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Thema: Der Folterfilm

  1. #1
    Bob
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    Der Folterfilm

    Ich habe das Gefühl, dass seit SAW dieses Genre ziemlich gefragt ist. Die Topics zu SAW II, III und Hostel werden regelmäßig besucht und gerade SAW scheint bei vielen schon eine Art Kultstatus zu genießen.

    Ich verstehe nicht genau den Anreiz dabei, sich Filme anzugucken, in denen es ausschließlich darum geht, Menschen auf besonders zynische und demütigende Art und Weise zu foltern.



    Ich will hier nicht den Moral-Apostel raushängen lassen, aber irgendwie behagt mir dieser Hype überhaupt nicht. Besonders wenn dann solche Filme noch mit einer FSK 16 Freigabe davonkommen.



    Ich gucke leidenschaftlich gerne Splatter-Filme, meine Bedenken richten sich deswegen nicht an einen hohen Härtefaktor, sondern eher an die grundsätzliche Herangehensweise dieser Filme. Was ich bei Final Destination oder Braindead lustig finde, widert mich bei Hostel und Konsorten eigentlich nur an.
    Dabei muss ich allerdings auch zugeben, dass ich außer SAW gar keinen anderen Film mehr aus diesem Sub-Genre gesehen habe, ich gehe von Trailern, Kommentaren und Ausschnitten aus. Ich will mir das einfach nicht antun.



    Der Grund für dieses Topic ist, dass ich mal gerne von Fans dieser Filme ein paar Anreize erfahren würde, was diese Folterei so sehenswert macht.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  2. #2
    Bud
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    Re: Der Folterfilm - Trend

    Hi Bob
    Ich glaube, dass diese Phämomen schnell wieder von der Bildfläche verschwindet. Der Kick etwas Schreckliches „mit anzusehen zu müssen“ und sich trotzdem in Sicherheit zu wiegen, sozusagen die Macht besitzt, jederzeit auszusteigen ist ja nicht neu. Es hat sich zurzeit ein Trend daraus gebildet. Habe schon miterlebt, dass Kinder mit ihren Freunden im Kino waren, obwohl sie selber offensichtlich alleine nicht in den Film gehen würden (= Mutprobe). Du bist doch kein Weichei, oder? Ich gehe einfach davon aus, dass sich die Traumfabrik diesen Hype zu nutzen macht und uns mit Filmen dieser Machart überschwemmt, solange sie daraus Kohle rausquetschen kann, bis nichts mehr geht.
    Dieses Vorgehen ist uns allen ja nicht unbekannt. Wenn ein Mysterythriller erfolgreich an den Kinokassen war, folgen zwangsläufig weitere. Wenn ein Sender eine Gerichtsshow, Krankenhausserie, oder wie momentan gerade Gerichtsmedizinsendung erfolgreich im Programm hat, setzen viele andere Sender auf das gleiche Pferd und kaufen ähnliche Kalieber ein (CSI, CSI NY, CSI Miami, CSI Bad Oeynhausen usw.). Ich hoffe, dass dieser Trend (aus zwei Gründen) bald vorüber ist.

    Grund 1: Wie du schon beschrieben hast, werden diese Filme immer niedriger eingestuft. Der einzige Grund dafür ist natürlich das mehr Zaster eingenommen wird. Halte ich in diesem Fall für sehr bedenklich. Ich bin zwar kein Freund der FSK, aber Filme dieses Kaliebers haben mit FSK 16 nichts am Hut.

    Grund 2: Das Thema ist schon ziemlich ausgeschlachtet. Genauso wie bei Final Destination 3 geht es hier nur noch um die "Kunst" Menschen auf immer erfindungsreichere Art zum Ableben zu überreden. Nicht schön, aber langweilig. Diesen Trend kann man schon in vielen Untertiteln verfolgen. Ein Beispiel: The Hills have eyes II: Letztes Jahr war der glücklich, der als erster starb. Dieses Jahr ist der glücklich, der als schnellster stirbt (So, oder so ähnlich). Der Name ist halt Programm und wie gesagt nicht gerade pfiffig.

