifelte Geschichte dieses Menschen.
    Diese einzigartige, nicht zu definierende magisch-melancholische Atmosphäre von Control.
    Und immer wieder diese Bilder, dieses tolle Licht, der Regen, der an der Scheibe der Telefonzelle herunterläuft.
    Ian Curtis Blicke, diese Verzweiflung und Angst.
    Und auch immer wieder der leise aufblitzende Humor,
    Blätter, die sich schwarz in einer Fensterscheibe spiegeln.

    Schaut ihn euch an diesen Film.
    Sofort.
    Mehrmals.


    (Trailer)
    - I can take you anywhere you want. Where do you want to go?
    - Home.

    (My Own Private Idaho)

  2. #2
    Regisseur Moderator Avatar von Anne
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    Re: Control

    "Control" zieht seine immense Stärke aus seiner Authentizität, der erhabenen Schlichtheit seiner Optik, einem famos zurückhaltend spielendem Ensemble und dem unvergänglichen Soundtrack der kranken, einsamen und traurigen Seele des Ian Curtis: der Musik von Joy Division.

    „Control“ ist in meinen Augen eines der perfektesten Biopics die ich bis dato gesehen habe. Und eines der ungewöhnlichsten.

    Perfekt, weil Corbijns „Control“ inszeniert ist, wie Joy Division-Songs klingen:
    kühl, grau, distanziert – jedoch gleichzeitig unheimlich emotional. Das Schwarz-weiß der Bilder verstärkt die Wirkung der eh schon kargen, klaren Inszenierung ohne Schnickschnack.

    Ungewöhnlich, weil Corbijn auf die gängigen Biopic Klischees verzichtet. Da ist keine „WOW, er ist ein Genie!“-Szene, keine „Schnell einige Jahre durch stylische musikuntermalte Montage abhandeln“-Szene. Überhaupt ist mir der Einsatz der Musik positiv aufgefallen. Zu Anfang läuft da kein Joy Division, weil es die Musik zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht gibt. Stattdessen hört man Bowie und Co. – eben jene Bands, die die Band zweifelsohne beeinflusst haben müssen. Ich meine auch, dass nur Musik erklingt, wenn auch Musik gemacht wird. Die Musik gehört dann auf natürliche Weise in die Szene.

    Die Schauspieler sind allesamt hervorragend, in ihrem Spiel frei von jeglichem Overactig. Da wird nicht übertrieben, es gibt keine Oscar-Clips. Es ist einfach pures Schauspiel, echte Emotionen, die nicht durch überzogene Darstellung verdeutlicht werden müssen. Es werden keine Sympathien bewusst aufgebaut. So hat man mit Curtis Ehefrau Debbie genauso viel Mitleid und Sympathie wie für seine Geliebte Annik, die jedoch überraschend im Hintergrund bleibt – was Alexandra Maria Laras Darstellung jedoch trotzdem elfenhaft, ein wenig geheimnisvoll und vor allem unvergänglich macht. Wäre ich ein Mann, ich hätte mich auf der Stelle in sie verliebt.

    Und Sam Riley? Sein Spiel ist herzzerreißend. Aber auf eine Art, die einen eben NICHT dazu bringt, ihn einfach nur knuddeln zu wollen. Dafür ist er viel zu weit weg. Viel zu verloren in seiner eigenen Dunkelheit. Der Zuschauer kann das Ausmaß seiner Verzweiflung nur erahnen, nicht jedoch nachvollziehen oder mitfühlen. Die wenigsten von uns waren oder sind dort, wo Ian Curtis war. Zum Glück. Daher ist uns nur gestattet mit Schaudern zuzuschauen Und Mitleid zu haben, ohne wirklich verstehen zu können.

    Unbedingt ansehen.

    Und weil ich's so gelungen finde...
    http://www.youtube.com/watch?v=fco_pH5F9xA

  3. #3
    Regisseur Avatar von VJ-Thorsten
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    Re: Control

    Gerade erfahren das wir ja hier nen Topic zu haben. Ihr beide habt das wunderbar in Worte gefasst, was der Film und wie er es transportiert. Schließe mich dem bedinnungslos an und empfehle ebenso die Sichtung des Streifens.
    Burt, are we fuck-ups?

  4. #4
    Nebendarsteller
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    Re: Control

    Wer sich für Tony Wilson und das Factory Label interessiert, den lege ich auch 24 hour Party People ans Herz. Ian Curtis tritt als Figur in einer Nebenrolle darin auf. Die BBC 4 Doku "Factory - From Joy Division to Happy Mondays" ist auch sehr gut.

  5. #5
    Regisseur Avatar von Thomas S.
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    Re: Control

    Ich bin echt enttäuscht von Österreich. Control wird nur in einem Kino ausgestrahlt, und das befindet sich in Wien. In Innsbruck soll er gar nicht gezeigt werden
    "Get busy livin' or get busy dyin'..."

  6. #6
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    Re: Control

    Oha, was ist denn hier nur schief gelaufen bei mir? Jeder liebt diesen Film, er wird hochgelobt von Presse und Publikum und bei mir hat er schon jetzt einen Platz in meiner Flopliste des laufenden Kinojahres sicher. Warum das? An der Musik liegt es sicher nicht, mochte New Order schon immer und war daher auch an der Vorgeschichte der Band interessiert, aber dennoch stimmt meiner Meinung nach bei Control gar nichts. Die Charaktere mögen damals zwar so gewesen sein, aber mir ging wirklich jeder Einzelne auf die Nerven. Nichtmal ansatzweise ist hier ein Sympathieträger zu finden und die Leiden der Charaktere sind einen sowas von egal und so schlich sich schnell eine gewisse Glechgültigkeit ein. Zumal sich die Geschehnisse des Filmes noch zig mal wiederholen und er einfach nicht zum Ende kommen will. Darstellerisch kann Samantha Morton zwar begeistern, jedoch gelingt dies Hauptdarsteller Sam Riley in genau der entgegengesetzten Richtung. So ist Control ein zweistündiger Film, dessen Geschichte man auch locker in einer hätte erzählen können, der hauptsächlich langweilt und auf die Nerven geht. Dank Morton und der guten Musik kann ich mich noch zu einem Punkt durchringen, mehr ist bei Bestem Willen nicht drin.

  7. #7
    Regisseur Avatar von VJ-Thorsten
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    Re: Control

    Buuuuuhhhh Keyzer! Buhhhhhhhhh!
    Burt, are we fuck-ups?

  8. #8
    Regisseur
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    Re: Control

    Genau!!! :wink: :wink:
    - I can take you anywhere you want. Where do you want to go?
    - Home.

    (My Own Private Idaho)

  9. #9
    Regisseur
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    Re: Control

    so mittel-buh .. :wink: so manches stört mich auch am film.
    "Es gibt keine Grenzen. Nicht für den Gedanken, nicht für die Gefühle. Die Angst setzt die Grenzen." Ingmar Bergman

LinkBacks (?)

  1. 14.03.2011, 14:31

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