    Ich gehe einfach davon aus, das das (hoffentlich) bald vorbei ist.
    Alle Menschen sind klug. Die einen vorher, die anderen nachher.

  3. #3
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    Re: Der Folterfilm - Trend

    Was den Reiz ausmacht? Als Horror-Fan bin ich natürlich auf der Suche nach dem Kick...nach dem Film, der mir Angst macht, so dass ich nicht mehr aufstehen will, solange der Film nicht zu Ende ist...nach dem Film, der es schafft, dass ich mich angewidert abwende...nach dem Film, der mich zum Denken anregt "Wie kommt man auf so etwas?", "Was geht im Kopf des Autors eigentlich vor?", "Inwiefern gibt es solche Sachen wirklich?", usw.

    Wenn ein Horror-Film oder Psycho-Horror oder Horror-Thriller einen dieser Punkte erfüllt, dann hat er mich unterhalten...wie auch immer.

    Warum soll ich das nicht gerne haben? Und ein "Kiddie" bin ich schon lange nicht mehr...aber danke für's Kompliment!

    Für mich sind diese Terror-Filme hauptsächlich da, um mich zu schockieren...und ich will das so haben: ich will schockiert werden, denn sonst muss ich mir das nicht ansehen.
    Ist das gefährlich? Werde ich deswegen zum Folterer? Bin ich eine allgemeine Bedrohung geworden, weil ich über 400 Horror-Filme zu Hause habe? Ich denke nicht!
    Ich habe in meinem Leben bisher einen einzigen Film gesehen, welcher die Gewalt verherrlicht hat, und das war "Natural Born Killers"...solche Filme halte ich wiederum für gefährlich...

    Und was die FSK-Einstufungen angeht: soweit ich weiss, sind die ungeschnittenen SAW-Filme allesamt AB18.
    "Stop breathing!" - The Man in Black
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  4. #4
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    Re: Der Folterfilm - Trend

    Ich glaube der Reiz liegt in der Faszination des Grauens, im Austesten der eigenen geschmacklichen und ethischen Grenzen. Gerade jüngere Menschen suchen Möglichkeiten nach diesen Grenzerfahrungen; deswegen sperren sie sich in einem Raum mit hämmernder Musik und besaufen sich (siehe Disco), nehmen Drogen etc. Vielleicht geht es auch einfach nur darum sich zu spüren; sich im Wust all der Bilder und Möglichkeiten der Moderne, welche die Sinne überfluten ein Refugium zu schaffen um noch etwas klares, etwas heftiges, vor allem etwas Neues zu erfahren/ zu empfinden.

    Ich war immer schon der Ansicht, dass es im Menschen eine sadistischte Seite gibt. Eine hinter der dünnen Zivilisationsschicht verborgene Sehnsucht nach reiner Willkür und Mord. Man sieht es immer wieder an der Geschichte, dass eine große Anzahl an Menschen in einem Staat, der das Morden gegenüber Völkergruppen erlaubte, das Angebot willig annahm oder -ob gewollt oder nicht gewollt spielt dabei eigentlich nur eine zweitrangige Rolle- dabei zusah.
    Folterfilme stimulieren im Grunde diese verborgene Seite, die in der gesitteten Gesellschaft (glücklicherweise!) natürlich nicht artikuliert werden darf und (zurecht!) betraft wird. Ähnlich verhält es sich ja mit Katastrophenfilmen, die mit dem Kitzel spielen, sich eine totale Zerstörung vorzustellen (die eben auch schlicht die Routine aus den langweiligen Straßen schwemmt). Und ebenso verhält es sich doch mit Pornofilmen, die uns die Fantasie schenken, dass wir eine großbrüstige Frau zu penetrieren; obgleich wir im wahren Leben wahrscheinlich die Finger von ihr lassen würden weil sie uns einfach zu plump oder eben viel zu unerreichbar wäre.

    Ich persönlich finde Folterfilme interessant; eben aus jenen geschilderten Grenzerfahrungsmomenten heraus. Andererseits nervt mich inzwischen der inflationäre Gebrauch im Mainstream-Kino etwas. Wenn zu viel vom Gleichen auf den Markt geworfen wird fühle ich mich immer eher belästigt als angespornt. Irgendwie entzaubert diese Überschwemmung auch ein bisschen die Illusion etwas Besonderes zu sehen wenn man weiß, dass es sich 250 Millionen andere Menschen ebenfalls angeschaut haben. Ich hab' dann immer das Gefühl in einer realistischeren Geisterbahn zu sitzen und schon am Ausgang zu sehen, dass der nächste Menschtross begierig darauf wartet stimuliert und künstlich an einen bestimmten Zustand hernageführt zu werden. Das Ganze hat dann eher etwas Fabrikhaftes, Industrielles; dann eben doch lieber eine alte VHS-Kassette wo einem die schlechte Qualität der Astro-Kassette schon Angst und Schrecken einjagt.
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    und hinter tausend Stäben keine Welt.
    Rainer Maria Rilke

  5. #5
    Bob
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    Re: Der Folterfilm - Trend

    Zitat Zitat von Morten
    dann eben doch lieber eine alte VHS-Kassette wo einem die schlechte Qualität der Astro-Kassette schon Angst und Schrecken einjagt.
    Wahres Wort.
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  6. #6
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    Re: Der Folterfilm - Trend

    Zitat Zitat von Morten
    Ich glaube der Reiz liegt in der Faszination des Grauens, im Austesten der eigenen geschmacklichen und ethischen Grenzen. Gerade jüngere Menschen suchen Möglichkeiten nach diesen Grenzerfahrungen; deswegen sperren sie sich in einem Raum mit hämmernder Musik und besaufen sich (siehe Disco), nehmen Drogen etc. Vielleicht geht es auch einfach nur darum sich zu spüren; sich im Wust all der Bilder und Möglichkeiten der Moderne, welche die Sinne überfluten ein Refugium zu schaffen um noch etwas klares, etwas heftiges, vor allem etwas Neues zu erfahren/ zu empfinden.
    Was aber wiederum bei jedem anders aussehen kann. Für mich ist es schlussendlich wirklich nur Unterhaltung. Und auch der Satz mit den "Jüngeren": ich bin fast 30 und kenne sehr viele in meinem Alter, die sich diese Filme genauso gerne ansehen und auch immer noch an Konzerte gehen um sich zudröhnen zu lassen oder auch mal Drogen nehmen und sich besaufen. Das hat IMO mit dem Alter alles nicht viel zu tun...das einzige was bei Jüngeren dabei sein kann, ist der Reiz des Verbotenen.

    Zitat Zitat von Morten
    Wenn zu viel vom Gleichen auf den Markt geworfen wird fühle ich mich immer eher belästigt als angespornt. Irgendwie entzaubert diese Überschwemmung auch ein bisschen die Illusion etwas Besonderes zu sehen wenn man weiß, dass es sich 250 Millionen andere Menschen ebenfalls angeschaut haben. Ich hab' dann immer das Gefühl in einer realistischeren Geisterbahn zu sitzen und schon am Ausgang zu sehen, dass der nächste Menschtross begierig darauf wartet stimuliert und künstlich an einen bestimmten Zustand hernageführt zu werden. Das Ganze hat dann eher etwas Fabrikhaftes, Industrielles...
    So geht es mit zur Zeit mit dem allseits beliebten Pokern...!
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  7. #7
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    Re: Der Folterfilm - Trend

    Sorry Doppelpost, aber ich will doch schonmal ein paar Antworten geben.

    Zitat Zitat von Bud
    Das Thema ist schon ziemlich ausgeschlachtet. Genauso wie bei Final Destination 3 geht es hier nur noch um die "Kunst" Menschen auf immer erfindungsreichere Art zum Ableben zu überreden. Nicht schön, aber langweilig. Diesen Trend kann man schon in vielen Untertiteln verfolgen.
    Wie ich schon erwähnte, habe ich gegen solche Filme überhaupt keine Einwände, im Gegenteil, ich liebe den Scheiß.
    Während mir dann bei SAW/Hostel doch eindeutig Grenzen überschritten werden. Mag sein, dass ich die üblichen Klischees brauche, um mir mit reinem Gewissen einen Splatter angucken zu können. Vllt bin ich auch einfach nicht der Typ für harten Gore. Gerade die Italo-Gore Filme finde ich schon ausschnittsweise zu heftig.
    Wenn Menschen massenweise von Zombies dezermiert werden oder die Protagonisten in einem Slasher der Reihe nach äußerst brutal sterben, finde ich das klasse (hihi).
    Ich weiß selbst nicht genau, was den Unterschied zu den Folterfilmen dabei ausmacht, ist einfach eine innere Stimme, die das nicht gut heißen kann.
    Der Spaß liegt dann nicht mehr an einem lächerlichem Drehbuch oder einem rätseln, wer wohl als nächstes auf welche Art stirbt.
    Die Idee ist mir einfach zu plump und in gewisser Weise menschenverachtend. Denn anders als in einem Film wie Salo liegt der Schwerpunkt auf Unterhaltung. Und dass diese Unterhaltung nur dadurch gebildet wird zu foltern, finde ich abstossend. Und das sagt jmd, der The Hills Have Eyes zu seinen Lieblingsfilmen zählt.
    Ich kann einfach nicht genau den Unterschied bestimmen, hoffe aber durch dieses Topic und die Diskussion eine Antwort zu finden.

    Zitat Zitat von TheCrow
    Ich habe in meinem Leben bisher einen einzigen Film gesehen, welcher die Gewalt verherrlicht hat, und das war "Natural Born Killers"...solche Filme halte ich wiederum für gefährlich...
    Die Gewalt und ihre Darstellung in Natural Born Killers ist keine Verherrlichung, sondern mehr eine übertriebene (?) Darstellung der Medienwelt und ihre Auswirkung auf die Konsumenten. Der Film ist deswegen so extrem, weil er auf eine sehr überspitzte Art und Weise probiert zu zeigen, welche Werte das Fernsehen heutzutage vermittelt, und was passieren kann, wenn keiner mehr darauf achtet, ob man nicht schon gewisse Grenzen überschritten hat, die es gilt zu wahren.
    Genau wie Salo ein, für das Mainstream-Publikum, wohl abartiger Film, der aber eine wichtige Botschaft zu vermitteln hat.
    Deswegen auf keinen Fall mit anderen Filmen auf eine Stufe zu stellen, nur weil "auch viel Gewalt" darin vorkommt.

    Zitat Zitat von Morten
    Ich persönlich finde Folterfilme interessant; eben aus jenen geschilderten Grenzerfahrungsmomenten heraus.
    Das kann ich nicht nachvollziehen und finde es sehr fraglich, was deinen Charakter angeht. Nicht gerade ein humaner Wesenszug.
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  8. #8
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    Re: Der Folterfilm - Trend

    Zitat Zitat von Bob
    Zitat Zitat von TheCrow
    Ich habe in meinem Leben bisher einen einzigen Film gesehen, welcher die Gewalt verherrlicht hat, und das war "Natural Born Killers"...solche Filme halte ich wiederum für gefährlich...
    Die Gewalt und ihre Darstellung in Natural Born Killers ist keine Verherrlichung, sondern mehr eine übertriebene (?) Darstellung der Medienwelt und ihre Auswirkung auf die Konsumenten. Der Film ist deswegen so extrem, weil er auf eine sehr überspitzte Art und Weise probiert zu zeigen, welche Werte das Fernsehen heutzutage vermittelt, und was passieren kann, wenn keiner mehr darauf achtet, ob man nicht schon gewisse Grenzen überschritten hat, die es gilt zu wahren.
    Genau wie Salo ein, für das Mainstream-Publikum, wohl abartiger Film, der aber eine wichtige Botschaft zu vermitteln hat.
    Deswegen auf keinen Fall mit anderen Filmen auf eine Stufe zu stellen, nur weil "auch viel Gewalt" darin vorkommt.
    So ist es auch gar nicht!
    Und mir können noch weitere 100'000 Leute sagen, dass da eine wertvolle Botschaft enthalten ist, trotzdem überwiegt für mich eine vorhandene Verherrlichung.
    In diesem Film wird einem mehrmals in längeren Monologen nachvollziehbar erklärt, warum es richtig ist andere umzubringen...ja sogar, dass es quasi eine Notwendigkeit darstellt. Da kann man so noch lange mit dem Zeigefinger auf die vorhandenen Missstände in der Gesellschaft deuten, die Art und Weise stufe ich als kontraproduktiv ein.

    Und nebenbei bemerkt: The Hills Have Eyes von Aja gehört in meinen Augen genauso in die Sparte Terrorfilm, wie SAW 3 oder TCM - The Beginning...!
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  9. #9
    Bob
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    Re: Der Folterfilm - Trend

    Zitat Zitat von TheCrow
    In diesem Film wird einem mehrmals in längeren Monologen nachvollziehbar erklärt, warum es richtig ist andere umzubringen...ja sogar, dass es quasi eine Notwendigkeit darstellt. Da kann man so noch lange mit dem Zeigefinger auf die vorhandenen Missstände in der Gesellschaft deuten, die Art und Weise stufe ich als kontraproduktiv ein.
    Mir fällt kein konkretes Wort dafür ein, aber ich nenne es mal "bewusst übertriebene zynische Satire". Es geht doch bei einer Aussage eines Filmes nicht darum, dass der Protagonist am Ende des Films dem Publikum mitteilt: "Hey, Leute, töten ist schlecht."
    Die größte Herausforderung bei einem Film zu einem kontroversem Thema ist das Spiel mit dem Publikum.
    Um nur einige Beispiele zu nennen:
    Natural Born Killers, Menschenfeind, Funny Games, A Clockwork Orange, Salo, Irreversible, etc...
    ...sind alles Filme, die auf einer anderen Ebene als dem bloßen gesehenem funktionieren, sondern eine Reaktion seitens des Betrachters provozieren. Eine Art aggressive Kunst. :wink:

    Ich nehme sogar The Hills Have Eyes in diese Reihe auf, da er auch den unaufmerksamen Zuschauer in eine Falle laufen lässt. Der reaktionäre Vater stribt, der Pazifist sieht sich in der Notlage, äußerste Gewalt anzuwenden, um sein und das Überleben seiner Mitmenschen zu sichern.
    Dies liefert Diskussionsstoff und ist damit auf keinen Fall ein plumper Terrorfilm à la TCM.
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  10. #10
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    Re: Der Folterfilm - Trend

    Ich sehe NBK halt anders an, als ein Irréversible, oder Funny Games:
    dort ist es klar, wie es gemeint ist...bei NBK für mich nicht. Ich habe während des ganzen Films keinerlei Anzeichen für die von Dir genannte "bewusst übertriebene zynische Satire" entdecken können...und genau deswegen habe ich ein grosses Problem mit dem Film.

    Was THHE angeht:
    da wurde mir diese Tatsache auch nicht so wirklich bewusst, dass es ein "Pazifist" ist, der sich gegen seine eigene Natur stellen muss...für mich war es ein normaler Familienvater, der Gewalt aus dem Weg geht und nicht diesen Ami-Waffenwahn mitmacht...also wirklich einfach ein in meinen Augen "normaler" Mensch, der dann mit der Tatsache konfrontiert wird: entweder Du wehrst Dich, oder Du stirbst wie die Anderen...da fällt die Wahl (Pazifist hin oder her) alles Andere als schwer.
    Für mich ein Film, der keinerlei Interpretationen dieser Art braucht...er ist weder in irgendeiner Form besonders kritisch oder sonst etwas. Es geht um MUTANTEN...hallo? Ab dem Moment wo das klar ist (also ganz am Anfang), suche ich schon gar keinen Realismus mehr und demzufolge auch keine Lebensweisheiten.
    Fazit: in meinen Augen ist THHE nicht mehr und nicht weniger als ein TCM.
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